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Hat das Sportzentrum am Nordring ausgedient? Die Nähe zur Wohnbebauung (r.) setzt den Möglichkeiten einer Überplanung Grenzen. Die Gemeinde will die Suche nach alternativen Standorten jetzt neu aufrollen.

Alles soll wieder möglich sein...

Sportzentrum: Macht der Gemeinderat den Bürgerentscheid rückgängig?

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Otterfing - Der Gemeinderat will die Standortsuche fürs Sportzentrum neu aufrollen. Motto: Alles ist wieder möglich, nix ist fix. Wird das Bürgervotum aufgehoben?

Fünf Stunden lang steckten die Otterfinger Räte die Köpfe zusammen, um in Sachen Sportzentrum wieder in eine Spur zu finden.

Neues Sportzentrum in Otterfing - die unendliche Vorgeschichte

Zur Erinnerung: Die Diskussion war vor etwa zwei Jahren heißgelaufen, als die Gemeinde sieben Hektar landwirtschaftliche Fläche südöstlich des Dorfs an der Kreuzstraße erworben hatte, im Außenbereich. Dass dies der designierte Standort für ein neues Sportzentrum werden sollte, wie es sich besonders Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) vorstellte, rief Gegner auf den Plan, die einen Bürgerentscheid durchsetzten – auch mit Unterstützung von SPD, Grünen und Freien Wählern.

Bürger wählten alten Standort - und zwar: "angemessen und finanzierbar"

Im März 2015 votierte tatsächlich eine deutliche Mehrheit der Otterfinger (72 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 61 Prozent) dafür, ein neues Sportzentrum am alten Standort Nordring zu entwickeln – und zwar „angemessen und finanzierbar“. Es folgten weitere Gutachten und Modellplanungen, die bald indes zwei Problemfelder offen legten: Es fehlt der Platz, um alle Wünsche der Sportler bedienen zu können. Und vor allem: Strenge Lärmschutz-Vorgaben bedrohen sogar schon den bestehenden Betrieb am Nordring. Mittlerweile ist auch die formale Bindungsfrist an den Bürgerentscheid abgelaufen.

Gemeinderäte treffen sich hinter verschlossenen Türen

Die Klausur sollte dazu beitragen, die Dinge neu zu ordnen, nachdem sich der Pulverrauch der Debatte gelegt hatte. Die Räte trafen sich abgeschirmt von der Öffentlichkeit, man leistete sich einen professionellen Moderator. Das Konzept ging auf, wie Beteiligte versichern. „Angenehme Gespräche“ seien es gewesen, berichtet Ulrike Stockmeier (FWG). Michael Falkenhahn (SPD) spricht von einer „guten Arbeitsatmosphäre“. Alle hätten sich bemüht, konstruktiv zu sein, stellte Karl Einwanger (Grüne) fest. 

Zurück zum Anfang: „Eine Dreifach-Turnhalle – das war allen das Wichtigste“

Moderator Norbert Matschiner führte die Räte zurück zur Basis, wo die Reise einst gestartet war. „Eine Dreifach-Turnhalle – das war allen das Wichtigste“, glaubt der Bürgermeister. „Die Sporthalle bleibt der kleinste gemeinsame Nenner“, sagt Einwanger. Geschätzte Kosten: fünf bis sechs Millionen Euro.

Eine Mehrzweckhalle, in der etwa auch Faschingsbälle oder Konzerte stattfinden könnten, ist damit aber nicht gemeint. „Das ist eine ganz andere Hausnummer“, sagt Eglseder. Er betont, dass eine neue Dreifach-Halle auch keine Verdreifachung der Nutzungsmöglichkeit bringe, da manche Sportarten mindestens zwei Hallendrittel brauchen. „Es wäre eher eine Verdoppelung gegenüber unserer Einfachhalle.“

Standort? Da scheiden sich die Geister

Nur wo soll eine neue Halle stehen? Hier trennen sich die Wege. Ein Neubau am Nordring sei machbar, sagt Eglseder, „wäre aber nicht zukunftsfähig“. Er verweist auf den Lärmschutz und warnt davor, durch eine kleine und vermeintlich günstigere Lösung, die auch auf Gastronomie verzichtet, wichtige Treffpunkte für Ortsvereine zu opfern: „Wir können unseren Vereinen nicht den Platz unter dem Hintern wegziehen.“

Um eine Halle zu finanzieren, schlägt Eglseder vor, die alten Fußballplätze als Bauland möglichst für Einheimische zu vermarkten. In einem ersten Schritt wären also die Fußballplätze zu verlegen. „Die Bürger würden nicht verstehen, wenn wir dafür die Kreuzstraße nicht in Betracht ziehen“, sagt Eglseder, „der Grund dort gehört bereits der Gemeinde.“

„Es werden diesmal Vertreter aller Fraktionen mit dabei sein“

Allerdings sollen neben der Kreuzstraße auch andere Alternativstandorte noch einmal geprüft werden. Nördlich der Dietramszeller Straße etwa, westlich von Bergham, gehören der Gemeinde immerhin fünf Hektar Grund. Zudem soll auch mit privaten Grundstückseigentümern neu verhandelt werden. „Es werden diesmal Vertreter aller Fraktionen mit dabei sein“, kündigt der Bürgermeister an. 

Denkbar ist grundsätzlich auch, mehrere Standorte zu realisieren, wenn an einem der Platz nicht reicht. „Das käme insgesamt teurer“, glaubt Eglseder, „und es ginge die Idee eines gemeinsamen Treffpunkts verloren.“ Er will weiter für seine Idee werben, das Sportzentrum schrittweise vom Nordring an nur einen neuen Standort zu verlagern. 

Bürgermeister für Verlegung - andere wollen sich an Bürgervotum halten

Michael Falkenhahn indes sieht sich weiter dem Nordring verpflichtet. „Der Bürgerentscheid bleibt meine Maßgabe.“ Das heiße aber ausdrücklich nicht, dass es nicht einen zweiten Standort geben könne. Die erneuten Grundstücks-Gespräche sollen noch heuer abgeschlossen sein. 

Im März will Eglseder einen Beschlussvorschlag im Gemeinderat einbringen. „Wir haben ein paar gute Gedanken auf den Weg gebracht“, findet Stockmeier. Einwanger hofft, dass der neuerliche Anlauf zu einer Lösung führt, „bei der eine breite Mehrheit mitgehen kann“.

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