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Es bröckelt: Im Gemeinderat zeichnete sich ab, dass beim Verbleib des Otterfinger Sportzentrums am Nordring einige Sparten wie die Fußballer wohl ausgelagert werden müssen.

Sportzentrum Otterfing

Lärmschutz erfordert Abstriche

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Otterfing - Die Anzeichen verdichten sich: Will die Gemeinde Otterfing das Sportzentrum am Nordring ausbauen, bleiben einige Sportarten auf der Strecke. Der Lärmschutz fordert seinen Tribut. Immer häufiger ist vom Auslagern einzelner Disziplinen die Rede. Endlich geht es auch um ein nicht unwesentliches Kriterium – ums liebe Geld.

Das Lärmschutz-Gutachten, vorgestellt kurz vor Weihnachten, klingt den Gemeinderäten noch immer in den Ohren. Gutachter Dominik Prislin vom Ingenieurbüro Rüdiger Greiner hatte die klare Botschaft vermittelt, dass angesichts der benachbarten Wohnbebauung ein Ausbau des alten Sportzentrums kaum möglich ist (wir berichteten). Selbst eine acht Meter hohe und 200 Meter lange Schutzwand würde nicht viel weiterhelfen. Und der Bestandsschutz verfalle bereits, wenn die Gemeinde eine Sanierung startet. Der Bürgerentscheid von 2015 verpflichtet die Gemeinde jedoch, am alten Standort nach einer Lösung zu suchen. 

So gibt es einen neuerlichen, sehr wahrscheinlich letzten Anlauf, die Hürden am Nordring zu nehmen: Auf Vorschlag von Michael Falkenhahn (SPD) arbeitete der Sportausschuss sechs Varianten aus, die Lärmgutachter Prislin auf Machbarkeit abklopfen soll (siehe Kasten). Von einem Hartplatz ist ohnehin keine Rede mehr, zur Disposition stehen ebenfalls Stockschützen, Beachvolleyballer, ja sogar die Fußballplätze. Für überflüssig hält Robert Schüßlbauer (CSU) die vertiefte Lärmanalyse. 

„Vielleicht akzeptiert man ja danach wenigstens die eindeutigen Ergebnisse.“ Letztlich sei es aber schade um die „paar tausend Euro, die das wieder kosten wird“. Fraktionskollege Florian Rothbauer wertet die sechs Varianten als deutliche Hinweise, dass ein Großteil der Sportarten nicht am Nordring bleiben kann: „Das geht in Richtung Verlagerung.“ Wenn sogar die Fußballplätze betroffen seien, habe das nichts mehr mit der Aussage des Bürgerentscheids zu tun.

Gutachter Prislin soll sich ans Werk machen und seine Analysen dem Sportausschuss hinter verschlossenen Türen vorstellen. Auch je zwei Vertreter der Bürgerinitiative, die den Bürgerentscheid durchgesetzt hatte, und des TSV sollen dabei nichtöffentlich Fragen stellen können. Der Öffentlichkeit wird das Ergebnis erst bei einer Gemeinderatssitzung Anfang April präsentiert. Thomas Hogger (Grüne) bestand darauf, dass die Gemeinderäte rechtzeitig vorher die überarbeitete Expertise Prislins zum Einarbeiten bekommen. 

In dieser Sondersitzung werden auch Kreisbaumeister Werner Pawlovsky, Florian Brand von der Immissionsschutzbehörde im Landratsamt sowie Till Fischer vom Planungsbüro Rede und Antwort stehen. Fischer wird zudem erstmals detailliertere Kostenschätzungen vorlegen. „Er hat zugesagt, dass das sogar für einzelne Module wie Dreifachhalle oder Fußball-Tribüne möglich ist“, sagte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). „Gut, dass wir endlich auch übers Geld sprechen“, fand Schüßlbauer, „davon haben wir ja lange gar nichts gehört.“ Im Sportausschuss war dieses Thema umstritten gewesen, Eglseder ließ daher namentlich abstimmen. Es kam aber keine Gegenstimme. 

Diskussionen gab es übers Procedere. Um BI und TSV-Vertreter frühestmöglich mit Infos zu versorgen, wünschten sich etwa Andreas Eichhorn, Michael Falkenhahn (beide SPD) sowie Thomas Hogger und Hubert Baldauf (beide Grüne) nichtöffentliche Vorlaufrunden auch mit dem Planer und den Landkreis-Vertretern. „Die Herren vom Landratsamt kommen einmal – und nicht so oft, wie der Gemeinderat das will“, betonte Eglseder. „Warum sollte man das im stillen Kämmerlein besprechen?“, fragte Schüßlbauer. Es handle sich um wichtige Hintergründe zum Thema Sportzentrum, ergänzte der Bürgermeister, „das interessiert bestimmt die gesamte Öffentlichkeit“.

Von Andreas Höger 

Sechs Varianten werden geprüft

Um dem strengen Lärmschutz gerecht zu werden, müsste die Gemeinde beim Ausbau des Sportzentrums am Nordring wahrscheinlich Abstriche beim künftigen Angebot in Kauf nehmen. Lärmgutachter Dominik Prislin soll sechs Szenarien durchspielen. 

Variante 1: Kein Hartplatz, Stockschützen und Beachvolleyballer verlagert an einen anderen Standort. 

Variante 2: Wie Variante 1. Zusätzlich eine Dreifach-Turnhalle, die südlich an den Nordring anschließt und auch als Schallschutz dienen könnte. 

Variante 3: Wie Variante 2. Zusätzlich ein maßvoller Lärmschutz (maximal vier Meter hoch) und eine Tribünenüberdachung. 

Variante 4: Wie Variante 3. Zusätzlich unter Berücksichtigung eines „optimierten“ Fußballbetriebs. 

Variante 5: Wie Variante 1. Zusätzlich mit an einen anderen Standort verlegten Fußballplätzen.

Variante 6: Alle üblichen Otterfinger Großveranstaltungen am Sportzentrum sollen hinsichtlich des Schallschutzes und der Parkplatz-Situation geprüft werden. (avh)

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