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Mittagsbetreuung feiert Jubiläum

Kleine Schwalben fliegen seit 20 Jahren ein

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20 Jahre – in Sachen Kinderbetreuung eine halbe Ewigkeit. Als das Schwalbennest 1997 seine Mittagsbetreuung startete, waren die Eltern damit Pioniere im Landkreis. Am Freitag feiern die Schwalben ihre „Volljährigkeit“.

Otterfing – Knapp war es. „Eine Stimme gab den Ausschlag“, erinnert sich Lydia Jamnitzky (57) an eine denkwürdige Gemeinderatssitzung 1997, als das Schwalbennest seine Starterlaubnis im Haus für Kinder bekam. Damals eine innovative, fast revolutionäre Einrichtung: Grundschüler nach der Schule betreuen, braucht’s das?

„Ja, das waren andere Zeiten“, sagt Jamnitzky. Ein traditionelles Familien- und Frauenbild prägte noch die Gesellschaft. Für Frauen, sagt die 57-Jährige, galten seinerzeit die drei K: Kinder, Kirche, Küche. Ein B wie Beruf hatte es da schwer. Jamnitzky selbst hatte zuvor Erfahrungen als Tagesmutter gesammelt. „Wir wussten aus Umfragen: Eine Mittagsbetreuung ist gefragt.“ Etliche Mütter wollten zurück in den Beruf. „Es kam der Vorwurf: Wieso brauchen wir Betreuung, damit Mütter Tennis spielen können?“, erinnert sich die Gründerin. Das war nie so – und ist es bis heute nicht, wie die jetzige Teamleiterin Andrea Ascherl-Wiesgickl betont. „Wir haben nur Kinder berufstätiger Eltern.“

Zunächst war angedacht, eine Art Krippe und eine Mittagsbetreuung anzubieten. Deswegen auch der Name Schwalbennest, wie Jamnitzky erzählt: „Die kleinen Kinder sind bei uns im Nest, gehen dann in den Kindergarten und fliegen danach zurück ins Nest der Mittagsbetreuung – wie kleine Schwalben.“ Ein staatlicher Fördertopf unterstützte solche „Netz für Kinder“-Initiativen. Pech für die Otterfinger: Der Topf war leer, als ihr Antrag einging.

So legte der Verein wenigstens als Mittagsbetreuung los. „Wir waren die Erste im Landkreis“, sagt die 57-Jährige. Zwei Mütter betreuten die Kinder, das vorgekochte Essen wurde mitgebracht. Heute werden die Schwalben von einem Caterer beliefert. 2008 zog das Nest in größere, helle Schulräume um.

Neben der Teamleiterin als einzige pädagogische Fachkraft helfen 16 Minijobber mit, 53 Grundschüler zwischen 11.30 und 15.30 Uhr zu betreuen, dazu gehört auch Hilfe bei Hausaufgaben.

Organisation und Finanzierung stemmt nach wie vor der Trägerverein. Rund 80 000 Euro beträgt das Jahresbudget. Es gibt Zuschüsse von Staat und Gemeinde, die ihre Förderung 2016 auf 8800 Euro erhöhte.

Eltern zahlen zehn Euro Jahresbeitrag plus gut 100 Euro monatlich (mit Essen). „Unsere Eltern bringen sich intensiv ein“, sagt Ascherl-Wiesgickl, „das macht uns besonders.“ Mindestens sechs Stunden im Jahr verlangt der Verein.

„Alle sind dankbar, dass es dieses Angebot vor Ort gibt“, weiß Schriftführerin Heidi Stuckenberger. So fand sich jetzt bei den Neuwahlen schnell eine neue Führungsriege: Daniela Baier führt den Verein, unterstützt von Sabine von Saldern, Susann Bantleon und Stuckenberger.

Zusammen mit einer zweiten Elterninitiative, der 2012 gegründeten „Rappelkiste“, kümmert sich das Schwalbennest um die Nachmittagsbetreuung von rund 120 Kindern – das sind zwei Drittel aller Otterfinger Grundschüler. Die Gemeinde spart sich damit einen teuren Hort. Die Arbeit im Schwalbennest werde längst geschätzt im Rathaus, freut sich Mitgründerin Jamnitzky. „Ich bin schon stolz darauf, was aus unserem Baby geworden ist.“

Feier am Freitag: Das 20-jährige Bestehen wird am 24. November in der Schule gefeiert. Alle Mitglieder, Ehemaligen und Freunde sind willkommen.

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