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Raus aus dem Landkreis: Für die zweite Auflage ihres Trveheim-Festivals müssen die Organisatoren auswandern.

Weil Otterfinger nicht wollen

Verein muss für Metal-Festival Trveheim nach Hallbergmoos ausweichen

Sie sind in Otterfing daheim, und in Otterfing wollten sie zum zweiten Mal ihr Metal-Festival organisieren. Doch die Grundstückseigner spielten nicht mit. Heute startet das Trveheim ganz weit weg.

Otterfing/Hallbergmoos – Die Premiere des Trveheim-Festivals vergangenes Jahr war zugleich der Abgesang – zumindest in Otterfing und dem Kreis Miesbach. Fans von Heavy Metal der alten Schule müssen dieses Jahr nach Hallbergmoos unweit des Münchner Flughafens ausweichen. Dort findet am Freitag und Samstag, 25. und 26. August, die zweite Auflage des Trveheim statt. Dabei wären die Veranstalter – junge Musikfans aus der Region – liebend gern in ihrer Heimat geblieben. „Wir sind schließlich ein Otterfinger Verein“, sagt Daniel Junker, Bestandteil des Organisatoren-Quartetts. Doch es sollte nicht sein.

Die Euphorie war groß nach der Erstauflage des Metal-Festivals im Oktober 2016. Gut 300 Fans hatten den Tag in der Mehrzweckhalle mit Metal-Legenden wie Demon und starken jungen Bands wie Space Chaser genossen; den Termin für die Zweitauflage nebst ersten Band-Bestätigungen hatten die Organisatoren auch schon bekannt gegeben. Ein Zwei-Tages-Festival hatten sie ins Auge gefasst. Mit Camping-Möglichkeit. Doch das war in Otterfing nicht möglich. Die Grundeigentümer wollten nicht Hunderte Metal-Fans bis zu drei Nächte auf ihren Flächen campieren lassen. „Wir haben mehrere Wochen gebeten und sie bekniet“, sagt Junker. Ohne Erfolg. Bei möglichen Alternativen im Kreis Miesbach oder wenigstens Bad Tölz-Wolfratshausen wäre man schon im Open-Air-Bereich gewesen. „Das wäre von der Organisation her und finanziell ein zu großes Risiko gewesen“, erklärt Junker.

Die Freundin von Mitorganisator Konstantin Karpaty hatte schließlich den Tipp Hauserhof in Hallbergmoos, ihrer Heimat. Dort ging es erstaunlich schnell. „Wir hatten quasi schon beim ersten Telefonat die Zusage.“ Zwei Tage später war alles in trockenen Tüchern. Der Termin musste eine Woche verschoben werden, aber alle bereits gebuchten Bands hatten damit kein Problem. „Das letzte halbe Jahr bestand unsere Freizeit eigentlich nur aus Festival-Organisation“, sagt Junker. Bange Wochen bescherte den Otterfingern – Junker ist mit 30 der Methusalem, die anderen drei sind Anfang 20 – lediglich Steve Grimmett. Der Chef von Grim Reaper – in Szene-Kreisen eine Legende – hatte sich Anfang des Jahres eine aggressive Infektion zugezogen. Das rechte Bein musste amputiert werden. „Da haben wir richtig gezittert, aber er hat uns relativ früh gesagt, dass er unbedingt kommen will und Feuer und Flamme für unser Festival ist.“ Er hielt Wort, und inzwischen ist er auch schon wieder beim Bang-Your-Head-Festival in Balingen aufgetreten – vor den Augen eines Teils des Trveheim-Teams.

Den vier Hauptorganisatoren Karpaty, Junker, Lennardt Hammerer und Marius Gilgenrainer helfen insgesamt gut 50 Personen aus dem direkten Umfeld und dem Bekanntenkreis. Seit Montag fährt das Kernteam vom Oberland aus nach Hallbergmoos und baut das Festival auf. Fast 400 Karten haben sie bereits im Vorverkauf abgesetzt, womit man finanziell schon fast auf der sicheren Seite ist.

Von Festivals wie dem Trveheim können Regionen durchaus profitieren. In Lauda-Königshofen etwa geht jährlich das große Vorbild der Otterfinger, das Festival Keep it true, über die Bühne. Die Hotels sind an diesen Tagen ausgebucht, und das Taubertal ist ebenfalls Tourismus-Region. Ein Camping-Angebot ist bei solchen Festivals zwar ein absolutes Muss (Ausnahme: Rockavaria in München), aber ein Großteil des Klientels, das Heavy Metal dieser Machart hört, ist schon altersbedingt solide situiert und muss nicht jeden Euro zweimal umdrehen.

Läuft es in Hallbergmoos gut für die Oberlandler, gibt es wohl keinen Grund, sich wieder umzuorientieren. Aber, so Junker: „Wir sind ein Otterfinger Verein, und unser Grundgedanke ist, hier etwas zu machen.“ Das werde auch passieren, kündigt er an – zusätzlich zum Trveheim. Was und wann, ist allerdings unklar. Immerhin: „Die Unterstützung der Gemeinde haben wir.“

Das Festival

Das zweite Trveheim-Festival beginnt am Freitag, 25. August, um 12.15 Uhr auf dem Gelände des Hausler Hofs in Hallbergmoos. Namhafteste Bands sind Steve Grimmett’s Grim Reaper, Cloven Hoof, Mass, Talon, Ram, Ostrogoth und die Heavy-Load-Wiederbelebung Heathens from the North. Alle Infos gibt es auf www.trveheim.com.

Daniel Krehl

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