Jetzt geht’s endlich los: Der Teufelsgraben-Radweg, ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Otterfing und Holzkirchen, wird heuer gebaut. Zum inoffiziellen „Startschuss“ versammelten sich gestern (v. l.) Otterfings Bauamtsleiter Hubert Zellner, Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn, Eva-Maria Schmitz (Standortförderin Holzkirchen), Holzkirchens Rathauschef Christoph Schmid und Hans Kellner (Technisches Bauamt Holzkirchen).
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Jetzt geht’s endlich los: Der Teufelsgraben-Radweg, ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Otterfing und Holzkirchen, wird heuer gebaut. Zum inoffiziellen „Startschuss“ versammelten sich am Donnerstag (v. l.) Otterfings Bauamtsleiter Hubert Zellner, Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn, Eva-Maria Schmitz (Standortförderin Holzkirchen), Holzkirchens Rathauschef Christoph Schmid und Hans Kellner (Technisches Bauamt Holzkirchen).

Gemeinden geben Startschuss

Teufelsgraben-Radweg: Nach zehn Jahren Vorplanung wird endlich gebaut

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Wie lange dauert es, einen Radweg zu bauen? Sagen wir: 1,475 Kilometer direkt neben einer Bahntrasse? Zehn Jahre strampelten sich die Gemeinden Holzkirchen und Otterfing ab, um einen Schnellradweg durch den Teufelsgraben und zwischen ihren Bahnhöfen zu realisieren. Jetzt endlich wird gebaut.

Otterfing/Holzkirchen - Es ist die „Direttissima“ neben dem Gleis, die ohne Auf und Ab den Teufelsgraben überwindet und Holzkirchen und Otterfing auf kürzestem Weg verbindet: Der jahrelang beplante Radweg wird nun endlich gebaut.

Am Mittwoch (15. April) kamen die Bürgermeister Michael Falkenhahn (Otterfing) und Christoph Schmid (Holzkirchen) in Holzham zusammen, dem nördlichen Startpunkt, um das zu verkünden, was seit 2011 in Warteschleifen hängt: Im Juli beginnt der Bau, im November soll der Radweg fertig sein. Die Gesamtkosten werden auf 1,536 Millionen Euro geschätzt, davon trägt Otterfing 411 000 Euro. Der Freistaat stellte Zuschüsse in Aussicht, die über die Hälfte des Aufwands abdecken.

„Jetzt kann’s losgehen“, freute sich Falkenhahn. Als letztes Puzzlestück der zehnjährigen Anlaufphase traf der „Gestattungsvertrag“ der Bahn ein. Die DB hatte Wert darauf gelegt, dass die unter der künftigen Asphaltierung liegenden Bahnbetriebskabel stets zugänglich sein müssen. Nach längeren Verhandlungen war die DB damit zufrieden, dass Leerrohre und Schächte eingebaut werden, damit im Falle des Falles der Asphalt nicht aufgerissen werden muss.

Der Radweg ist der erste Abschnitt eines größeren Vorhabens

Zuvor hatte der Naturschutz gebremst. Für das Gebiet mussten zeitintensive Gutachten erstellt werden. Ergebnis: Auf einem Gemeinde-Grundstück bei Holzham (3000 Quadratmeter) wird eine Ausgleichsfläche angelegt, ein Biotop mit Baumstämmen und Steinhügeln.

Da zwischenzeitlich die Kosten stiegen, stand das Projekt einige Zeit ganz auf der Kippe – zumal ein noch ambitioniertes Radweg-Projekt startete: Eine schnelle Verbindung von Otterfing bis nach Gmund, angestoßen vom Landkreis. Richtig schnell kommt dieses Projekt, das von der Standort-Marketingesellschaft des Landkreises (SMG) betreut wird, aber auch nicht vorwärts. „Wir haben erste Machbarkeitsstudien und Vorzugs-Trassen“, berichtete Holzkirchens Standortförderin Eva-Maria Schmitz, die in Holzham dabei war. Grundstücksverhandlungen stehen aber noch aus; offen ist, ob Landkreis oder Gemeinden die Finanzierung tragen – oder beide.

„Hier haben wir jetzt alle Grundstücke, alle Verträge stehen“, sagte Schmid. „Wir liefern jetzt sozusagen ein erstes Teilstück für das Radweg-Projekt Otterfing-Gmund“, ergänzte Falkenhahn. Andocken soll dieser an den vom Landkreis München gebauten Radschnellweg entlang der Bahn von Oberhaching über Sauerlach an die Landkreisgrenze. Über den Argeter Weg könnte es von Norden hineingehen nach Otterfing, am Bahnhof vorbei, östlich des Gleises bis zur Holzhamer Brücke.

Nicht nur Schüler und Pendler sollen die neue Trasse nutzen

Just dort setzt der Teufelsgraben-Radweg an, für den gestern der Startschuss fiel. Die Trasse überquert die Brücke nach Westen, schwenkt auf einem Asphaltsträßchen nach Süden ab, erreicht ein Wäldchen mit Biotop und verläuft neben dem Bahndamm südwärts. Nach 731 Metern beginnt im Teufelsgraben der Holzkirchner Abschnitt, der seinerseits nach 744 Metern die Nordspange erreicht.

Der Radweg wird 2,50 Meter breit. „Wo er gleichzeitig ein Wirtschaftsweg ist, bauen wir auf drei Meter aus“, erklärte Falkenhahn. Wie Schmitz andeutete, werden beim Radwegbau drei Meter künftig sogar Standard sein. Die umstrittene Asphaltierung der gesamten Trasse soll die Alltagstauglichkeit erhöhen. „Es muss möglichst attraktiv sein, dort zu radeln“, betonte Schmitz.

„Wir leisten einen Beitrag, um motorisieren Individualverkehr von der Straße zu bekommen“, sagte Schmid. Falkenhahn geht davon aus, dass Otterfinger Gymnasiasten und Realschüler die Abkürzung nach Holzkirchen nützen. Für Berufspendler sei es interessant, hier schnell zur BOB zu kommen. „Dazu passt unser Wunsch, das MVG-Leihradsystem in den Landkreis-Norden zu holen.“

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