240 Meter hoch und unübersehbar: Wie die im Hofoldinger Forst geplanten Windräder von Otterfing aus auf das Sichtfeld wirken, zeigen erste Visualisierungen. Hier vom Gewerbegebiet im Norden unweit der Bahntrasse wären demnach zwei Rotoren zu erkennen (rechts neben einem Lichtmast).
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240 Meter hoch und unübersehbar: Wie die im Hofoldinger Forst geplanten Windräder von Otterfing aus auf das Sichtfeld wirken, zeigen erste Visualisierungen. Hier vom Gewerbegebiet im Norden unweit der Bahntrasse wären demnach zwei Rotoren zu erkennen (rechts neben einem Lichtmast).

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Windräder im Hofoldinger Forst: Bauanträge schon im Herbst?

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die Gemeinde Otterfing und der Landkreis Miesbach schieben an: Der von der Arge Windenergie Hofoldinger Forst geplante Windpark kann mit Rückenwind der südlichen Partner rechnen. Wo es ruckelt, wie es weitergeht – das soll am 14. April ein Online-Bürgerdialog klären.

Otterfing – Aus vier Windrädern werden drei – oder doch wieder vier? Der überraschende Ausstieg Brunnthals aus der Arge Windenergie Hofoldinger Forst hat das interkommunale und landkreisübergreifende Projekt durchgeschüttelt, aber nicht aus der Bahn geworfen. „Am Zeitplan ändert sich erst mal nichts“, sagt Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD).

Nachdem die erste Wirtschaftlichkeits-Berechnung viel versprechende Zahlen ergab und die faunistische Untersuchung keine naturschutzrechtlichen Hürden erkennen ließ, stimmten – bis auf Brunnthal – alle Partner zu, das Projekt weiter zu verfolgen. Die Gemeinden Otterfing, Sauerlach und Aying wollen auf ihrem Gebiet jeweils ein Windrad bauen, unterstützt von den Landkreisen Miesbach und München. Brunnthal als vierter Standort scheidet aus.

Bürger sollen sich an Windrädern beteiligen können

„Aktuell läuft die zweite Prüfphase“, sagt Falkenhahn. Nochmals wird gecheckt, ob sich trotz der hohen Baukosten – je Windrad werden gut sechs Millionen Euro angesetzt – ein Gewinn erwirtschaften lässt. Derzeit verheißen die Zahlen eine Rendite von drei bis fünf Prozent, wovon möglichst viele Bürger profitieren sollen: Die Windräder sind als „Bürgerwind-Anlagen“ konzipiert. Das Zeitfenster für Windräder gilt aktuell als günstig: Die Anlagen wären zu einem guten Preis zu haben, die EEG-Vergütung ist attraktiv.

Der Zeitplan sieht vor, bis Ende September alle weiteren Gutachten einzuholen, Betreibergesellschaften zu gründen und möglichst schon die Bauanträge zu stellen. Genehmigt werden Windräder nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz von den jeweiligen Landratsämtern. Mitte 2022 könnte Baurecht vorliegen.

Während die Arge-Mitglieder Otterfing, Aying, Sauerlach und der Landkreis Miesbach sprungbereit sind, muss der Landkreis München noch Hausaufgaben erledigen. Es gilt, die Verordnung für das bestehende Landschaftsschutzgebiet „Hofoldinger und Höhenkirchner Forst“ so zu öffnen, dass das Windrad auf Sauerlacher Flur möglich wird. Das Verfahren läuft parallel, um keine Zeit zu verlieren. Den fälligen Beschluss will der Umweltausschuss am 7. Juni liefern. Wie Franziska Herr, Pressesprecherin des Landratsamts München, auf Anfrage mitteilt, deckt ein Beschluss vom Februar 2019 die grundsätzliche Zustimmung zu den Windkraft-Plänen im Hofoldinger Forst ab – und zwar „bis zum Genehmigungsantrag“.

Arge will Betreibergesellschaft gründen

Die Arge selbst will Mitte April in einem Online-Meeting klären, wie man sich nach dem Ausstieg Brunnthals neu aufstellt. Auf jeden Fall muss der Standortsicherungsvertrag mit den Staatsforsten angepasst werden. Unklar ist, ob das vierte Windrad doch noch möglich ist, etwa auf Ayinger Gebiet.

Aus Sauerlach gebe es den Wunsch, so Falkenhahn jüngst im Otterfinger Gemeinderat, das eigene Windrad näher an die Brunnthaler Grenze zu schieben, um noch mehr Abstand zu einer Kleinsiedlung zu bekommen: „Das wäre möglich, ohne neu in eine Standortuntersuchung einsteigen zu müssen.“ Auch über die Form einer künftigen Betreibergesellschaft will die Arge beraten. Den Arge-Vorsitz hat noch der Landkreis Miesbach, ab Juli übernimmt turnusgemäß der Landkreis München.

Mittlerweile gibt es Visualisierungen, die mittels Foto-Montagen einen Eindruck vermitteln, wie die geplanten Windräder in der Landschaft wirken. Auch die Perspektiven von Otterfinger Standorten sind dokumentiert. „Man erkennt ganz gut, dass einen die Windräder trotz ihrer Größe optisch nicht erschlagen“, findet Falkenhahn.

Mehr Details zum Projektstand gibt es bei einem Infoabend für Otterfinger Bürger am Mittwoch, 14. April, ab 19.30 Uhr. Ein Expertenteam steht Rede und Antwort. Wenn es die Inzidenz zulässt, soll die Veranstaltung in der Schulaula stattfinden. Auf jeden Fall wird es auch eine Online-Übertragung geben.

Anmelden für Info-Abend: Für die Veranstaltung am 14. April ist eine Vorab-Registrierung unbedingt nötig. Anmeldungen sind möglich bis Freitag, 9. April, unter der Nummer 0 80 24 / 90 63 101 oder E-Mail: gemeinde@otterfing.de. Interessierte sollten angeben, ob sie an der Präsenz- oder der Onlineveranstaltung teilnehmen möchten.

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