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Windrad für Otterfing? Ja für Betreibergesellschaft

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Ein Windrad für die Stromversorgung Otterfings wird immer wahrscheinlicher. Ein Standort im Hofoldinger Forst ist gesichert.
Ein Windrad für die Stromversorgung Otterfings wird immer wahrscheinlicher. Ein Standort im Hofoldinger Forst ist gesichert. © dpa

Der nächste Schritt hin zu einem Windrad für Otterfing ist getan. Der Gemeinderat hat der Gründung einer GmbH zugestimmt, damit noch heuer das Genehmigungsverfahren fortgeführt werden kann. Wie die Bürger an dem Windrad-Projekt beteiligt werden können, wird später entschieden.

Otterfing – Das Projekt Windräder im Hofoldinger Forst hat einen langen Weg hinter sich und ist jetzt auf der Zielgeraden. Bisher waren die Gemeinden Otterfing, Sauerlach, Aying und Brunnthal, das mittlerweile ausgestiegen ist, sowie die Landkreise München und Miesbach in der ARGE organisiert. Das geht jetzt nicht mehr. „Die Fortführung des Genehmigungsverfahrens muss im Namen der GmbH passieren, die die Windräder später betreibt“, erklärte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) am Dienstagabend im Gemeinderat. Deshalb die Gründung einer GmbH.

Gesellschafter seien die drei Gemeinden. Die Kreise könnten finanziell einsteigen, aber ohne Mitspracherecht. München habe kein Interesse, in Miesbach stehe die Entscheidung noch aus, informierte Falkenhahn. Dass der Kreis keine Entscheidungsbefugnis habe, sei deshalb wichtig, weil sonst immer auch der Kreistag gehört werden müsste, erklärte der Bürgermeister. Wie geht’s nun weiter? „Die Rechte der ARGE gehen auf die GmbH über“, sagte Falkenhahn. Die Betreibergesellschaft werde von der Kommunalaufsicht geprüft, das dauere etwa sechs Wochen, „müssen wir heute beschließen, damit das heuer noch über die Bühne geht“.

Windenergie für Otterfing: Gründung einer GmbH

Der Bürgermeister wollte das Windkraftprojekt eigentlich zu einem Thema in der Bürgerversammlung machen. Er bedauerte, dass die abgesagt werden musste, versprach aber „auf jeden Fall eine Bürgerinformationsveranstaltung“. Die Gründung der GmbH bedeute zudem noch nicht, dass das Windrad gebaut werde, stellte er klar. Noch stehe die zweite Wirtschaftlichkeitsprüfung aus. „Aber die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass das Windrad sinnvoll ist.“ Josef Killer (FWG) dagegen fand es falsch, eine GmbH zu gründen ohne deutliches Votum der Bürger. „Wollen die Bürger das Windrad wirklich haben?“, fragte er. Killer fand außerdem, es gebe günstigere Alternativen im Sinne der Energiewende, etwa Solarenergie.

Widerspruch auf Killers Aussagen kam aus allen Fraktionen. „Solartechnik ist ein Flächenfraß“, sagte Stefan Burgmayr (FWO). Solar passe auf Dächer und entlang von Autobahnen, aber nicht auf freie Flächen. „Ich möchte keinesfalls den Hofoldinger Forst für eine Solaranlage abholzen“, erklärte Thomas Hogger (Grüne). Die Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Windrad sei außerdem so gut, „dass ich dort investieren werde“. Robert Schüsselbauer (CSU) bemerkte, dass Solarfelder bei gleicher Energiegewinnung sechsmal so viel Fläche wie ein Windrad brauchten. „Wir müsse das jetzt durchziehen und gute Preise sichern“, forderte er. So sah das auch Max Ruf (SPD). „Bürgerbeteiligung ist gut“, sagte er, aber entscheiden müssten die Gemeinderäte als gewählte Volksvertreter. „Wir können Stimmungsbilder einholen, und die, die ich geholt habe, waren durchwegs positiv.“ Ruf meinte, jetzt sei nicht die Zeit „eine Rolle rückwärtszumachen und vor vorne anzufangen“. Ulrike Stockmeier (FWO) stärkte dem Projekt ebenso den Rücken. „Ein Windrad ist vielleicht nicht schön, aber alternativlos.“ Sie wollte aber auch gesichert haben, dass Otterfing durch den Ausstieg Brunnthals kein Nachteil entstehe. Bürgermeister Falkenhahn versicherte, dass Otterfing durch die Nachverhandlungen sogar besser dastehe als vorher.

Noch heuer soll Genehmigungsverfahren fortgeführt werden

Roberto Sotanelli (SPD) erinnerte zum Ende der Debatte daran, dass Otterfing mit dem Standortsicherungsvertrag abgesichert habe, dass nicht ein anderer im Forst gleich 20 Windräder baue. „Wir bewegen uns in die richtige Richtung, damit wir es kontrolliert verwirklichen können und es nicht explodiert.“ Die Gründung der „Windenergie Hofoldinger Forst GmbH“ befürwortete der Gemeinderat mehrheitlich – einzig Josef Killer stimmte dagegen. (Christine Merk)

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