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Und hoch die Beine: Gar nicht so einfach, wenn sich zwei Frauen eine Strumpfhose teilen. Doch bei der Faschingsgaudi des Otterfinger Frauenbundes klappte es zum Vergnügen der Zuschauer bestens.

Otterfinger Frauenbundfasching

Skurrile Augenfreuden

Otterfing - Beim Otterfinger Frauenbundfasching wurde dem Publikum eine witzige Show präsentiert. Die Haberfeldtreiber legent sogar eine Lösung fürs Sportzentrum vor. 

Man muss nicht nach Venedig reisen, um dort den Karneval zu erleben. Am Mittwochabend reichte ein Besuch der Faschingsgaudi in der Otterfinger Mehrzweckhalle. In prächtigen Kostümen drehten sich die Damen des Otterfinger Frauenbundes beim Abschlusstanz auf der Bühne und bewiesen den mehr als 600 begeisterten Narren zum Höhepunkt des Abends: schöner, besser, eindrucksvoller kann es in Venedig kaum sein. 

Traditionell gehört der Abend vor der Altweiberfastnacht in Otterfing den Frauen. Unter dem Motto „Lach (mal) wieder“ unterhielten die 20 Mitwirkenden mit Sketchen, Witzen, Shownummern und satirischen Seitenhieben auf die Gemeindepolitik und Gesellschaft ihre Gäste aufs Beste. Und die kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, denn die Akteurinnen spielten heuer ihre Stärken voll aus, brillierten mit überraschenden Shownummern und einer perfekten Choreografie. „Wo sie nur die Ideen immer wieder herzaubern“, wunderte sich so mancher. 

Eröffnet wurde der Reigen mit „Zeigt her eure Beine“, ein Ballett für acht Damen in Strumpfhosen. Das Besondere: zwei Ballerinas teilten sich ein Beinkleid. Keine leichte Aufgabe. Anschließend kochten die „Musikalische Hausfrauen“ in angedeuteten Rokokokostümen und Perücken zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart. Und dann zuckte so mancher Besucher zusammen. „Wir haben heuer zu wenige Aktive, brauchen Freiwillige, die Hilfe des Publikums“, hieß es. 

Rollen mussten verteilt werden: kleine, große, lange, kurze, dicke, dünne. Da ging so mancher in Deckung und atmete bald darauf auf. Als alles verteilt war, wurde klar: Hier ging es um Papp- und Küchenrollen. Auf die Bühne musste nur einer, Bürgermeister Jakob Eglseder. Er hatte die Rolle des Vorkosters erwischt. Seine Aufgabe war es, ein Stück Kuchen zu probieren. 

Skurril wurde es bei „Ohren auf beim Radiohören“: Ein Ehepaar wollte eigentlich Frühsport nach Anleitung im Radio machen, bekam aber nicht mit, dass das Programm geändert wurde. Statt um Leibesübungen ging es um Gaumenfreuden und um die schmackhafte Zubereitung eines Täubchens. Pech nur, dass ausgerechnet der Ehemann in diesem Falle das genannte Täubchen war. So lag er auf der Gymnastikbank, wurde mit reichlich Senf, Pfeffer, Paprika und Salz gewürzt, am Schluss noch mit Bier überschüttet – für die resche Kruste. Mit vollem Einsatz ging es unter dem Lachen der Zuschauer zur Sache. 

Fehlen durfte diesmal auch nicht der politische Teil. Diesen übernahmen heuer die Haberfeldtreiber und präsentierten prompt eine Lösung für das neue Sportzentrum: das „Otterfinger Sport- und Kulturzentrum mit alpinem Panoramablick“, mit viel Platz im Keller für Autos, Schützen und Kegler. Fünf Stockwerke mit Hotel, einem drehbaren Bürgersaal mit Gastronomie und ganz oben die Stockbahnen, „auf dass sich keiner mehr beschwert über den Lärm. Für alle Vereine im Ort schaffen wir Platz und außen herum eine acht Meter hohe Klagemauer.“ Zum Schluss appellierten sie an die Vernunft: „Miteinander im Dorf regieren, dann ist für alle ein besseres Zusammenleben.“

Von Siegfried Niedergesäss

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