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Die letzte Rettung? Ein Landschaftsschutzgebiet, hier der Entwurf, soll den Bau der PWC-Anlage an der A 8 (rechts) verhindern, so die Hoffnung der Gemeinde. 

Lkw-Parkplätze an der Autobahn 

PWC-Anlage bei Otterfing: Verhindert der Naturschutz den Bau doch noch?

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Der Widerstand ist ungebrochen: Otterfing stemmt sich gegen den geplanten Lkw-Parkplatz an der A 8, keine drei Kilometer vom Ort entfernt. Die letzten Hoffnungen ruhen auf dem Naturschutz.

Otterfing – Die Autobahndirektion Südbayern hat einen klaren Auftrag, dessen Umsetzung der Gemeinde Otterfing überhaupt nicht gefällt. Die Behörde soll entlang der A 8 eine PWC-Anlage, einen Parkplatz mit WC, schaffen, damit die vielen Lastwagen ihre Ruhepausen einhalten können. Ein Standort ist südlich der Markweg-Brücke geplant: Auf Otterfinger Flur sollen über 100 Lkw-Parkplätze entstehen.

Die Gemeinde wehrt sich bekanntlich vehement gegen die PWC-Anlage – und will den Widerstand weiterhin aufrecht erhalten. Noch durchläuft das Vorhaben das Planfeststellungsverfahren (PFV). Sollte die Regierung von Oberbayern als prüfende Instanz den Feststellungsbeschluss jedoch erlassen, dürfte es für die Gemeinde schwer werden, diesen anzufechten, wie der gemeindliche Anwalt in der jüngsten Gemeinderatssitzung erörterte. „Die Rechtsmöglichkeiten sind eingeschränkt“, sagte er. Der Beschluss müsste demnach rechtswidrig sein und gemeindeeigene Rechte verletzen, damit ein Gericht ihn aufheben kann.

Die Gemeinde setzt daher voll auf die Karte Naturschutz. „Meine Hoffnung ist der Umweltgedanke“, räumte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) ein. Wie berichtet, läuft das Verfahren zur Ausweisung eines Landschaftsschutzgebiets (LSG) im Bereich zwischen der Kreuzstraße, der Bahnlinie, der A 8 bis zum bestehenden LSG bei Sauerlach. Jene Schutzzone, bewachsen mit Bannwald, die dort den Bau der PWC-Anlage verhindert.

Warum für Otterfing andere Regeln gelten sollten, so der Kreistag die LSG-Verordnung in seiner Oktober-Sitzung erlässt, kann Eglseder nicht nachvollziehen. „Es ist paradox, dass im Norden(auf Sauerlacher Flur; Anm. d. Red.), das LSG ernst genommen wird. Bannwald ist Bannwald, egal wo“, sagte er.Die Autobahndirektion hatte hingegen bereits angemerkt, dass eine neu erlassene Verordnung in den vorliegenden PFV-Unterlagen nicht zu berücksichtigen sei. Bei der Regierung von Oberbayern sieht man das anders: „Sollte der Landkreis Miesbach noch eine Ausweisung eines LSG im betroffenen Bereich beschließen, sind die Auswirkungen auf das Projekt gegebenenfalls zu überprüfen“, teilt eine Sprecherin mit.

Wasser auf die Mühlen der Otterfinger PWC-Widerständler. Die Gemeinde gibt sich weiter kämpferisch. „Wir werden versuchen, es zu verhindern“, bekräftigte Eglseder. „Und wenn es nichts mehr zu verhindern gibt, werden wir alles versuchen, um das Beste für Otterfing rauszuholen.“ So hat sich die Autobahndirektion bei einem Krisengipfel im August etwa schon bereit erklärt, eine Messstelle für Einleitwerte einzurichten, nachdem das PWC-Abwasser – in Absprache mit der GEA Holzkirchen – in den Otterfinger Kanal geleitet werden soll. Einen ihm vorgelegten Vertrag zur Abwassereinleitung unterschrieb Eglseder trotzdem nicht, wie er sagte: „Wir machen keinerlei Zugeständnisse.“

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