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Das Ensemble Chordon Blue mit (v.l.) Anna Voß, Lisa Schöttl und Patrick Hollnberger hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Hackbrett als modernes Instrument in Szene zu setzen. In Otterfing stellten sie ihre neue CD vor.

Chordon Blue stellt in Otterfing neue CD vor

Ein Trio der unbegrenzten Möglichkeiten

Otterfing – Es gibt immer wieder neue musikalische Diamanten zu entdecken. Das bewies der Auftritt des Trios Chordon Blue in der Otterfinger Schulaula im Rahmen der Reihe „Otterfing musiziert“. Es stellte dort seine neue CD vor. 

„Otterfing musiziert“ ist längst kein Geheimtipp mehr, genießt einen guten Ruf in der Region, wie der Besuch auch von Gästen aus Holzkirchen, Weyarn und Sauerlach bewies. Im Mittelpunkt stand die aus Otterfing stammende Lisa Schöttl am Hackbrett, die 2012 mit Anna Voß (Harfe) und Patrick Hollnberger (Kontrabass) das Trio Chordon Blue gründete. 

Die drei kennen sich vom gemeinsamen Hackbrett-Studium und präsentierten bei ihrer Premiere vor Schöttls heimischem Publikum ihre brandneue, zweite CD „Im Wandel der Saiten“. Tangos, Klezmer, Musik aus Osteuropa und der Türkei sowie eigene Kompositionen bilden das musikalische Fundament und nahmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch Länder und Kulturen. 

Schnell räumte Schöttl mit dem Vorurteil auf, das Hackbrett eigne sich nur für bayerische Volksmusik. „Es ist ein modernes Instrument, das zunehmend an Interesse gewinnt“ – obwohl es seit dem 14. Jahrhundert bekannt sei. Gerade in neuester Zeit gebe es viele Instrumentenbauer, die es weiterentwickeln, berichtete sie. Auch die Möglichkeiten seien nahezu unbegrenzt. Sie selbst habe diese Erfahrung während ihres Studiums gemacht, das sie schon mit einem Klassikorchester zu Konzerten in New York führte. Leider gebe es aber nur wenige Kompositionen, meist nur Traditionals. 

Das wollen Schöttl und Voß ändern und steuern selbst zwei Titel bei. „Blue Tango“ von Voß, bei dem sich Hackbrett und Harfe musikalisch die Bälle zuwerfen und der Bass die Kontrapunkte setzt, bewegt sich noch im traditionellen Rahmen. Bei „Unterwasser“ lässt Schöttl der Fantasie freien Raum, lädt ein zum Abtauchen in eine reiche, beschwingte Unterwasserwelt, in der auch bedrohliche Elemente – verkörpert vom Kontrabass – ihr Dasein finden. 

Aus dem Rahmen fallen die drei Schlummerlieder, komponiert von Robin Becker, einem Studienfreund des Trios. Ruhig und sanft sind diese Lieder und erstaunen, dass es noch junge Musiker gibt, die in dieser schnelllebigen Zeit entgegen allen Strömungen in der Lage sind, derartiges zu komponieren. Voll auf ihre Kosten kommen auch die Freunde der Weltmusik mit lebenslustigen, aber auch melancholischen Melodien, leicht und schwebend, sich langsam steigernd im Tempo und der Intensität bis zur Ekstase. Hier beweisen die Musiker ihr professionelles Können. 

Organisatorin Ulrike Stockmeier, die bereits zum 16. Mal zu „Otterfing musiziert“ eingeladen hatte, hatte eingangs nicht zu viel versprochen: Das war ein besonderer Abend.

Von Siegfried Niedergesäß

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