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Bahn frei für den Radweg: Neben den Gleisen soll hier künftig ein Geh- und Radweg den Teufelsgraben durchqueren. Nächstes Jahr soll endlich Baubeginn sein. Unser Bild entstand auf der Otterfinger Seite.

Teufelsgraben-Radweg 

Eidechsen müssen umziehen

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Eine beachtliche Population von Eidechsen tummelt sich entlang der Teufelsgraben-Bahntrasse zwischen Holzkirchen und Otterfing. Die gute Nachricht: Sobald die Eidechsen umgezogen sind, kann der Radweg dort endlich gebaut werden.

Otterfing/Holzkirchen – Radfahrer brauchen einen langen Atem. Und auch die Gemeinden Holzkirchen und Otterfing müssen bei ihrem gemeinsamen Radwegprojekt durch den Teufelsgraben Ausdauer beweisen. Anfang des Jahres, man stand kurz vor den Ausschreibungen, war plötzlich eine zusätzliche Runde gefordert. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt wertete das fragliche Gebiet neben der Bahntrasse als wertvollen Magerwiesen-Standort. Um auszuschließen, dass namentlich die seltene Kreuzotter und die geschützte Buschnelke Lebensräume einbüßen, forderte die Behörde eine artenschutzrechtliche Prüfung. Eine Vegetationsperiode lang (sprich: einen Sommer) inspizierten Biologen das Terrain. Kostenpunkt: 12 000 Euro. Der Radweg musste eine Warteschleife drehen.

Wie Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder jetzt im Gemeinderat mitteilte, liegen die Ergebnisse

der Prüfung inzwischen vor. „Sieht so aus, als könnten wir 2018 endlich loslegen“, sagte Eglseder. Kreuzottern oder Buschnelken fanden sich auf Otterfinger Seite nicht, stattdessen aber ebenso schützenswerte Eidechsen. „Wir versuchen, sie im Frühjahr zu vergrämen“, sagte der Bürgermeister. Zudem muss die Gemeinde ökologische Ausgleichsmaßnahmen umsetzen.

Damit die kleinen Reptilien nicht unter die Räder kommen, sollen an sicherer Stelle attraktive Ausweich-Biotope (Holzhaufen, Steine) angelegt werden. Idealerweise ziehen die Tierchen in diese neuen Trockenstandorte um. Falls nicht, müssen die alten Standorte, die überbaut werden, mit Folien abgedeckt werden, um den Umzug zu beschleunigen. „Ich hoffe dabei auf die Unterstützung vom Bund Naturschutz“, sagte Eglseder, „vielleicht hilft’s ja, wenn wir Schilder aufstellen für die Eidechsen.“

Die ironische Bemerkung konnte sich Eglseder nicht verkneifen. Karl Einwanger (Grüne) jedoch wies darauf hin, dass die Prüfung nicht als Gängelung seitens der Naturschutzbehörde verstanden werden dürfe. „Da geht’s um rechtlich verbrieften Artenschutz. Um schützen zu könne, muss man wissen, ob es überhaupt etwas zu schützen gibt.“ Ob auch auf Holzkirchner Seite weitere Naturschutz-Maßnahmen nötig sind, ist noch unklar, da der zuständige Bearbeiter im Urlaub ist.

Der 1,5 Kilometer lange Radweg startet an der Holzkirchner Nordspange, in der Verlängerung des Otterfinger Wegs, begleitet den Bahndamm und mündet jenseits des Teufelsgrabens auf eine befestigte Straße unweit der Holzhamer Bahnbrücke – eine attraktive „Expressverbindung“ für Radler und Fußgänger. Rund 600 000 Euro sind veranschlagt, aufgeteilt auf die zwei Gemeinden. Der Staat hilft mit einem Zuschuss in Höhe von 220 000 Euro.

Bereits Ende August wurde vorsorglich eine Untersuchung des Oberbodens entlang der Bahnlinie in Auftrag gegeben. Das Gutachten soll Ende Oktober/Anfang November vorliegen. Über den Winter sind die Ausschreibungen geplant, im Frühjahr soll Baubeginn sein. „Ich hoffe sehr, dass wird dann endlich freie Bahn haben, um eine ökologisch sinnvolle Maßnahme umzusetzen“, sagte Otterfings Bürgermeister.

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