Zugunglück an Bahnübergang in Penzberg: Eine tote Person

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In einem Gebäude neben Skateranlage am Ladehof ist die „Mobile Jugendarbeit“ untergebracht.

Mobile Jugendarbeit

Trotz Skepsis: Otterfing zahlt mit für Auffangnetz

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Junge Menschen davor zu bewahren, auf die schiefe Bahn zu geraten – darum kümmert sich der Holzkirchner Streetworker Christian Probst. Der Bedarf wächst. Nun sollen sich auch Nachbargemeinden einbringen.

Otterfing Brennpunkt ist der Holzkirchner Bahnhof. Dort trafen und treffen sich Jugendliche, die mit Vereinen und Jugendzentren wenig anfangen können. Als sich vor etwa zehn Jahren die Vandalismusfälle häuften, Bürger über Lärm klagten und betrunkene Jugendliche auffielen, entschloss sich die Marktgemeinde, einen Streetworker zu finanzieren.

Christian Probst, Streetworker in Holzkirchen

Christian Probst, der freiberuflich tätig ist, trat 2009 an und baute ein Netzwerk auf, das manchen Jugendlichen von der Straße holte. Besonders die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen der Kreuzbund-Jugendgruppe und des Vereins Vorbild Jugendlicher – Leitbild Mensch schuf ein Betreuungsnetz, das etwa 170 jungen Menschen Halt gibt.

Als Probst die „Mobile Jugendarbeit“, untergebracht in einem Gebäude am Ladehof, vor einem Jahr bei einer Bürgermeister-Besprechung vorstellte, wurde deutlich, dass viele der in Holzkirchen Betreuten in den Gemeinden wohnen. Die Marktgemeinde sah eine Chance, die Nachbargemeinden mit ins Boot zu holen.

Wie Otterfings Rathauschef Jakob Eglseder (CSU) jetzt im Gemeinderat erklärte, habe es auf Initiative des Warngauer Bürgermeisters Klaus Thurnhuber (FWG) ein Treffen der Nordgemeinden gegeben. Dort entstand die Idee, 10 000 Euro im Jahr bereitzustellen, um damit bis zu zwei 450-Euro-Kräfte zu finanzieren. 50 Cent je Einwohner solle jede Gemeinde geben. „Macht für uns 2400 Euro“, sagte Eglseder. Valley und Waakirchen stimmten bereits zu, Weyarn und Warngau stehen noch aus.

Eglseder warb für die Beteiligung. „Da wird gute Arbeit geleistet, die Zahl der betreuten Otterfinger steigt stetig.“ Aktuell seien 26 Gemeindebürger gut in der Gruppe aufgehoben, die meisten sind volljährig. „Sie bekommen eine Chance, wieder Fuß zu fassen.“ Holzkirchen trage nach wie vor den Löwenanteil, zahle jährlich 51 000 Euro und habe für 200 000 Euro die Räume am Ladehof gebaut. Manfried Doll vom AK Soziales, der seit drei Jahren Kontakt zur Mobilen Jugendarbeit hält, lobt deren Präventions-Arbeit und empfiehlt eine Unterstützung, ebenso die Jugendbeauftragte Andrea Kadner.

Max Ruf (SPD) meldete jedoch Zweifel an. Drogenprävention werde grundsätzlich vom Staat gefördert, im Landkreis sei dies Aufgabe der Caritas. „Ich halte es für wenig sinnvoll, eine zweite Linie aufzumachen.“ Er erinnerte daran, dass der Streetworker bereits nichtöffentlich im Gemeinderat vorstellig geworden sei. „Wir waren skeptisch“, sagte Ruf. „Das habe ich weitergetragen“, sagte Eglseder, „aber mich hat diese Einrichtung überzeugt.“ Robert Schüßlbauer (CSU) wies darauf hin, dass die 2400 Euro nicht allzu weh tun. „Leider gibt es junge Leute, die wir mit unseren Angeboten und Vereinen nicht erreichen.“

Bedenken hatte auch Ulrike Stockmeier (FWG): „Mich wundert, dass weder Kreisjugendring noch Jugendamt beteiligt sind.“ Die 450-Euro-Kräfte seien zudem keine Experten, die etwa für Gerichtshilfe vonnöten seien. „Aber wir dürfen Holzkirchen nicht alleine lassen.“ Max Ruf jedoch schüttelte den Kopf. „Es fehlt jegliche Qualitätskontrolle.“ Ferdinand Höchstetter (CSU) betonte, dass der mitbeteiligte VJLM den Sozialpreis des Landkreises erhalten habe: „Das reicht mir.“

Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat, die Mobile Jugendarbeit zunächst zwei Jahre lang mit je 2400 Euro zu unterstützen. Stefan Burgmayr (FWG) wünschte sich, dass dem Gemeinderat regelmäßig über die Arbeit berichtet wird.

avh

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