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Vergiftet: Mischlingshündin Nana fraß am Dienstag einen Giftköder in der Berghamer Straße.

Achtung Hundebesitzer

Tierquäler legt mindestens 25 Giftköder im ganzen Ort - Hund schwer krank

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Hundebesitzer in Otterfing müssen wachsam sein: Am Dienstag waren an über 25 Stellen in Bergham Giftköder ausgelegt – und es gibt bereits ein Opfer zu beklagen. Offenbar hat ein Unbekannter den Ort mit perfiden Fressfallen überzogen.

Otterfing Seit acht Jahren wohnt eine 44-jährige Otterfingerin im Ort, der morgendliche Gassiweg mit Mischlingshündin Nana ist tägliches Ritual. Gestern wurde er zum Drama: An der Ecke Berghamer Straße/Weberweg, neben einer Wiese, erschnupperte der Vierbeiner unter dem Straßenschild aufgeschnittene Wiener Würstchen. „Ich hatte Nana an der Leine“, berichtet das Frauchen, „sie soll nichts fressen, was offen rumliegt.“

Doch so schnell konnte die Otterfingerin gar nicht schauen, ehe ihr Hund einige der verlockenden Wursthäppchen verschlungen hatte. Bei näherem Hinsehen fiel der 44-Jährigen auf, dass neben den frisch aufgeschnittenen Würstchen kleine rötliche Körner verstreut waren – ganz offenbar „Giftweizen“, ein Weizenköder, der als chemische Keule gegen Ratten und Feldmäuse verkauft wird.

Der Hundebesitzerin schwante sofort Schlimmes. Sie verfrachtete ihren Liebling zur Tierärztin. „Nana bekam dort ein Brechmittel eingeflößt.“ Kurz darauf war es Gewissheit: Mit den Würsteln hatte der Vierbeiner etliche Giftköder gefressen.

Vermutlich, so die Otterfingerin, handelt es sich um einen „Giftweizen“, der mit dem hochwirksamen Bromadiolon versetzt ist. Was für Ratten oder Mäuse tödlich ist, verursacht bei größeren Tieren und Menschen mindestens eine schwere Vergiftung.

Weil unklar war, wie viel Gift noch in Nanas Körper zirkuliert, fuhr die Otterfingerin mit ihrem Vierbeiner in eine Münchner Tierklinik. Spezielle Vitamin-Präparate, so hofft die 44-Jährige, sollen als eine Art Gegengift wirken.

Auf den ersten Blick hat die schnelle Behandlung angeschlagen. „Dem Hund geht es soweit ganz gut“, berichtet die Otterfingerin. Das fragliche Gift wirke allerdings langsam, es kann innere Blutungen auslösen. „Nana muss die nächsten drei Wochen behandelt werden.“

Wer hinter einer so perfiden Giftfalle stecken könnte, darauf kann sich die Otterfingerin keinen Reim machen. „Ich habe bisher noch von keinem Hundehasser in Otterfing gehört.“ Anfeindungen erlebte sie noch nie.

Und doch müssen der oder die Täter von einer rücksichtslosen Energie getrieben sein. Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs, den die Otterfingerin sofort informiert hatte, entdeckten bislang rund 25 dieser Giftköder, die meisten in Bergham, jeweils am Straßenrand, entlang der bekannten Gassiwege.  

„So was hatten wir noch nie“, bestätigt Bauhofleiter Franz Huber, „dieses Ausmaß ist erschreckend.“ Allein unmittelbar vor der Kita „Haus für Kinder“ fanden sich fünf dieser gefährlichen Köder. „Meist war das Gift in die Würstel hineingedrückt“, berichtet Huber. Sein Team suchte bis Einbruch der Dunkelheit nach weiteren Ködern. „Wer solche Fallen findet, sollte das unbedingt im Bauhof melden“, sagte Huber. Huber vermutet, dass die Köder erst in der Nacht auf Dienstag ausgelegt wurden. „Die Würstl waren frisch aufgeschnitten.“

Die Holzkirchner Polizei hat Ermittlungen wegen Tierquälerei aufgenommen. Ein Sprecher erklärte, dass aus Otterfing bislang keine Fälle von solchen Giftfallen aktenkundig waren.

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