Auf schnellstem Weg von München an den Tegernsee: Hier am Argeter Weg im Norden Otterfings könnte die geplante Raddirektverbindung Gmund-Tegernsee an den Radschnellweg aus München andocken.
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Auf schnellstem Weg von München an den Tegernsee: Hier am Argeter Weg im Norden Otterfings könnte die geplante Raddirektverbindung Gmund-Tegernsee an den Radschnellweg aus München andocken.

Mit dem Fahrrad schnell ans Ziel

Raddirektverbindung: Das sagt die Machbarkeitsstudie für Otterfing

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Mit dem Fahrrad auf schnellstem Weg von Otterfing an den Tegernsee kommen – dafür wollen fünf Gemeinden und der Landkreis eine Raddirektverbindung schaffen. Nun liegt das Ergebnis einer Untersuchung für den Bereich Otterfing vor.

Otterfing – Soll die Verkehrswende gelingen, muss das Alltagsradeln einfacher, bequemer, attraktiver werden. Der Landkreis München baut bereits an Radschnellverbindungen, eine davon führt von Oberhaching bis Sauerlach. Mit einer Nummer kleiner wollen der Landkreis Miesbach und die Gemeinden Otterfing, Holzkirchen, Warngau, Waakirchen und Gmund an der Landkreisgrenze anknüpfen: Eine Raddirektverbindung bräuchte nur 22,5 Kilometer bis zum Nordufer des Tegernsees. Während die „Schnellverbindungen“ auf täglich über 2000 Radler ausgelegt sind, sind „Direktverbindungen“ für Belastungen ab 1000 Radlern pro Tag konzipiert.

Vorzugstrasse zeigt technisch machbare Route auf

Derzeit stellt das Verkehrsplanungsbüro Bernard in den Gemeinden die Machbarkeitsstudie vor, verbunden mit dem Vorschlag einer Vorzugstrasse und einer Kostenschätzung. Projektleiterin Vanessa Platt war in der jüngsten Otterfinger Ratssitzung digital zugeschaltet. „Wir empfehlen, das Projekt weiter zu verfolgen“, sagte sie; die erarbeitete Vorzugstrasse sei technisch machbar. „Dieser Radweg kann als Leuchtturm-Projekt ein Vorbild sein“, betonte die Verkehrsplanerin.

Die besagte Vorzugstrasse erstreckt sich auf 22,5 Kilometern, die Gesamtkosten schätzt die Studie grob auf 11,12 Millionen Euro. Während in anderen Gemeinden schwierige Grundstücksverhandlungen erwartbar sind, sehen die 4,3 Otterfinger Kilometer nach leichter Umsetzbarkeit aus. 1,35 Millionen Euro sind rechnerisch dafür nötig. Dabei bringen die Gemeinden Otterfing und Holzkirchen ein schönes Stück Vorleistung ein: Die Teufelsgraben-Passage ist in Bau und wird heuer fertig. Ihre 731 Meter sind von den 4,3 Kilometern abzuziehen.

Raddirektverbindung im Landkreis Miesbach: Finanzierung bleibt zu klären

Im weiteren, noch nicht ausgebauten Verlauf nach Norden quert die Trasse an der Holzhamer Brücke die Bahnstrecke und verläuft östlich der Gleise in Richtung Kreuzstraße, quert diese und nutzt von dort erst den Adalbert-Stifter-Ring und dann den Argeter Weg. Am Ortsrand endet der Asphalt, bis zur Landkreisgrenze führt ein gekiester Feldweg entlang der Gleise. „Den Weg kann man natürlich jetzt schon radeln“, sagt Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD). Um ihn als offizielle „Direktverbindung“ zu ertüchtigen, sei aber wohl eine Befestigung der Fahrbahn nötig, in der Regel mit Asphalt: Zudem müssen Knotenpunkte, etwa an der Querung des Markwegs und der Kreuzstraße, besonders markiert werden. Denkbar ist, etwa den Argeter Weg als Fahrradstraße zu widmen, auf der Autos besondere Rücksicht auf Radler nehmen müssen.

„So weit sind wir noch nicht“, sagt Falkenhahn, der im Gemeinderat auch nicht abstimmen ließ, „es war ja nur eine Vorstellung.“ Jetzt gehe es darum, die Finanzierung zu klären. „Ich erwarte schon, dass der Landkreis Miesbach finanziell einsteigt“, sagt der Otterfinger Rathauschef. Wie Projektplanerin Platt erläuterte, sei für solche Radwege derzeit mit einer 80-prozentigen Bezuschussung durch Bund und Freistaat zu rechnen.

Bürgermeister will Nachbarn kontaktieren

Falkenhahn will auf jeden Fall den Kontakt zur Nachbargemeinde Sauerlach suchen. Dort endet der 2020 eröffnete Radschnellweg, der von Oberhaching kommt. „Bisher stand ja nicht fest, wie es bei uns weitergeht“, sagt der Bürgermeister. Er will bei seiner Amtskollegin Barbara Bogner dafür werben, den Radschnellweg auf dem bestehenden Wirtschaftsweg östlich der Gleise weiterzuführen nach Süden, vorbei am Ayinger Sportplatz zur Landkreisgrenze. Dort soll dann die Raddirektverbindung im Landkreis Miesbach andocken.

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avh

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