Hier wird heuer gearbeitet: Zwischen Bergham (Bild) und Wettlkam verlegt die Gemeinde endlich eine neue, größere Wasserleitung. Unklar ist, ob auch die Straße erneuert wird.
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Hier wird heuer gearbeitet: Zwischen Bergham (Bild) und Wettlkam verlegt die Gemeinde endlich eine neue, größere Wasserleitung. Unklar ist, ob auch die Straße erneuert wird.

Tiefbauprogramm der Gemeinde

Fast eine Million Euro für neue Rohre und Straßen: Wettlkam genießt Vorfahrt

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Knapp 950 000 Euro investiert die Gemeinde Otterfing heuer in die Erneuerung und Ertüchtigung alter Trinkwasserleitungen. Endlich angepackt wird vor allem die Verbindung von Bergham nach Wettlkam. Sollte hier auch der nötige Grunderwerb glücken, wird gleich auch die Straße erneuert.

Otterfing - Ein zweiter Wasser-Schwerpunkt liegt auf dem „Bergviertel“, dem Wohnquartier im Bereich Wendelsteinring (310 Meter), Wallbergstraße (190 Meter) und Am Haid (50 Meter). Der Gemeinderat segnete diese Pakete jetzt einstimmig ab.

Im „Bergviertel“ zeichnet sich laut Hubert Zellner vom Otterfinger Bauamt schon seit 20 Jahren ab, dass die Wasserleitungen sanierungsbedürftig sind. „Es gibt viele schadhafte Stellen“, erklärte Zellner. Speziell die in den 60er Jahren gesetzten Hausanschlüsse seien in schlechtem Zustand. Die Gesamtkosten in diesem Bereich: rund 410 000 Euro.

515 000 Euro für neue Fahrbahn im Wendelsteinring

Der Wendelsteinring soll nach Abschluss der Verlegearbeiten einen komplett neuen Fahrbahnbelag bekommen. Geschätzte Kosten: 515 000 Euro. Josef Killer (FWG) sah keine Notwendigkeit, in „diesem reinen Wohngebiet“ so viel Geld für Straßenbau auszugeben: „Da haben wir Straßen, die schlechter ausschauen.“ Er schlug vor, diese Maßnahme auch angesichts der angespannten Haushaltslage zurückzustellen. Stattdessen solle das Geld lieber umgeleitet werden auf die Erneuerung der Gemeindestraße nach Wettlkam. „Dort brennt’s wirklich, da sehe ich Handlungsbedarf.“

Genau das sei geplant, betonte Zellner. Sollte sich entlang der Wettlkamer Straße genügend Grund erwerben lassen, werde dort neben der neuen Wasserleitung auch gleich die Fahrbahn erneuert. Der Wendelsteinring müsse dann zurückstehen, obwohl die Fahrbahn nach dem Wasserbau kaum mehr zu retten sein dürfte. „Dann muss halt erst mal ein provisorischer Belag drauf“, sagte Zellner.

Sollte es die Wettlkamer Straße werden, „müssen wir uns noch mal unterhalten“, betonte Ulrike Stockmeier (FWO). Der Gemeinderat habe sich etwa noch nicht auf eine Straßenbreite geeinigt, das wiederum habe Auswirkungen auf Zuschüsse. 2010 sei von 4,50 Meter die Rede gewesen, wusste Zellner. Eventuell könne man mit Ausweichbuchten arbeiten, „wenn wir genügend Grund bekommen“. Zu schmal dürfe die Fahrbahn keinesfalls werden, das war Gerhard Heimerer (CSU) wichtig: „Nicht dass am Ende jeder Radweg breiter ist als diese Straße.“

„Fräsrecycling-Verfahren“ könnte Kosten sparen

Eine deutliche Kostenersparnis ist laut Zellner möglich, wenn man statt des üblichen Vollausbaus auf das „Fräsrecycling-Verfahren“ setze; dabei wird der Altasphalt abgefräst, mit einem Bindemittel angereichert und als Tragschicht der neuen Fahrbahn gleich wieder eingebaut. „Das spart Entsorgungskosten“, sagte Zellner. Die Straße werde dadurch zwar höher, „das sollte im freien Gelände aber kein Problem sein“. Nachbargemeinden hätten dieses Verfahren schon angewandt.

Für den auf jeden Fall anvisierten Wasserleitungsbau nach Wettlkam - die Wettlkamer werden derzeit noch über Rohre versorgt, die anno 1903 verlegt worden waren - muss die Gemeinde womöglich gar keinen Planungsauftrag mehr vergeben. Bereits 2009 war ein Ingenieurbüro damit beauftragt worden, teilte Zellner jüngst im Bauausschuss mit: „Wir prüfen, ob die noch Interesse haben.“ Die Leitungen sollen mit dem günstigeren Spülbohrverfahren eingebracht werden, was der Gemeinde teures Aufgraben ersparen würde.

Maria Dießl (CSU) bedauerte, dass der Thalhamer Weg in Palnkam in der Straßenbau-Liste nicht auftaucht: „Wie lange muss denn der noch warten?“, fragte sie nach. Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) verwies darauf, dass sich die Prioritätenliste immer ändern könne: „Das ist ein dynamischer Prozess.“

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