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Steinwüste in der Ortsmitte: Der Otterfinger Schulvorplatz dient nicht nur als Pausenhof, sondern wird auch als Parkplatz gebraucht. Die Fläche schafft optisch nur ein ungenügend, die Entwässerung ist mangelhaft, die Brauchbarkeit für die Schule kaum befriedigend. Jetzt sucht die Gemeinde nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten. 

Otterfinger Schulhof

Pflastern oder begrünen – oder beides ?

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Der Pausenhof der Otterfinger Schule versprüht den Charme einer Steinwüste. Könnte eine Pflasterung die Fläche aufwerten? Eine Idee, die manche Gemeinderäte jetzt auf die Palme brachte.

Otterfing– Ein Pausenhof steckt voller Erinnerungen, er weckt nostalgische Gedanken. „Da gab’s früher doch Rasen“, erinnerte sich am Dienstag im Gemeinderat Susanne Weitl (CSU), „der Hausmeister hat Schilder aufgestellt, ob man drauf durfte oder nicht.“ Max Ruf (SPD) entsann sich, diesbezüglich auch mal die eigene Konflikthärte mit Lehrern ausgetestet zu haben. Zuweilen kam Gerhard Heimerer (CSU) mit einer Hose heim, die Teile des Pausenhof-Grüns enthielt. „Auch ich hab’ auf der Wiese Fußball gespielt“, sagte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), „aber die Situation ist jetzt leider eine andere.“

Bucklig und steinig präsentiert sich der Vorplatz. „Die Schule hat angefragt, ob die Gemeinde den Pausenhof befestigen kann“, sagte der Bürgermeister – und regte eine komplette Pflasterung des Pausenhofs sowie der Feuerwehrzufahrt südlich des Altbaus an. Aus seiner Sicht dämpfe das die Unfallgefahr und verhindere vor allem, dass Kies in Gullys und Regenrinnen gespült werde und diese verstopfe. „Dort steht immer wieder Wasser“, hat der Bürgermeister beobachtet, „wir müssen die Entwässerung verbessern.“ Oft sei die benachbarte Tartanbahn mit Steinen übersät.

Wie Schulleiterin Inge Weber dem Rathaus übermittelte, biete ein gepflasterter Pausenhof mehr Sicherheit, etwa wenn Schüler Fangen spielen oder gummihupfen. Die Schule verfüge über weitere mobile Pausenspiele, die auf festen Untergrund angewiesen seien. Sei der Hof gepflastert, könne der Hartplatz öfter geschont werden, etwa beim Radltraining. Nicht zuletzt falle das Säubern nach dem Dorffest leichter, das – in den Sommerferien – ebenfalls auf dieser Fläche stattfindet.

„Es geht sicher nicht primär um das Dorffest“, betonte Eglseder. Allerdings sind es gerade öffentliche Veranstaltungen, die dem Platz zugesetzt haben. Denn findet in Aula oder Turnhalle eine Veranstaltung statt, wird die Fläche beparkt. „Eine Auflage des Landratsamts“, betonte Eglseder. Etwa 20 Stellplätze seien vorzuhalten. „Wir haben immer wieder Gras gestreut, aber da kommt halt nichts auf.“

Von einem „Zupflastern“ des Schulhofs wollte Michael Falkenhahn (SPD) nichts wissen. „Das kann doch nicht wahr sein“, empörte sich Max Ruf, „was ist an einem Spielplatz denn toll, wenn er zugepflastert ist?“

Auch Ulrike Stockmeier (FWG) schüttelte den Kopf. Schon für den derzeit entstehenden Anbau habe man viel Grün opfern müssen, dabei sei einst ein „Erlebnis-Pausenhof“ geplant gewesen. „Wir können doch nicht alles zupflastern in einer Zeit, da überall die Flächenversiegelung kritisiert wird.“ Etwas Pflaster neben der Tartanbahn und für die Feuerwehrzufahrt müsse reichen. „Ein Teil muss grün bleiben“, schloss sich Thomas Hogger (Grüne) an, „ein Pflaster wäre pflegeleichter, würde aber noch schlimmer ausschauen als jetzt.“

Max Klaus und Robert Schüßlbauer (beide CSU) schlugen vor, einen Planer zurate zu ziehen. Man sollte alle Optionen offen halten, betonte Gerhard Heimerer: „Das Pflaster hat ja nicht der Teufel persönlich erfunden.“

Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat schließlich, die rund 600 Quadratmeter des Pausenhofs beplanen zu lassen. Es soll ein Mix werden aus Parkflächen, Grünbereichen und Entwässerung. Erste Skizzen, eine Grundlagenermittlung und Kostenschätzung will Eglseder im November vorlegen. Die einzige Gegenstimme kam von Stefan Burgmayr (FWG). „Die Planung des Landkramer-Platzes haben wir aus Kostengründen zurückgestellt“, kritisierte er, „wenn es dort nicht geht, sehe ich nicht ein, warum wir jetzt hier Geld ausgeben.“

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