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Holprige Piste: Die Straße zwischen Bergham und Wettlkam zerbröckelt zusehends. Die Gemeinde verhandelt nun erneut mit Grundstücksbesitzern. 

Neue Verhandlungen um Straßenausbau

Schwerer Weg nach Wettlkam

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Otterfing – Die Verhandlungen drehen sich seit Jahren im Kreis: Um die zerbröckelnde Straße von Bergham nach Wettlkam auszubauen und Versorgungsleitungenzu legen, ist die Gemeinde Otterfing auf das Entgegenkommen zweier Grundstücksbesitzer angewiesen. Jetzt eröffnet sich zwar eine neue Chance, der Bürgermeister aber ist skeptisch.

Der Ortsteil Wettlkam ist vom Rest der Gemeinde nahezu abgehängt. Die kleine Gemeindestraße, die von Bergham kommt, präsentiert sich als Flickwerk, die Trinkwasser-Leitung ist längst völlig unterdimensioniert. Abhilfe tut Not, allerdings liegen Teile der Trasse auf Privatgrund – und der Gemeinde gelingt es nicht, hier eine Einigung zu erzielen. „Das geht jetzt so seit 30 Jahren“, seufzt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU).

Konkret stehen 700 bis 1000 Quadratmeter zur Disposition, bei einem zweiten Grundstücksbesitzer wären es gerade einmal 15 Quadratmeter. Als die Verbindungsstraße angelegt und nach dem Krieg mittels einer Teerschicht „staubfrei“ gemacht wurde, war offenbar niemandem aufgefallen, dass die Trasse auch über Privatgrund führt. Über das Gewohnheitsrecht ist abgesichert, dass die Straße nicht gesperrt werden kann. Ein Ausbau aber ist nur möglich, wenn die Grundstücksbesitzer mitspielen.

Und hier hakt’s. Wie Eglseder durchblicken lässt, versuchen die Grundbesitzer, aus der Situation mehr Vorteile zu ziehen als nur den Grünlandpreis, den die Gemeinde zu zahlen bereit ist. „Es liegen Gegenforderungen auf dem Tisch, die einem Koppelungsgeschäft gleichkommen“, sagt Eglseder. Dem Vernehmen nach geht es um Bauland an anderer Stelle. Eglseder wollte sich dazu nicht äußern. „Fest steht, dass eine Gemeinde nicht erpressbar sein darf“, sagt der Bürgermeister.

Dabei wäre die Gelegenheit günstig, jetzt endlich eine Einigung zu erzielen. Denn die Telekom zieht im Frühjahr ein Breitband-Kabel für besseren Internet-Anschluss von Bergham nach Wettlkam (wir berichteten) – und würde dazu gern die Straßentrasse nützen. „Die Telekom arbeitet gerade die Feinplanung aus“, berichtete Rathaus-Geschäftsführer Markus Stark jetzt im Gemeinderat. „Wir hoffen, dass sich die privaten Grundstücksbesitzer beteiligen“, formulierte es Stark.

Im Idealfall wird die Trasse aufgegraben, um darin nicht nur das Breitbandkabel der Telekom zu verlegen, sondern auch seitens der Gemeinde eine neue Wasserleitung und weitere Leerrohre (Strom) zu versenken. Die Kosten würden sich Telekom und Gemeinde teilen. „Man könnte Synergien nutzen, jeder hätte was davon“, sagt der Bürgermeister.

Nicht zuletzt würde die Gemeinde die 1,66 Kilometer lange Straße frostsicher und schwerlasttauglich auf eine Breite von fünf Metern ausbauen; derzeit ist die Fahrbahn nur drei Meter breit. Die fünf Meter sind laut Eglseder mindestens nötig, um staatliche Zuschüsse nicht zu verwirken. Zwei Ausweichbuchten sollen Begegnungsverkehr erleichtern.

Für Straßenbau und Wasserleitung rechnet der Bürgermeister mit Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro. „Vor 14 Jahren hätten wir das Ganze um 500 000 Euro weniger bekommen“, stellt Eglseder fest. Um die schlimmsten Schlaglöcher zu flicken, hatte die Gemeinde heuer im Frühjahr 8500 Euro investiert.

Voraussetzung auch für den Straßenbau aber bleibt, dass es zur Einigung mit den zwei Grundeigentümern kommt. „Ich hoffe sehr auf eine vernünftige Lösung, damit wir 2017 bauen können“, sagt Eglseder, „leider bin ich aber nicht allzu optimistisch.“ Beide Seiten, Grundstücksbesitzer und Gemeinde, verhandeln über Rechtsanwälte.

Scheitern die Gespräche erneut, muss die Telekom eine andere Option suchen, um das schnelle Internet (mindestens 30 Mbit/s) nach Wettlkam zu führen. Laut Bürgermeister wird das Kabel dann wahrscheinlich eingepflügt. Da es sich um eine hoheitliche Aufgabe handle, darf die Telekom laut Eglseder dafür auch private Flächen nützen.

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