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Krisensitzung der Arbeitsgemeinschaft

Windkraft im Hofoldinger Forst: Gemeinden fürchten Konkurrenz privater Investoren

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Wenn Windkraft im Hofoldinger Forst, dann nur dosiert und als „öffentliches“ Projekt: Otterfing, Sauerlach, Aying und Brunnthal zogen bisher an einem Strang. Doch die Allianz wackelt. Ein schlechter Zeitpunkt, denn es lauern Mitbewerber.

Otterfing/Brunnthal Lautstark ging es Dienstagabend (5. November) in der Brunnthaler Ortsmitte zur Sache. Demonstranten pro und contra Windkraft hatten rund um die Schulaula Stellung bezogen, skandierten ihre Forderungen und hielten Plakate in die Höhe.

Draußen Demos, innen Krisensitzung: Die „Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst“ (Arge) mit den Bürgermeistern und Gemeinderäten der vier Partnerkommunen Aying, Brunnthal, Otterfing und Sauerlach rang mit Christoph Göbel (CSU), Landrat des Landkreises München, hinter verschlossenen Türen um einen politischen Konsens. Auch der Landkreis Miesbach ist Mitglied der Arge, hatte aber keinen Vertreter entsandt.

Standortsicherungs-Vertrag:Brunnthal hat Bedenken

Konkret geht es darum, dass sich die Arge eine Art „Erstzugriffsrecht“ auf den Windstandort Hofoldinger Forst sichert, dazu müssen alle Mitglieder einen Standortsicherungsvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten unterschreiben. Das schien Formsache, bis im September der Brunnthaler Gemeinderat Bedenken anmeldete und auf der Sondersitzung bestand. „Wir sind nicht gegen Windkraft generell, aber gegen Windräder im Schwach-Windgebiet Hofoldinger Forst“, stellte sich etwa Gemeinderat Siegfried Hauser (PWB) „gegen einen Ausverkauf des Hofoldinger Forstes“. Diese Position vertritt auch PWB-Bürgermeisterkandidat Jürgen Gott, der gegen Amtsinhaber Stefan Kern (CSU) antritt. Die Mehrheit der 250 Demonstranten unterstützte diesen Protest.

„Das riecht ein wenig nach Wahlkampf“, fürchtet Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), der mit elf Gemeinderäten an der Sitzung teilnahm. Sollte Brunnthal ausscheren, könne das der Arge ihren wertvollen Vorsprung kosten. „Den Schaden hätte die Bevölkerung.“ Der Vertrag mit den Staatsforsten heiße ja nicht zwingend, dass Windräder gebaut werden. „Ich persönlich bin da auch eher skeptisch.“

Die Vereinbarung aber ermögliche der Arge, das Heft des Handelns in der Hand zu behalten. Höchstens vier Windräder, je eins in jeder Gemeinde und als Bürgerprojekt umgesetzt, würde die Arge ins Auge fassen, wenn denn genug Wind weht.

Sollte die Arge jetzt nicht zupacken, werde sich die Konkurrenz nicht lange bitten lassen, prophezeit Eglseder. „Es gibt Fondsgesellschaften und Energieversorger, die mit prestigeträchtigen Windparks vor den Toren Münchens liebäugeln“, vermutet der Rathauschef, „die Windräder müssten nicht einmal wirtschaftlich arbeiten.“

Söder kündigt 100 neue Windräder in den Staatsforsten an

Auch im Landratsamt Miesbach verfolgt man die Entwicklung mit Sorge, wie Sprecher Birger Nemitz auf Anfrage erklärt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe den Bau von 100 Windrädern in den Staatsforsten angekündigt, „irgendwo müssen die ja hin“. Es drohe eine offene Ausschreibung, private Investoren kämen zum Zug, die sicher nicht nur vier Windräder bauen. „Dann kommt die Verspargelung“, sagt Nemitz.

Jetzt richten sich aller Augen auf Brunnthal, wo der Gemeinderat nächste Woche über den Standortsicherungsvertrag entscheidet. „Ich hoffe, dass wir in der Sitzung am Dienstag einige Bedenken zerstreuen konnten“, sagt Eglseder.

Sollten die Brunnthaler zustimmen, steht als nächster Schritt die Beauftragung einer langfristigen Windmessung an. Etwa ein Jahr lang wird untersucht, ob der Wind im Hofoldinger Forst ausreicht, um wirtschaftlich Strom zu erzeugen. Rund 100 000 Euro, so schätzt Eglseder, kostet so ein Gutachten. Die Summe würden sich die Arge-Mitglieder teilen: 45 Prozent der Landkreis München, 15 Prozent der Landkreis Miesbach, je zehn Prozent die vier Gemeinden. Weht genug Wind, sollen Bürger die Möglichkeit haben, sich an den vier Windrädern zu beteiligen, „damit die Wertschöpfung in der Region bleibt“, so Eglseder.

Hier lesen Sie, wie sich die geplante Windkraft-Nutzung mit dem ebenfalls geplanten neuen  Autobahn-Parkplatz im Hofoldinger Forst verträgt

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