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Eine maßgeschneiderte Sporthalle baute der TSV Waging mit der dortigen Gemeinde. Die BI Otterfing lud den Waginger TSV-Vorsitzende n Josef Hofmann ein, um aus dem dortigen Projekt womöglich Impulse für das Otterfinger Sportzentrum zu schöpfen.

Infoabend zum Sportzentrum

Die Waginger Turnhalle - ein Vorbild für Otterfing?

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Der TSV Waging am See hat das, was sich der TSV Otterfing sehnlichst wünscht: Eine nagelneue Sporthalle mit viel Platz. Ein Vorbild für Otterfing? Die Reaktionen auf die Präsentation, organisiert von der BI Otterfing, fallen gemischt aus.

Otterfing Josef „Beppo“ Hofmann ist ein Tausendsassa: Vereinsvorsitzender des TSV Waging, Gemeinderat und Bauleiter. Und dass er es versteht, „sein“ Baby, die 2016 eröffnete Sporthalle, kurzweilig zu präsentieren, das erlebten rund 70 Besucher eines Info-Abends, zu dem die Bürgerinitiative (BI) jetzt in den Otterfinger Hof eingeladen hat.

Der BI um Josef Killer, Georg Strobl, Stefan Walter und Thomas Rychly ging es darum, nach dem Bürgerentscheid von 2015, den die BI angestoßen hatte, wieder Flagge zu zeigen. Das Beispiel Waging, so BI-Sprecher Killer, solle einen Impuls setzen, wie sich am Altstandort das Raumangebot für Sportler verbessern lasse.

Hofmann steckte viel Herzblut in das Projekt, schaute sich Hallen im ganzen Land an, checkte Zuschuss-Szenarien. Organisatorisch verbündeten sich TSV und Gemeinde Waging zu einer Bauherrengemeinschaft. Die 2,5-fache Sporthalle (40 mal 53 Meter) erlaubt flexible Nutzungen, auch Abtrennungen, bietet sogar eine Kletterwand und einen Gymnastikraum.

Der Eigenanteil des Vereins an den Baukosten (4,3 Millionen Euro) belief sich auf 290 000 Euro, was einen BLSV-Zuschuss in gleicher Höhe ermöglichte. Vereinsmitglieder brachten 2700 Arbeitsstunden ein, der Verkauf des Namensrechts an die Käserei Bergader brachte 200 000 Euro. 45 000 Euro erlöste der „Verkauf“ von Hallenquadratmetern an Einzelspender. 

Die Gemeinde stemmte den Löwenanteil der Kosten und finanziert den Betrieb (jährlich 50 000 Euro). Den Belegungsplan erstellt jedoch der TSV, der mit Ausnahme des Schulsports das Hausrecht ausübt.

„Eine gut durchdachte Lösung“, lobt Otterfings TSV-Vorsitzender Wolfgang Troidl. Die Vereine seien in Größe und Zuschnitt durchaus vergleichbar. Hofmann habe gut dargestellt, wie sich Zuständigkeiten zwischen Gemeinde und Verein organisieren lassen. „Der Abend war keine verschenkte Zeit.“

Allerdings tauge das Modell in Otterfing nicht zum Ei des Kolumbus, wie Troidl betont. „Inhaltlich hat uns das nicht weiter gebracht.“ Denn es gibt entscheidende Unterschiede: Waging ist auch eine Schulsporthalle.

Und vor allem: der Lärmschutz. In Waging liegen nebenan ein Friedhof und der Fußballplatz, in Otterfing ein Wohngebiet. Ein Neubau in der Waginger Dimension würde wohl auch den Altanlagen-Bonus kosten. Bei den Parkplätzen könne Waging notfalls angrenzende Parkflächen mitnutzen, sagt Troidl: „Bei uns ist das nicht so leicht.“

Bleiben die Kosten: Neben dem Neubau müsste die Mehrzweckhalle mit dem Otterfinger Hof grundsaniert werden. Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) schätzt diesen Aufwand auf mindestens fünf Millionen Euro. „Wer glaubt, man kann mit 4,5 Millionen Euro das Thema Sportzentrum erledigen, der ist auf dem Holzweg“, stellt TSV-Chef Troidl klar.

„Den Wagingern kann man zu ihrer Halle nur gratulieren“, sagt Eglseder. Er schlägt eine gemeinsame Besichtigungsfahrt von TSV und Gemeinderäten vor. Zusammen könne man anschließend nach einem Standort auf dem Nordring-Areal suchen. „Den stellen wir dann dem Landratsamt vor, damit die uns sagen, ob das möglich ist.“

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