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Setzungen, Schlaglöcher und Risse: Die Komplett-Sanierung der Palnkamer Straße ist überfällig und wird heuer angepackt.

Das heißt: andere müssen warten

Gemeinderat beschließt Sanierung der Palnkamer Straße

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Fast zehn Jahre nach dem ersten Teil packt die Gemeinde Otterfing die Fortsetzung an: Die Palnkamer Straße wird in diesem Jahr fertig saniert. Das hat folgen für eine andere Straße...

Otterfing – Lang ist’s her: Im Jahr 2008 hatte die Gemeinde den ersten Teil der Palnkamer Straße auf Vordermann gebracht: den Abschnitt von der Dietramszeller Straße bis zum Gasthof Wagner (Einmündung Wallbergstraße). An der Notwendigkeit, die Sanierung zu vollenden, bestand am Dienstag im Gemeinderat kein Zweifel. Dass die Maßnahme trotzdem nicht einstimmig beschlossen wurde, lag am formalen Vorgehen.

Im Haushalts-Ausschuss habe man noch nicht beraten, welche Straße 2017 anzupacken sei, sagte Thomas Hogger (Grüne). „Es gab keine Diskussion, keine Priorisierung“, kritisierte er. „Es ist extrem ungut, dass wir das trotzdem jetzt beschließen sollen.“ Von einem „unsauberen Vorgehen“ sprach Max Ruf (SPD): „Wir brauchen erst den Haushalt, dann den Investitionsbeschluss.“ Genau umgekehrt habe es zu laufen, widersprach Georg Schlickenrieder (CSU). „Erst müssen wir sagen, wir wollen es. Dann nehmen wir es im Haushalt auf.“

Letztlich stimmten nur Hogger und Michael Falkenhahn (SPD) dafür, den Beschluss zu vertagen. „Wenn wir’s jetzt nicht beschließen, wird’s heuer nichts mehr. Die Straße wird nicht billiger“, gab Gerhard Heimerer (CSU) zu bedenken. Auch Zweite Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FWG), die die Sitzung leitete, wollte keine Zeit mehr verlieren: „Die Bürger warten auf den Ausbau.“

Nicht zuletzt können die Anlieger auch finanziell durchatmen. Denn noch hat die Gemeinde keine Straßenausbau-Beitragssatzung (Strabs) erlassen, die einen Großteil der Kosten anteilig auf jeden Straßenanlieger abwälzen könnte. Im Gemeinderat selbst gibt es zwar keine Tendenz, eine Strabs einzuführen. Denkbar ist jedoch, dass die Haushaltsaufsicht des Landratsamts das Rathaus „zwingt“, die Bürger über eine Strabs zur Kasse zu bitten. Das könnte der Fall sein, wenn sich die Gemeinde anschickt, neue Kredite aufzunehmen.

Die jetzt anstehende Sanierung will die Gemeinde ohne neue Schulden finanzieren, wie Stockmeier erklärte. Planer Attila Kárpáty schätzt die reinen Straßenkosten auf 750 000 Euro, dazu kommen 315 000 Euro für Wasserleitungen. Einige Rohre stammen aus dem Jahr 1903, sind aber noch in Ordnung. Allerdings besteht laut Kárpáty die Gefahr, dass sie durch die Straßenarbeiten Schaden nehmen. 115 000 Euro hätte sich die Gemeinde theoretisch sparen können. „Aber lieber jetzt erneuern als die Straße bald wieder aufreißen müssen“, empfahl der Planer. Wo die Leitungen über Privatgrund verlaufen, werden sie auf öffentlichen Grund verlegt.

Dass der etwa 600 Meter lange Straßenabschnitt zwischen dem Gasthof Wagner und dem Abzweig Thalhamer Weg/Teufelsgraben zu sanieren ist, steht für Kárpáty außer Frage. Setzungen, Schlaglöcher und lockere Bordsteine seien unübersehbar. Unter Umständen nutzen auch andere Versorger (Gas) die „geöffnete“ Straße, um ihre Leitungen zu überprüfen. Laut Kárpáty sollen Leerrohre mitverlegt werden, in denen Glasfaser für schnelles Internet eingezogen werden kann.

Der Zeitplan sieht vor, von April bis Juni die Wasserleitungen zu erneuern – auch die Hirschbergstraße wird miteinbezogen. Der Straßenbau soll im Sommer folgen. „Zu Schulbeginn würden wir gerne fertig sein“, hofft Kárpáty. Stockmeier kündigte „so bald wie möglich“ eine Info-Veranstaltung für Anwohner an.

Die Wettlkamer Straße bleibt damit in der Warteschleife. Wie berichtet wird sich die Gemeinde mit zwei Grundstücksbesitzern nicht einig, die sich für die neue Straße von einem Streifen Grund trennen müssten. „Wir kommen da heuer nicht weiter“, stellte die Zweite Bürgermeisterin fest. Gegraben wird zwischen Bergham und Wettlkam 2017 aber trotzdem: Die Telekom wird wie angekündigt ein Internet-Breitbandkabel verlegen.

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