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Vinyl-Sammler: Konstantin Kárpáty aus Otterfing mit seiner Lieblings-Schallplatte.

“Das Kratzen macht die Musik erst real“

Otterfinger (21): Darum höre ich meine Musik NUR auf Platte

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Schon als Kind bewunderte Skullwinx-Bassist Konstantin Kárpáty aus Otterfing die Sammlung seiner Eltern - heute ist er selbst ein glühender Vinyl-Fan. Uns hat er verraten, warum. 

Otterfing – Die Schallplatte ist zurück. Im vergangenen Jahr wurde so viel Vinyl verkauft, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der größte Vinyl-Sammler im Landkreis dürfte der legendäre DJ und Rock’n’Roller Chuck Herrmann aus Holzkirchen sein, der in seinem Keller gut 30.000 Platten beherbergt. Freilich hat er bereits das Rentenalter erreicht. Vinyl, ein Thema für die älteren Semester also? Weit gefehlt. Als Konstantin Kárpáty aus Otterfing geboren wurde, 1995 war das, war die Schallplatte nahezu komplette vom Markt verschwunden. Der Bassist der Metalband Skullwinx, ist trotz seiner jungen Jahre leidenschaftlicher Vinyl-Anhänger. Warum, erklärt der 21-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Im Zeitalter von Streaming-Diensten fristet Vinyl eher ein Außenseiterdasein. Wie hast Du zur Schallplatte gefunden?

Konstantin Kárpáty: Ich fand schon als Kind die Plattensammlung meiner Eltern toll, weil die Cover viel größer waren als die der CDs. Da konnte man die Details viel besser sehen. Auf die Idee, selbst Platten zu kaufen, bin ich erst über Lenny (Hammerer – Anm. d. Red.), meinen Kumpel und Gitarristen, gekommen.

Was macht für Dich den Reiz des Vinyls aus?

Konstantin Kárpáty: Mir gefällt es, wenn die Platten leicht kratzen und man einfach hört, dass sie alt sind. Das macht die Musik für mich realer. Die Platten seiner Lieblingsband zu sammeln, hat im Vergleich zu CDs einfach den Reiz, dass sie viel seltener sind. Außerdem sieht es doch viel besser aus, wenn man – statt eine CD hinzustellen – das Plattencover aufhängen kann.

Was ist deine Lieblingsplatte? Welche ist Deine wertvollste?

Konstantin Kárpáty: Meine Lieblingsplatte ist „The Crimson Idol“ von W.A.S.P. Ich musste über ein Jahr suchen, bis ich die Original-Pressung von 1992 bekommen habe. Sie ist zugleich neben meiner Skullfist „Heavier Than Metal EP“ in blauem Vinyl, limitiert auf 100 Stück, meine wertvollste Platte.

Wie groß ist deine Sammlung? Wo kaufst du deine Vinyls?

Konstantin Kárpáty: Meine Sammlung ist nicht sonderlich groß, die Platten sind ja auch nicht ganz billig. Es sind etwa 50 Platten. Gelegentlich kaufe ich welche über Ebay. Aber die besten Preise und auch die beste Qualität bekommt man bei Plattenständen auf Oldschool-Festivals. Wenn man mit den Händlern ins Gespräch kommt und Kontakte knüpft, dann gibt es oft Sonderpreise. Außerdem schauen sie, dass sie bestimmte Platten auf Anfrage ins Sortiment bekommen.

Wie ist die Klangqualität im Vergleich zu CDs oder Streaming-Diensten?

Konstantin Kárpáty: Wie gesagt finde ich die alt klingende Qualität viel reizvoller als das moderne Zeug. Aber das ist meine persönliche Meinung. Viele neu erschienene Platten haben einen Code dabei, mit dem man das Album kostenlos downloaden kann. Das finde ich sehr praktisch, Vinyl hört sich im Auto nämlich nicht besonders gut.

Wie wichtig war es für Dich und Deine Band-Kollegen, dass eure Werke auch auf CD erscheinen?

Konstantin Kárpáty: Zwar sind die Vinyl-Verkäufe extrem angestiegen und haben meines Wissens sogar die CD-Verkäufe überholt, aber ohne CD geht nichts. Das Album auf Vinyl rauszubringen, ist sozusagen Pflicht in unserer Szene. CDs sind aber lustigerweise bei älteren Generationen meist beliebter. Es kommt immer drauf an, der eine mag es so, der andere so. Nicht jeder kann mit Vinyl etwas anfangen, daher sollte man den Fans alles bieten können.

Trveheim-Festival zieht um

Schade für die Hardrock- und Metalfans im Landkreis: Das von Kárpáty und Lennart Hammerer veranstaltete Trveheim-Festival, das im Oktober 2016 einen Einstand nach Maß feierte, wird keine Neuauflage in Otterfing erfahren. Vielmehr geht die zweite Auflage in Hallbergmoos unweit des Münchner Flughafens über die Bühne – und zwar am 25. und 26. August. Für ein Zweitages-Festival dieser Art sind zwingend Campingflächen erforderlich. In Otterfing kam es zu keiner Einigung mit den entsprechenden Grundbesitzern. Nachdem die Organisation eines solchen Events eine zeitfressende Angelegenheit ist, hat sich das bisherige Organisations-Duo um Daniel Junker und Marius Gilgenrainer verstärkt und den Verein Trveheim gegründet.

hb

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