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Probleme mit dem Lärmschutz gibt es am bisherigen Standort des Otterfinger Sportgeländes am Nordring.

Gemeinderat Otterfing

Sportzentrum: Die Dietramszeller Straße soll es werden

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Kein Projekt in der Gemeinde Otterfing ist so umstritten wie das Sportzentrum. Jetzt hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie zum Standort an der Dietramszeller Straße in Auftrag gegeben.

Otterfing – „Historisch“ nannte Gemeinderat Max Ruf (SPD) das, was der Otterfinger Gemeinderat jetzt in seiner Sitzung beschlossen hat: eine Machbarkeitsstudie für den Sportzentrum-Standort an der Dietramszeller Straße. Im Wesentlichen herrschte im Gremium Einigkeit – lediglich einer konnte sich mit dieser Lösung nicht so recht anfreunden: Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU).

In einer Klausurtagung Anfang Mai hatte der Gemeinderat über sieben mögliche Standorte für das neue Sportzentrum beraten. Wie Till Fischer von AKFU Architekten und Stadtplaner nun im Gemeinderat berichtete, scheiden sechs davon aus unterschiedlichen Gründen aus. Übring blieb eine fünf Hektar große Fläche nördlich der Dietramszeller Straße am westlichen Ortsausgang. Zunächst stimmte der Rat darüber ab, eine Weiterverfolgung des Standorts am Nordring auszuschließen. Die Begründung: Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Lärmschutzrichtlinien (wir berichteten) und der Mangel an Erweiterungsmöglichkeiten. Ruf äußerte den Wunsch, zudem den Nebensatz „sofern die Realisierung am Standort Dietramszeller Straße nicht gegeben ist“, aufzunehmen. Dem folgte das Gremium einstimmig.

Auch in Punkt zwei, den Vorgaben für die Planung (siehe Kasten), herrschte unter den Gemeinderäten Einigkeit. Einzig Eglseder stimmte der Planung in ihrer derzeitigen Form nicht zu – dem Rathauschef war diese zu wenig zukunftsorientiert: „Das ist eher eine Reduzierung als eine Erweiterung. Da gehören noch ein paar Sachen dazu.“

Angesichts der angespannten Haushaltslage nicht dazugehören sollte Rufs Meinung nach eine eigenständige Gastronomie. Der selben Meinung waren auch Thomas Hogger (Grüne) und Andreas Eichhorn (SPD), der einen Zuschussbetrieb witterte, den sich die Gemeinde nicht leisten könne. Ferdinand Höchstetter (CSU) erinnerte daran, dass es sich vorerst lediglich um ein Planung handle. „Was daraus wird, sehen wir dann.“ Ulrike Stockmeier (FWG) sprach sich dafür aus, die Gastronomie mit einzuplanen. „Es gibt nur wenig Sportstüberl, die funktionieren“, räumte die Vizebürgermeisterin ein. „Aber die Vereine wünschen sich eine Bewirtung.“

Um die Vereine ging es auch Gerhard Heimerer und Robert Schüßlbauer (beide CSU), die sich – im Falle eines Verzichts auf die Gastronomie am neuen Standort – zumindest den Fortbestand jener am Altstandort wünschten. Eglseder stieß ins gleiche Horn. „Wenn wir keine Gastronomie haben, dann ist das der schleichende Tod der Vereine.“ Mit 10:5 Stimmen beschloss der Rat schließlich die Aufnahme der Gastronomie ins Planungsprogramm.

Abschließend beauftragte der Gemeinderat das Architekturbüro mit dem Erstellen einer Machbarkeitsstudie – erneut gegen die Stimme von Eglseder. Zum einen, so der Bürgermeister, fehle es am neuen Standort an Erweiterungsmöglichkeiten, zum anderen empfinde er die Planung als massiven Eingriff in die Natur. Schließlich sei die Hangkante Richtung Wettlkam ortsprägend. „Ich als gebürtiger Otterfinger kann dem nicht zustimmen. Das würde mir im Herzen weh tun.“

Wie der nächste Schritt aussieht, entscheidet sich am 11. Juli. Dann will Fischer die Studie vorstellen.

Das soll im neuen Sportzentrum unterkommen

-Dreifachsporthalle mit Foyer, Tribüne und Mehrzwecknutzung

-Zwei Mehrzweckräume (8 mal 15 Meter) mit Materialraum

-Besprechungsraum (etwa 100 Quadratmeter, in vier Teile teilbar)

-Catering-Küche, Lagerraum für Vereinsnutzung

-Schützenheim (20 Schießstände, Garderobe, Abstellräume, Küche, Stüberl)

-Sechs Umkleiden, drei Sanitärbereiche, Material- und Spielmittelräume für den Freisport

-Tribüne mit Überdachung

-Fußballplätze (zweimal Großspielfeld, einmal Kleinspielfeld)

-100-Meter Laufbahnen, Anlage für Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, zwei Beachvolleyballplätze

-Vier Stockbahnen, notwendige Stellplätze, Beachvolleyballplätze. Stockbahnen sind nötigenfalls im Umfang zu reduzieren beziehungsweise andernorts unterzubringen

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