Bluttat an Gesamtschule: 15-Jähriger tötet Mitschüler (14)

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Nichts wie weg: Pferde sind von Natur aus Fluchttiere. Wenn sie sich erschrecken, ist ihr erster Instinkt – weglaufen. Reitstallbesitzerin Andrea Tschiesche verbringt deshalb die Nacht auf ihrem Hof, um schlimmeres zu verhindern.

Pferde in der Silvesternacht

Im Stall bleibt das Licht an

Otterfing - Es blitzt und knallt, die Silvesterkracher fliegen. Eine Riesenstress für Pferde. Wie können die Besitzer ihnen dabei helfen, die Nacht gut zu überstehen? Wir haben nachgefragt.   

Auch unter Pferden gibt es eher ruhige Gemüter und andererseits sehr nervöse Exemplare. Die einen Pferde beobachten das Feuerwerk, die anderen schwitzen und wollen weglaufen. 

Reitstallbesitzerin Andrea Tschiesche weiß das. Neben ihrem Stall in Otterfing liegt der Fußballplatz. „Da wird immer geschossen.“ Am schlimmsten sei es für die Pferde im Offenstall. „Wir hoffen, dass keines durch den Zaun bricht.“ Ein Pferd sei eben ein Fluchttier. Passiert ist das bei Tschiesche bisher nicht.

Isabell Herold ist Tierärztin in einer Gemeinschaftspraxis in Warngau. Sie weiß, wie wichtig es ist, dass jemand bei den Pferden bleibt. Außerdem: Licht anmachen. „Damit die Pferde das farbige Licht der Knaller nicht mitbekommen.“ Von Beruhigungsmitteln rät die Veterinärin ab. „Die muss man 20 Minuten vorher geben, bevor sich das Pferd aufregt.“ Gebe man es zu früh, könne sich eine paradoxe Wirkung entfalten. „Die Tiere regen sich dann noch mehr auf.“ 

Aus Erfahrung weiß die Tierärztin, dass man mit den Böllerschützen gut reden könne, wenn es um Pferde geht. Die Besitzer sollen sie einfach bitten, etwas weiter entfernt und in eine andere Richtung zu schießen. „Wenn die Schüsse weiter weg sind, reicht es schon, die Türen zu schließen“, erklärt die Pferdeexpertin.

Die Silvesternacht verbringt Tschiesche mit ihrer Familie und einigen Pferdebesitzern schon immer auf der Reitanlage. „Helfen können wir den Pferden aber nicht viel“, bedauert sie. Würde aber etwas passieren, könnte sie eingreifen. Ein paar von ihnen positionieren sich an den Boxen, ein paar am Offenstall.

Hineingehen vermeiden sie aber. Das wäre zu gefährlich, wenn die Pferde dann wirklich durchdrehen. „Wir versuchen, beruhigend mit der Stimme einzuwirken“, sagt Tschiesche. Außerdem lasse sie – wie auch Tierärztin Herold rät – auf der ganzen Anlage das Licht brennen. Ist der Krach dann vorbei, können auch die Tschiesches mit ihren Freunden auf das neue Jahr anstoßen.

Von Nina Probst

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