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Angedacht Lage des Sportzentrums neben Bergham. Ein fauler Kompromiss - fürchten die Berghamer.

Nach Kritik von Anwohnern

Sportzentrum in Bergham? Am Dienstag wird verhandelt

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Ein Sportzentrum auf Hangwiesen vor den Toren Berghams? Viele Berghamer und Otterfinger halten diese Idee für grundverkehrt. Am Dienstag wird ihr Anliegen im Gemeinderat verhandelt.

Otterfing Als der Gemeinderat Ende Mai – mit großer Mehrheit – eine detaillierte Machbarkeitsstudie für ein Sportzentrum nördlich der Dietramszeller Straße in Auftrag gab, schrillten in vielen Berghamer Häusern die Alarmglocken. Was an der Kreuzstraße im Osten offenbar nicht erwünscht ist, am Altstandort kaum mehr möglich, das soll nun auf 5,5 Hektar Wiese westlich von Bergham Gestalt annehmen: Das Otterfinger Sportzentrum der Zukunft.

Eine schnell einberufene Versammlung führte zur Gründung einer Interessensgemeinschaft (IG) Bergham. Mittlerweile unterstützen etwa 250 Berghamer und Otterfinger das Ziel der IG, den Gemeinderat in Sachen Dietramszeller Straße einzubremsen. Noch liegt die Machbarkeitsstudie zwar nicht vor – sie soll Ende Juli präsentiert werden – doch die Berghamer sind sich sicher: Wenn eine vergleichende Abwägung stattfindet, wo ein Sportzentrum Natur und Landschaft am stärksten beeinträchtigt, kann die Wahl nicht auf Bergham fallen.

Grüne Wiese: Hier könnte mal ein Sportzentrum stehen.

„Von uns kann sich keiner vorstellen, dass die Machbarkeitsstudie für den Standort an der Dietramszeller Straße positiv ausfällt“, sagt Manuela Oetter, die sich mit Cornelia Seitz, Valentin Eder und Brigitte Killer als Sprecherin der IG engagiert. Doch die Berghamer befürchten, dass nach der aufgeheizten Debatte zwischen den möglichen Standorten Kreuzstraße und dem Ausbau des bestehenden Geländes am Nordring „ihr“ Standort als politischer Kompromiss herhalten muss. „Ein Festhalten am Kompromiss-Standort Dietramszeller Straße Nord ohne nochmalige Prüfung von Alternativen, nur weil das Thema endlich abgeschlossen werden muss, wäre die schlechteste Variante“, heißt es im Antrag an den Gemeinderat. Ein Eingriff würde das prägende Landschaftsbild unwiederbringlich zerstören. „Dies haben die Entscheidungsträger über Generationen hinweg zu verantworten“, betont die IG.

Tatsächlich sind die besagten 5,5 Hektar Wiese, die von der Gemeinde erst jüngst erworben wurden, noch nie in einem Standortvergleich bewertet worden. Im Zuge der Standortsuche 2011 hatte die Gemeinde sechs Alternativen unter die Lupe genommen, darunter eine Fläche südlich der Dietramszeller Straße am Waldrand – also auf der anderen Straßenseite. Die IG weist darauf hin, dass selbst dieser Standort damals nur an die 4. Stelle gesetzt worden war. An erster Stelle landete das Areal an der Kreuzstraße.

Der Standort nördlich der Dietramzeller Straße, so die IG, würde nach den Kriterien von 2011 „mit Abstand auf dem letzten Platz landen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Als Kronzeuge dient hier das Ortsentwicklungskonzept, in dem zu lesen ist: „Die besonders markante Geländekante bei Bergham sollte von weiterer Bebauung freigehalten werden.“

Unterstützt wird der Antrag in der Sitzung durch einen Kurzvortrag, der die landschaftliche Wertigkeit der fraglichen Fläche erläutern soll. Professor Matthias Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Fachgebiet für Vegetationsökologie) wird diese Aufgabe übernehmen. Die Sitzung beginnt am Dienstag, 11. Juli, um 19.30 Uhr im Otterfinger Hof.

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