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Lohnt sich das Investment? Die Arge Hofoldinger Forst will jetzt endlich ein Gutachten in Auftrag geben, das die Wirtschaftlichk eit eines Windparks prüfen soll. 

ARGE Hofoldinger Forst

Windkraft wartet auf frische Brise

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Die Windkraft in der Region hat an Schwung verloren. Seit zwei Jahren dümpelt die Arge Windenergie Hofoldinger Forst in einer Flaute. Jetzt könnte bald eine frische Brise wehen. 

Otterfing Die Euphorie der Energiewende, befeuert vom EEG-Gesetz mit seinen staatlich garantierten Vergütungen, hatte vor drei bis vier Jahren eine Goldgräberstimmung auch im Oberland ausgelöst. Windräder sollten grünen Strom liefern und ihren Besitzern verlässliche Goldesel sein. Etliche Investoren scharrten mit den Hufen.

Um das Feld nicht Großkonzernen zu überlassen, gründete sich die Arge Hofoldinger Forst, bestehend aus den Gemeinden Sauerlach, Brunnthal, Aying und Otterfing sowie den beiden Landkreisen München und Miesbach. Ihre Idee: Windräder selber bauen und mögliche Gewinne der Allgemeinheit zukommen lassen. Planerisch in Frage kommen dafür insgesamt rund 600 Hektar „Vorrangflächen Windkraft“ im Hofoldinger Forst, davon 80 Hektar auf Otterfinger Flur. Mit den Bayerischen Staatsforsten, dem größten Grundbesitzer, wurden erste Gespräche geführt. „Standortsicherungsverträge sind vorbereitet“, sagt Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Diese Verträge würden der Arge Vorrechte einräumen und private Investoren zunächst ausbremsen.

Unklar ist aber, ob über dem Hofoldinger Forst überhaupt so viel Wind weht, um einen Windpark wirtschaftlich betreiben zu können. Ende 2015 beschloss die Arge, ein Wind-, Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsgutachten zu bestellen. Maximal 200 000 Euro soll es kosten; der Landkreis Miesbach erklärte sich bereit, bis zu 27 000 Euro anteilig zu übernehmen – berechnet nach der Größe der in Frage kommenden Fläche.

Dann, so scheint’s, schlief das Projekt ein. „Die Beauftragung eines Windgutachtens hat sich verzögert“, heißt es dazu auf Anfrage aus dem Landratsamt München, das die Federführung übernahm. „Personelle Umstrukturierungen“, so war aus dem Landratsamt Miesbach zu erfahren, hätten gebremst. Das blieb ohne Folgen, weil kaum Konkurrenz in Sicht ist. Das Windrad-Interesse der Privatwirtschaft flaute merklich ab. „Irgendwie haben sich die Investoren verlaufen“, hat Eglseder festgestellt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Windräder im Hofoldinger Forst müssten sehr groß ausfallen, das kostet viele Millionen Euro – keine allzu verlockende Goldgrube.

Die Arge will es jetzt aber doch genau wissen. „Derzeit wird für das Gutachten ein Leistungsverzeichnis erstellt“, sagt Christina Walzner, Pressesprecherin des Landratsamts München. „Ende November werden wir darüber reden“, kündigt Eglseder an.

Das Gutachten soll klären, ob Windkraftanlagen trotz der bekannten Schwachwind-Situation südlich von München grundsätzlich mit einer schwarzen Null betrieben werden können. Geprüft wird auch, welche Technik in Frage kommt und wie der Strom ins Netz eingespeist werden kann (Umspannwerk). Die Ausschreibung soll bis Ende des Jahres erfolgen, sagt Walzner. Sollten noch Winddaten über das Gebiet nötig sein, müssten sogar noch Messungen vorgenommen werden. „Die können bis zu einem Jahr dauern“, sagt die Sprecherin.

Otterfing sei grundsätzlich bereit, sich finanziell an dem Gutachten zu beteiligen, sagt Eglseder. Er könne sich das dann vorstellen, wenn die Beteiligung auf dem Öko-Konto der Gemeinde gutgeschrieben wird. „Das wäre eine Idee, ist aber mit dem Gemeinderat noch nicht abgestimmt“, betont der Rathauschef.

Theoretisch könnte ein Windpark im Hofoldinger Forst bis zu 20 große Windräder betreiben, höchstens drei oder vier davon auf Otterfinger Flur.

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