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Ausgezählt: 2857 Otterfinger beteiligten sich an der Bürgermeister-Stichwahl, die Michael Falkenhahn gewann.

Kommunalwahl 2020

Otterfinger Bürgermeister richtet dringende Bitte an den Nachfolger

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Er selbst trat nicht mehr an. Doch Otterfings Noch-Bürgermeister Jakob Eglseder fällt es nicht leicht, die Niederlage seiner CSU bei der Bürgermeister-Stichwahl zu verdauen.

Otterfing – Die CSU von der Spitze des Rathauses abgewählt, SPD-Kandidat Michael Falkenhahn als neuer Taktgeber anstatt des CSU-Bewerbers Robert Schüßlbauer – für den 62-jährigen Amtsinhaber eine bittere Pille. „Man resigniert“, sagt Eglseder, für den morgen der letzte Monat seiner 18-jährigen Amtszeit beginnt.

Noch am Wahlabend habe er seinem Nachfolger, der 195 Stimmen mehr erhielt als Schüßlbauer (53,4 Prozent), zum Sieg gratuliert. „Ich habe die dringende Bitte geäußert, gut auf den Ort aufzupassen.“ Er werde eine „vernünftige Übergabe“ anbieten und keine wichtigen Aufträge mehr erteilen.

Das Wahlergebnis bestärke ihn in seiner Analyse, „dass städtische Strukturen näherrücken“, sagt Eglseder; eine wachsende Zahl von Gemeindebürgern sei „wenig vertraut mit dörflichen Strukturen“. Seine CSU habe den Wahlkampf vielleicht unterschätzt, von den „alten“ Freien Wählern (FWO) sei vor der Stichwahl leider keinerlei Unterstützung für Schüßlbauer gekommen. Er selbst habe sich wenig vorzuwerfen. „Ich höre immer, es muss sich was ändern in Otterfing. Aber keiner kann mir sagen, was sich ändern soll.“ Er übergebe geordnete und stabile Finanzen.

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Für den Sieg Falkenhahns entscheidend war das Stimmenplus (203) in seinem „Heimat“-Wahlbezirk auf der Bahnhofseite des Dorfs. Dort liegt der Skaterplatz, auf dessen Gelände die Gemeinde eine neue Turnhalle plant, was Falkenhahn ablehnt. Gab das den Ausschlag? Im Wahlbezirk nordwestlich der Ortsdurchfahrt lagen die Kandidaten exakt gleichauf (je 461 Stimmen), den Süden gewann sogar Schüßlbauer – allerdings nur mit acht Stimmen Vorsprung. Von den 3668 Wahlberechtigten hatten 2857 ihre Stimme abgegeben, coronabedingt nur über Briefwahl. 24 ungültige Stimmzettel musste Wahlleiter Markus Stark aussortieren.

Durch die Wahl Falkenhahns als Bürgermeister wird sein Platz im neuen Gemeinderat frei. Als Nachrücker der SPD-Liste rutscht damit Max Ruf ins Gremium, der auch derzeit im Gemeinderat sitzt. Ruf bildet zusammen mit Andreas Eichhorn und Roberto Sottanelli die neue, dreiköpfige SPD-Fraktion. 

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