Ein grauer Fleck soll weg

So soll der Otterfinger Bahnhof wieder schön werden

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Der Otterfinger Bahnhof ist keine Zierde seiner Art. Es fehlen Toiletten und Überdachungen, der Bahnsteig wirkt wenig einladend. Lässt sich das ändern?

Otterfing – Bahnhof ist ein großes Wort – etwas zu groß für die Station in Otterfing, „Haltepunkt“ trifft es besser. Von Flair ist nichts zu spüren, eher von Trostlosigkeit. Die Bahn, so klagt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), zeige leider zu wenig Engagement. „Unser Bahnhof geht langsam hinüber“, seufzt er.

Als sich Florian Bartsch jüngst in der Bürgerversammlung einen modernen Ausbau des Bahnhofs wünschte, pflichtete ihm Eglseder bei, wies aber darauf hin, dass die Bahn diesbezüglich wenig Handlungsbedarf sehe. „Da heißt es, unser Bahnhof ist etwas ,unterfrequentiert‘“, zitiert Eglseder, Sprich: Es steigen in Otterfing zu wenige Fahrgäste ein oder aus. „Das sehe ich anders: Da ist immer Betrieb, und das wird immer mehr“, sagt der Rathauschef.

Einen Kiosk würde sich Bartsch wünschen, schlug er in der Bürgerversammlung vor. Hier könnte das Rathaus womöglich sogar helfen: Das alte Bahnhofsgebäude gehört seit einigen Jahren der Gemeinde. Verpachtet sind die Räume seit über 30 Jahren an die sehr rührigen Eisenbahnfreunde München Südost. „Sollte der Verein mal rausgehen, wäre ein Kiosk darin denkbar“, sagt Eglseder.

Eine ebenfalls von Bartsch ins Spiel gebrachte Vollüberdachung der Bahnsteige wäre Sache der Bahn. „Die machen aber nichts, weil in Otterfing angeblich zu wenig Frequenz feststellbar ist“, wiederholt der Bürgermeister, der sich sogar einen barrierefreien Ausbau der Bahnsteige und eventuell einen Aufzug für die Unterführung wünscht.

Auch für die Sauberkeit sei die Bahn zuständig, betont Eglseder. Richtig durchgeputzt werde nur alle drei Monate. Viel zu wenig, findet der Rathauschef. „Es gibt erschreckend viele Saubären, die in der Unterführung ihre Notdurft verrichten.“ Die Graffiti-Schmierereien an den Wänden seien ohnehin ein Dauerproblem. „Vielleicht ist es möglich, den Tunnel schön anzumalen wie das Trafohäuschen“, schlägt Florian Bartsch vor, „denn die weißen Kacheln laden Schmierfinken immer wieder ein.“

Um zumindest öffentliche Toiletten am Bahnhof anbieten zu können, überlegte der Bürgermeister, auf einer Fläche südlich des Bahnhofgebäudes zwischen Fahrradabstell-Anlage und Abgang zur Unterführung ein Häuschen zu bauen – auf Kosten der Gemeinde. Knapp 100 000 Euro wären dafür wohl fällig. Der Gemeinderat rang sich heuer bei den Haushaltsberatungen aber vorerst nur zur Freigabe von Planungskosten durch: 30 000 sind dafür vorgesehen, nächstes Jahr aber erst.

Mit diesem Geld soll außerdem planerisch abgeklopft werden, ob und wo die Gemeinde mehr Parkplätze am Bahnhof schaffen soll. Das Parkdeck im benachbarten Sauerlach könne ein Vorbild sein, regte Bartsch in der Bürgerversammlung an. Eglseder könnte sich ein zweistöckiges Parkdeck auf der Ostseite des Bahnhofs vorstellen. „Vielleicht ließe sich damit auch der Schallschutz für die Wohnhäuser dahinter verbessern.“ Auch hier habe ihn aber der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen eingebremst, klagte der Bürgermeister.

Klar ist aber: Baut die Gemeinde ein solches Parkdeck – die Kosten werden auf 200 000 bis 300 000 Euro geschätzt – ist es mit kostenlosem Parken vorbei. „Das wäre dann natürlich mit Gebühren verbunden“, macht Eglseder klar. Auch die bereits bestehenden Parkplätze im Westen würden dann wohl ebenfalls kostenpflichtig werden.

von Andreas Höger

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