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Solarpark auf alter Kiesgrube: Gemeinde könnte Sonnen-Kraftwerk bauen

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Von: Andreas Höger

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Zuwachs ist in Sicht: Dem Solarpark bei Föching-Forstbauer könnten bald neue Freiflächen-Anlagen auf ehemaligen Otterfinger Kiesgruben folgen. Gemeinde könnte auf 1,5 Hektar selbst aktiv werden
Zuwachs ist in Sicht: Dem Solarpark bei Föching-Forstbauer könnten bald neue Freiflächen-Anlagen auf ehemaligen Otterfinger Kiesgruben folgen. Gemeinde könnte auf 1,5 Hektar selbst aktiv werden © tp-archiv

Ehemalige Otterfinger Kiesgruben könnten zu „grünen Kraftwerken“ werden: Die Gemeinde hat zusammen mit dem Landkreis ein Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaikanlagen erarbeitet. Auf einer Fläche könnte die Gemeinde schnell selbst loslegen.

Otterfing – Das Thema ist nicht neu, bekommt aber durch die Energiepreis-Krise aktuell Brisanz: Große Photovoltaik (PV)-„Felder“ sollen helfen, den Landkreis bis 2035 unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen. Bei der Suche nach geeigneten Standorten will der Landkreis mit den Kommunen Karten entwerfen, die als gemeinsame „Absichtserklärung“ Projekte beschleunigen sollen. „Eine Art Anschub“, wie es Otterfings Bauamtsleiter Hubert Zellner am Dienstag bei der ersten Diskussion im Bauausschuss formulierte.

Landratsamt und Gemeinde orientierten sich bei ihrem Entwurf an der in den EEG-Richtlinien vorgegebenen „Flächenkulisse“, demnach vordringlich Seitenrandstreifen von beiderseits 200 Metern entlang von Autobahnen und Bahntrassen für Freiflächen-PV in Frage kommen; zusätzlich möglich sind in Bayern landwirtschaftlich „benachteiligte Gebiete“; das kann Acker und Grünland sein – oder eine Kiesgrube.

„Das Landratsamt ist auf uns zugekommen, gemeinsam haben wir einen Entwurf erarbeitet“, erklärte Zellner. Markiert wurde zunächst der besagte Streifen entlang der Bahn, allerdings wird der größte Teil davon gleich wieder als „ausgeschlossen“ für PV-Nutzung eingestuft. „Den Siedlungsbereich wollten wir aussparen“, erklärte Zellner. Allerdings: Die Bereiche südlich von Holzham bis kurz vor dem Teufelsgraben-Wald sowie ganz im Norden westlich der Gleise sind noch als „mäßig geeignet“ gelistet, ebenso eine kleine Fläche ganz im Norden westlich der Staatsstraße vor dem Wald.

Die mit „Prio 1“ und „gut geeignet“ versehenen Flächen finden sich ausschließlich auf dem Kiesgruben-Gürtel zwischen Bahn und Markweg. „Dort sehen wir das größte Potenzial für Freiflächen-Photovoltaik“, sagte Zellner. Einige Bereiche davon sind bereits rekultiviert, andere werden in den nächsten Jahren folgen. Laut Zellner liegen dort Stromleitungen, an die sich Modulfelder relativ unkompliziert anschließen lassen. Da unweit davon im Wald auch das Otterfinger Windrad entstehen soll, „könnte das Gebiet unser ,Energie-Eck’ werden“, erklärte der Bauamtsleiter.

Zweiter Bürgermeister Gerhard Heimerer (CSU), der als Sitzungsleiter fungierte, wies darauf hin, dass die Gemeinde im Kiesgruben-Bereich selbst über Grundstücke verfüge. „Und es werden vermutlich noch mehr werden“, deutete Zellner an. Bereits in gemeindlichem Besitz befinden sich rund 1,5 Hektar einer verfüllten Kiesgrube. Eine Option, die Hubert Baldauf (Grüne) hellhörig machte: „Wir sollten da möglichst bald was umsetzen – als Signal, dass wir es ernst meinen mit der Energiewende.“

Auf Nachfrage Baldaufs machte Zellner deutlich, dass das Standortkonzept nicht in Stein gemeißelt ist: „Es ist eine Empfehlung, die Planungshoheit liegt letztlich immer bei der Gemeinde.“ Grundsätzlich sei durchaus möglich, Grundstücke für PV-Anlagen freizugeben, die nicht in der Standortkarte auftauchen. Die „Prio 1“-Gebiete der Standortkarte werde das Landratsamt aber proaktiv angehen und bei den Grundstücksbesitzern die Bereitschaft abklopfen, ob sie sich eine PV-Freiflächenanlage vorstellen können. Georg Schlickenrieder (CSU) regte an, auch den ausgeschlossenen Geländestreifen östlich der Bahn bei Holzham für PV vorzusehen: „Dort planen wir doch keine Bebauung.“

Nach der Vorbesprechung im Bauausschuss ist der Gemeinderat in seiner Sitzung am 22. November gefordert, über das Standortkonzept zu den PV-Freiflächenanlagen abzustimmen.

Ein weiteres aktuelles Thema aus Otterfing: Die Straße nach Wettlkam wir bald freigegeben.

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