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Der Rückbau hat begonnen: Ende des Jahres muss der ehemalige Schrottplatz am Otterfinger Bahnhof geräumt sein. Wie dicht das Gelände mit Wohnungen bebaut werden kann, muss der Gemeinderat entscheiden.

Preimesser-Gelände

Schrottplatz macht Platz für Wohnungen

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Wo viele Jahrzehnte lang Schrott lagerte, soll bald ein neues Wohnquartier entstehen. Investoren klopfen derzeit ab, wie dicht sich das ehemalige Preimesser-Gelände am Otterfinger Bahnhof bebauen lässt.

Otterfing – Der Schrotthandel am Otterfinger Bahnhof, er ist Geschichte. Ende 2017 stellte die Peter Preimesser GmbH den Betrieb ein. Freiwillig, aber nicht gerne, wie Unternehmens-Sprecherin Martina Zimmermann betont: „Wir erfüllen damit eine Verpflichtung gegenüber der Gemeinde.“

Der Gemeinderat hatte im Jahr 2006 einen Bebauungsplan aufgestellt, der eine Wohnbebauung vorsieht. Damals war die Gemeinde immer wieder mit Beschwerden von Nachbarn konfrontiert gewesen, die sich über den Schrottplatz-Lärm beklagt hatten. „Es war sogar mal eine komplette Einhausung des Geländes angedacht“, erinnert sich Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), „das wurde aber verworfen.“

Stattdessen sollte der Schrottplatz ganz verschwinden und einer Wohnbebauung Platz machen. Rathaus und Firma vereinbarten eine Übergangsfrist für den Schrotthandel, die Ende 2018 ausläuft. Dann greift der Bebauungsplan von 2006 mit Reihen- und Doppelhäusern, insgesamt etwa 20 Wohneinheiten; die Erschließung erfolgt über Pitzarweg und Kreuzstraße. „Angedacht war eine eher lockere Bebauung“, sagt Eglseder.

Mittlerweile jedoch, in der Nullzinsphase, rettet sich das Kapital in Betongold; im Zuzugsgebiet südlich von München schossen die Grundstückspreise in die Höhe. War der Quadratmeter vor gut zehn Jahren 500 bis 600 Euro wert, wird heute in Otterfing das Doppelte bezahlt – zumal in unmittelbarer Nähe zur S-Bahn. Verdichtung ist angesagt. Einige Investoren und Bauträger seien bereits vorstellig geworden im Rathaus, sagt der Bürgermeister. Seine Erkenntnis nach diesen Gesprächen: „Der Bebauungsplan von damals entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen.“

Das Grundstück selber, etwa 10 000 Quadratmeter groß, gehört Preimesser längst nicht mehr. Die Firma mit Stammsitz in Kirchheim-Heimstetten, die das Schrottplatzgelände 1990 gekauft und dort eine Niederlassung eingerichtet hatte, verkaufte das Areal 2010 an Imco-Immobilien; seitdem firmierte Preimesser nur als Pächter.

Die Absprachen, die Preimesser mit der Gemeinde getroffen hatte, muss jetzt Imco-Immobilien einhalten. „Das Gelände ist so zu übergeben, dass es unverzüglich bebaut werden kann“, erklärt Martina Zimmermann. Um Imco genug Zeit einzuräumen, habe man den Betrieb ein Jahr vor Fristablauf eingestellt. Von den fünf Mitarbeitern fanden vier einen neuen Job, einer ging in Ruhestand.

Zur Aufbereitung des Areals zählen der Rückbau aller Gebäude und nicht zuletzt die Erstellung eines Bodengutachtens – eine Auflage der Gemeinde. „Das Gelände wurde viele Jahre als Schrottplatz genutzt“, sagt der Bürgermeister, „wir müssen sicher sein, dass kein Gift im Boden schlummert.“

Erste Ergebnisse der Bodenproben liegen vor, sagt Zimmermann: „Gottlob wurde wenig belastetes Material gefunden. Wir sind froh, dass nur wenig Boden ausgetauscht werden muss.“ Dem Standort Otterfing trauert Preimesser noch immer hinterher. „Wir würden gern anderswo im Landkreis einen neuen aufmachen“, sagt Zimmermann, „leider finden wir kein geeignetes Grundstück.“

Fürs alte Grundstück beginnt jetzt das Feilschen der Investoren. Ob die Gemeinde dichtere Bebauung zulässt, müsse der Gemeinderat entscheiden, sagt Eglseder. „Wir werden uns demnächst damit befassen.“ Womöglich könne die Gemeinde für ein Entgegenkommen etwas herausholen. „Vielleicht ist ein Vorkaufsrecht für Otterfinger drin, die dort eine Wohnung kaufen wollen.“

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