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Kreativität ist gefragt: Der Gemeinderat hat beschlossen, am alten Standort ein neues Sportzentrum zu schaffen. Drei bis vier Architekten sollen pfiffige Lösungen aufzeigen, die auch dem Lärmschutz Rechnung tragen. 

Sportzentrum Otterfing

Neue GroKo versucht’s am alten Standort 

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Nach langem Taktieren raufte sich jetzt im Otterfinger Gemeinderat eine Große Koalition zusammen – und setzte beim Sportzentrum einen Kurs ab: Die Standorte Bergham und Kreuzstraße werden aufgegeben. Stattdessen wird nach einer Neubau-Lösung am Altstandort gesucht, wieder einmal. 

Otterfing– Mit zwei nur teilweise unterschiedlichen Anträgen waren die CSU-Fraktion und ein Bündnis aus FWG, SPD und Grünen (ohne Karl Einwanger) in die Sitzung gegangen. Im Verlauf der zweistündigen Debatte wurde klar: Im Vorfeld hatten diplomatische Drähte geglüht. Bei diesen Sondierungen war offenbar vereinbart worden, gemeinsam die Standorte Bergham und Kreuzstraße zu Fall zu bringen.

Was den Altstandort anbelangt, versuchte es die CSU zunächst ohne neue Halle, sondern mit einem Anbau für Fußballer-Umkleiden. Nach einer Sitzungsunterbrechung schwenkte die CSU jedoch mehrheitlich auf die Linie der anderen Fraktionen ein, die noch einmal einen Anlauf nehmen wollen, irgendwie eine Dreifachhalle samt Ertüchtigung der Außenanlagen am Nordring unterzubringen.

Die konsequente Absage der „GroKo“ an die beiden Alternativ-Standorte isolierte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Als einziger stimmte er dagegen, beide Alternativen zu kippen. Nur bei Bergham, wo der Landschaftsschutz eine klare Sprache spreche, wäre er dabei gewesen; den von ihm favorisierten Standort Kreuzstraße gab er nicht preis.

„Es ist die einzig verbliebene Option zur Gestaltung eines zukunftsträchtigen Sportzentrums“, betonte Eglseder. Die oft kritisierte schlechte Verkehrsanbindung könne man verbessern, bei den Genehmigungsbehörden gelte die Kreuzstraße als „guter Standort“.

Die CSU-Fraktion jedoch opferte auch die Kreuzstraße, „vor allem aufgrund großer Vorbehalte in der Bevölkerung“, wie Fraktionssprecher Robert Schüßlbauer sagte. Ein Entgegenkommen der nur sechsköpfigen Fraktion, um eine absehbare Abstimmungs-Niederlage zu vermeiden.

Am Altstandort warb Schüßlbauer für eine kleine Lösung. Die alte Halle solle bis auf Weiteres bleiben, die Gastronomie als „wichtiger Bestandteil des Vereins- und Gesellschaftslebens“ dürfe keinesfalls wegfallen. In einem kleinen Neubau zwischen Beachvolleyball-Platz und Stockbahnen wollte die CSU neue Umkleiden für die Fußballer unterbringen. „Vielleicht wäre auch ein Gymnastikraum, drin“ sagte Schüßlbauer. Dies alles sei für eine Million Euro zu haben.

Den anderen Fraktionen war das zu wenig. Drei bis vier Architekten wolle man einladen, sagte Ulrike Stockmeier (FWG), um „kreative Lösungen“ für eine Runderneuerung des Sportzentrums samt neuer Halle zu bekommen.

Rund 12 000 Euro kosten die Architekten, hatte Michael Falkenhahn (SPD) ausgerechnet. Stockschützen und Beachvolleyball hätten aber keinen Platz mehr. „Unanständig“, fand das Schüßlbauer. „Wir brauchen ein Konzept für alle“, forderte Ferdinand Höchstetter (CSU).

Fünf bis sieben Millionen Euro, so schätzt Stockmeier, werde die Halle kosten. Das reiche nicht, sagte Eglseder, er gehe mindestens vom Doppelten aus. Völlig ungeklärt sei die Finanzierung, ohne Schulden sei das nicht zu machen. Und niemand wisse, ob beim Lärmschutz der Altanlagen-Bonus alle Neubauten abdecke. „Eine Großverschuldung wie beim Aula-Bau darf es nicht mehr geben“, betonte Schüßlbauer. Trotzdem müsse man jetzt endlich vorwärts kommen, mahnte Andreas Eichhorn (SPD), „auch wenn wir vielleicht noch Kröten schlucken müssen“.

Die CSU gab schließlich nach. „Ich will hier keine Kampfabstimmung“, sagte Georg Schlickenrieder. Als in den Beschluss mitaufgenommen wurde, dass wenigstens eine kleine Gastronomie vorzusehen ist und während eines Neubaus der Betrieb in der alten Halle nicht ausfällt, stimmte nur Höchstetter gegen den Antrag von FWG, SPD und Grünen. Selbst Eglseder reihte sich ein, „zähneknirschend“, wie er grummelte. Er will die Beschlüsse aber hinsichtlich der Belastbarkeit des Haushalt von der Kommunalaufsicht des Landratsamts prüfen lassen.

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