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Alternative im Westen: Nördlich der Ahorn-Allee an der Dietramszeller Straße besitzt die Gemeinde etwa fünf Hektar Wiesengrund.

Allerdings gibt es ein Problem

Sportzentrum: Eine neue Standort-Alternative?

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Auf der Suche nach einem neuen Sportzentrum für Otterfing rückt nun eine dritte Standort-Alternative in den Fokus: Westlich von Bergham. Allerdings gibt es ein Problem.

Otterfing Lange erhitzte sich die Diskussion um ein Sportzentrum in einem Zweikampf: Entweder ein großzügig bemessenes Sportzentrum an der Kreuzstraße östlich von Otterfing oder ein Um- und Ausbau des Altstandorts am Nordring. Jetzt taucht ein dritter Kandidat auf – im Westen der Gemeinde.

Nach einem Bürgerentscheid im März 2015 schienen die Würfel für den Altstandort gefallen. Weitere Untersuchungen im Vorjahr machten jedoch deutlich, dass insbesondere der Lärmschutz allen Neubauplänen am Nordring deutliche Grenzen setzt.

Nach einer Klausursitzung im Herbst 2016 verständigte sich der Gemeinderat, angesichts der verfahrenen Situation die brisante Standort-Thematik neu aufzurollen. Man ging dorthin zurück, wo man schon einmal gestartet war. Sieben mögliche Standorte wurden erneut abgeklopft. Bei den Gesprächen mit den Grundstücks-Besitzern waren Vertreter aller Fraktionen dabei. Einen Durchbruch erzielten die gemeindlichen Delegationen aber offenbar nicht. „Die Verhandlungen schleppen sich“, sagte Bürgermeister Jakob Eglseder Anfang Januar.

Auf jeden Fall hat das Rathaus seit Kurzem ein drittes Eisen im Feuer, eine frisch erworbene Wiesenfläche westlich von Bergham. Nördlich der Ahorn-Allee (MB 5), die nach Erlach führt, liegen fünf Hektar Wiesengrund. Das Gelände, das auf dem Berghamer Moränenhügel liegt, fällt deutlich nach Norden ab. Trotzdem ist theoretisch denkbar, über eine Zufahrt von der Kreisstraße eine Sportanlage zu erschließen.

Um belastbare Aussagen zur Tauglichkeit des Geländes zu bekommen, setzte Eglseder noch vor seinem Urlaub das Thema Machbarkeits-Studie auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstag. „Das bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen“, bekannte Zweite Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FWG), die für den urlaubenden Eglseder die Sitzung leitete. Sie räumte aber ein, dass „wir vielleicht einen Fachmann draufschauen lassen sollten, dann kämen wir wieder etwas voran.“

Michael Falkenhahn (SPD) war wenig begeistert. Man habe sich in der Klausur darauf geeinigt, dass es bis auf Weiteres nur um den Bau einer Dreifach-Sporthalle gehe: „Mich stört, dass hier eine Machbarkeits-Studie für ein ganzes Sportzentrum zur Debatte steht.“ Warum gebe die Gemeinde 15 000 Euro aus „für etwas, das wir gar nicht brauchen?“ Für Fraktionskollege Max Ruf stimmte die Reihenfolge nicht. Erst gelte es, wie vereinbart die Kriterien und deren Priorität für ein Sportzentrum festzulegen. „Eine solche Studie nimmt doch was vorweg“, sagte Ruf, „das entwickelt sich hier wirklich langsam zur Posse.“

Was vergebe man sich denn mit der Machbarkeitsstudie, fragte Robert Schüßlbauer (CSU). Das Gelände sei topografisch nicht unproblematisch, da sei es doch sinnvoll, einen externen Fachmann zu hören. „Ich will wissen, ob wir dort eine Dreifach-Sporthalle unterbringen können oder nicht“, sagte Stefan Burgmayr, der auch betonte: „Wir brauchen nicht alles auf einem Platz.“ Das Zögern der SPD-Kollegen konnte Ferdinand Höchstetter (CSU) nicht verstehen: „Wir sollten uns freuen, dass wir als Gemeinde eine zusätzliche Option haben.“ Georg Schlickenrieder (CSU) appellierte an die Kollegen, „das Thema nicht zu zerpflücken“.

Sein Appell zeigte Wirkung. „Wir wollen ja nichts verhindern“, sagte Falkenhahn. Einstimmig bestellte das Gremium die Machbarkeitsstudie, nachdem der Begriff „Sportzentrum“ aus dem Beschlusstext gestrichen worden war. Untersucht werden soll, ob auf dem Gelände eine große Sporthalle mit Parkplätzen und weiteren Sportflächen möglich wäre – und was das kosten würde.

Die Studie soll laut Stockmeier „so schnell wie möglich“ vorliegen. Über die tatsächlichen Kosten der Untersuchung beriet der Rat in nichtöffentlicher Sitzung.

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