Pferde im Stall
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„Hygiene ist das A und O“: Pferdeställe besonders im Landkreis-Norden sollten derzeit wachsam sein, um sich vor Druse-Fällen zu schützen.

Ansteckende Tierkrankheit ausgebrochen

Pferde-Besitzer alarmiert: Ansteckende Druse-Krankheit breitet sich südlich von München aus - sie kann tödlich enden

Pferdebesitzer sind beunruhigt. Das Bekanntwerden von Druse-Fällen, einer ansteckenden Pferdekrankheit, rund um München hat manche aufgeschreckt.

Otterfing – Tierärztin Valentina Reiser mahnt zu gelassener Vorsicht. Für die Veterinärin, die zahlreiche Pferde im Landkreis Miesbach betreut, ist aktuell vor allem „Hygiene das A und O.“ Die Stallbetreiber im nördlichen Landkreis haben ihre Wachsamkeit erhöht, wie eine kleine Umfrage ergab.

„Wir testen vorsorglich alle Pferde, die husten oder andere Auffälligkeiten haben“, erklärt Andrea Tschiesche, Chefin der Reitsportanlage in Otterfing, auf der rund 60 Pferde untergebracht sind. Zudem hat sie ihre Kundschaft ermahnt: „Vermeidet es aktuell, fremde Ställe zu betreten. Oder zieht euch danach komplett um und desinfiziert euch, bevor ihr wieder zu uns in den Stall kommt“. Turnierreiter sollen es auswärts vermeiden, fremde Pferde zu berühren.

Pferde-Krankheit Druse bei München ausgebrochen: Tiere können daran verenden

Tschiesches prompte Informationspolitik hat wohl dazu beigetragen, dass in ihrem Stall keine große Hysterie ausgebrochen ist. „Natürlich sind manche Pferdebesitzer schon besorgt. Im Großen und Ganzen reagieren die meisten sensibilisiert, aber gelassen“.

Die Pferdekrankheit Druse ist keine Kleinigkeit. Die Tiere reagieren auf den Erreger mit Appetitlosigkeit, Husten, Fieber und Mattigkeit. Die oberen Atemwege sind entzündet, die Lymphknoten schwellen an, es können sich eitrige Entzündungsherde bilden. Als Folge davon leiden die Pferde unter starken Schmerzen und Atembeschwerden, manchmal endet Druse sogar tödlich. Eine klare Behandlungsstrategie gibt es bislang noch nicht.

Menschen können sich nicht anstecken. Wer aber mit einem an Druse erkrankten Tier in Berührung kommt, kann leicht andere Tiere infizieren. Deshalb empfehlen Experten, bei Druseverdacht fremde Ställe tunlichst zu meiden. Das „Stall-Hopping“ (Reiser) gilt als Hauptursache für eine rasche Verbreitung der Krankheit. Unter Pferden selbst erfolgt die Ansteckung meistens via Tröpfcheninfektion auf der Weide oder im Stallbereich.

Alarm in Landkreisen um München: Pferde-Krankheit Druse bereitet Tierbesitzern Sorge

Gelassen reagiert auch Ausbilderin Jasmin Pichler, die auf der Anlage in Holzkirchen-Thann arbeitet. „Das kann in jedem Stall passieren. Und jetzt muss man halt ein bisschen aufpassen. Aber bei uns sind aktuell keine Turniere oder Reitkurse geplant, sodass hier kaum Pferde und Reiter von auswärts herkommen.“ Sie versteht jedoch nicht, dass bei Druse schnell mal der Stallbetreiber dafür verantwortlich gemacht wird. „Das ist völliger Quatsch, weil das ja nichts mit mangelnder Hygiene im Stall oder ähnlichem zu tun hat.“ Überhaupt scheint das Thema Druse noch nicht überall angekommen zu sein. „Davon habe ich noch gar nichts mitbekommen“, ist eine Einstellerin sichtlich überrascht.

Auch im Aktivstall in Dietramszell-Erlach gibt man sich unaufgeregt: „Das ist bislang noch kein Thema bei uns“, heißt es dort. Das Gleiche gilt bislang für den Betrieb Hofgut Allerer in Waakirchen. Tierärztin Valentina Reiser rät zu Grundsätzlichem: „Gibt es einen Druse-Verdacht, sollten die betroffenen Pferde schnell in Quarantäne.“ Und: „Wichtig ist stets eine gute Absprache zwischen Tierarzt und Stallbetreiber.“

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VOLKER CAMEHN

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