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Wohin mit einem neuen Sportzentrum? Eine Kostenschätzung für die Sanierung der Altanlage am Nordring (vorne) lehnte der Gemeinderat jetzt ab. Könnte doch ein Standort westlich von Bergham in Frage kommen? Im Bildhintergrund ist vor dem Wald die Hangkante des fraglichen Areals zu erkennen.

Sportzentrums-Abstimmungen

Bergham bleibt im Rennen

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Ein Sportzentrum bei Bergham? Vielleicht doch. Eine Sanierung des Altstandorts? Kein Interesse. Der Otterfinger Gemeinderat überraschte mit zwei Entscheidungen, die nicht nur Berghamer ratlos zurücklassen.

Otterfing – Die Sachlage schien klar. Ende Juli wurde dem Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie präsentiert, die ein Sportzentrum westlich von Bergham als vergleichsweise teuer und landschaftlich fast frevlerisch brandmarkte. 

Die Interessensgemeinschaft (IG) Bergham sah sich in ihren Sorgen bestätigt, zumal auch das Landratsamt von diesem Standort an der Dietramszeller Straße abriet. Die Kuh schien vom Eis. Allerdings: Einen Beschluss fasste der Gemeinderat im Mai nicht, man wollte über den Sommer die Ergebnisse sacken lassen.

„Der Sommer ist vorbei“, stellte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) am Dienstag im Gemeinderat fest, „es ist Zeit für eine Entscheidung.“ Er schlug vor, den Standort Dietramszeller Straße angesichts der Berghamer Proteste und der deutlichen Expertisen endgültig ad acta zu legen. „Eine Fortführung der Planung ist nicht zielführend“, formulierte er seinen Beschlussvorschlag.

Diesen Beschluss hätte Ulrike Stockmeier (FWG) gerne erweitert gehabt: „Wenn wir den Standort Bergham schließen, dann bitte ebenfalls gleich den Standort an der Kreuzstraße.“ Auch dort gebe es schließlich Proteste von Anwohnern, auch dort seien negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu befürchten. Auch den Bürgerentscheid von 2015 führte sie als Argument gegen die Kreuzstraße an, obwohl im Abstimmungstext damals nur von einem Ausbau des Altstandorts am Nordring die Rede war.

Auf eine Beschluss-Verknüpfung ließ sich Eglseder, bekennender Befürworter des Kreuzstraßen-Standorts, aber nicht ein; das stehe so nicht auf der Tagesordnung. „Dann stelle ich hiermit einen Dringlichkeitsantrag“, sagte Stockmeier. Diese „Dringlichkeit“ sah Rathaus-Geschäftsleiter Markus Stark aber nicht. „Wenn ein Antrag zur Kreuzstraße kommt, werden wir ihn in der nächsten Sitzung behandeln“, sagte Eglseder.

Der einzige weitere Diskussionsbeitrag kam von Andreas Eichhorn (SPD): „Ehe wir nicht ein klares Konzept haben, stimme ich nicht über den Ausschluss eines Standorts ab.“ Bei der namentlichen Abstimmung votierte eine 10:6-Mehrheit gegen die „Beerdigung“ des Standorts bei Bergham. Die zehn Stimmen kamen von Hubert Baldauf, Thomas Hogger (Grüne), Stefan Burgmayr, Stockmeier Katharina Kirmayr (FWG), Eichhorn, Max Ruf, Roberto Sottanelli, Michael Falkenhahn (SPD) und Georg Schlickenrieder (CSU).

Bergham bleibt damit auf der Tagesordnung. In einer zweiten Abstimmung lehnte es eine 9:7-Mehrheit ab, für die Sanierung des Altstandorts eine belastbare Kostenschätzung erstellen zu lassen. Etwa 19 000 Euro hätte das gekostet. „Das alte Gutachten ist 15 Jahre alt und überholt“, sagte Eglseder. „Wie viel davon zahlt der TSV“, fragte Hogger. Der TSV sei nicht zuständig, stellte Eglseder klar, die Gemeinde sei Besitzer der Gebäude. Gegen ein Gutachten votierten Baldauf, Hogger, Karl Einwanger (Grüne), Burgmayr, Stockmeier, Eichhorn, Ruf, Sottanelli und Falkenhahn.

„Wie soll’s jetzt weitergehen?“, fragte Eglseder in die Runde, „ist das Thema Sportzentrum damit gestorben?“ Antworten gab es keine.

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