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Ein Modell der Vogelklappe, das Bürgermeister Jakob Eglseder momentan in seinem Rathaus stehen hat, hat Alfred Aigner, Leiter der Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen in Otterfing, eigens entworfen. 

Leiter hat Modell schon gebaut 

Vogelklappe für Auffangstation 

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Die Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen in Otterfing bekommt eine Vogelklappe. Dort können Finder verletzte Tiere jederzeit abgeben. 

Otterfing – Die Patienten kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit. „Und ich kann nicht immer vor Ort sein“, sagt Alfred Aigner. Schließlich leitet er die Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen in Otterfing ehrenamtlich, im Hauptberuf ist Aigner als Lehrer tätig. Da ist es für ihn schwierig, immer sofort nach Otterfing zu eilen, sobald ein verletztes oder ausgehungertes Tier dort aufschlägt. Und auch die Leute, die verletzte Vögel finden und abgeben – Polizei, Feuerwehr oder Privatpersonen –, hätten ja nicht ewig Zeit zu warten.

Deshalb bekommt die Auffangstation nun eine Vogelklappe. „Ähnlich dem Prinzip einer Babyklappe“, erklärt Aigner seine Idee. Hier können Finder die kranken Vögel jederzeit abgeben. Dort verharren die Patienten für kurze Zeit – bis Aigner oder jemand aus seinem Team zu Hilfe eilen. „Das ist besser als in einer Schachtel, die in der prallen Hitze abgestellt wird.“

Aigner hat extra ein Modell gebaut, das momentan im Otterfinger Rathaus steht. Und so soll die Vogelklappe in etwa aussehen: „Von der Größe her wie ein großer Hasenstall“, erklärt er. Sie soll gut einen Kubikmeter umfassen, damit auch große Uhus dort reinpassen. Wichtig: Damit sich die lädierten Vögel nicht weiter an den Federn verletzten, gibt es keine Gitter. Das Behältnis soll gegen Kälte und Hitze isoliert und abgedunkelt sein – damit die Tiere dort Ruhe finden. Auf einer Stange und etwas Streu können es sich die Vögel dann gemütlich machen.

An der Vogelklappe werden außerdem Aufnahmezettel ausgelegt, wo der Finder die Fundumstände und – sofern er möchte – seine Kontaktdaten hinterlassen kann. „Wir kontaktieren die Finder oft nach einiger Zeit“, sagt Aigner. Sie erfahren dann, wie es „ihrem“ Schützling geht, ob er noch viel Pflege braucht – und manchmal auch, dass er es nicht geschafft hat.

Laut Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder errichtet der Bauhof die Vogelklappe. Es gebe einen großzügigen Sponsor, eventuell finden sich noch weitere Spender. Aigner schätzt die Kosten auf 1000 bis 2000 Euro. Die Gemeinde möchte das Projekt auf jeden Fall unterstützen. Immerhin arbeite Aigner ehrenamtlich. „Es ist super, was er da macht“, findet Eglseder.

Und die Auffangstation ist stets gut ausgebucht. Allein heuer hat Aigner schon 80 Vögel aufgenommen. „Wir haben einen großen Einzugsbereich.“ Dazu gehören die Landkreise Miesbach, Rosenheim, Bad-Tölz-Wolfratshausen, Ebersberg und der südliche Kreis München. Die nächste Station befinde sich in Freising.

Die Pflegezeiten sind ganz unterschiedlich. „Wenn ein Sperber gegen eine Fensterscheibe geflogen ist, bleibt er vielleicht eine Woche“, sagt Aigner. Bei einem Großgefiederschaden oder Knochenbrüchen nach einem Verkehrsunfall kann der Aufenthalt schon mal bis zu einem Dreivierteljahr dauern.

Im Winter schlagen oft ausgehungerte Tiere auf, im Frühjahr und Sommer Jungtiere, die bei ihren ersten Flugversuchen eine Bruchlandung hingelegt haben.

Jeden geschützten Vogel – dazu zählen auch Eulen und Greifvögel – muss Aigner beim Landratsamt melden. Oft genug nimmt er jedoch andere Vogelarten auf, für die seine Station ursprünglich gar nicht gedacht war. „Wenn es vom Beuteschema passt“, sagt Aigner. Manchmal verwechseln die Finder einfach Vogelarten, halten den Kuckuck für einen Sperber und so weiter. Heuer zum Beispiel kümmerte sich Aigner um zwei Störche. Die würden wie die anderen Insassen ebenfalls Mäuse und Küken fressen. Pflegeleicht also. Meist vermittelt Aigner die Fremdarten an qualifizierte Privatpersonen weiter, die die Pflege übernehmen. Solange, bis die Patienten wieder in die Freiheit entlassen werden können.

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