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Otterfinger (57) wirft Wiesseer (66) Nötigung vor

Parklücken-Eklat endet mit Freispruch

Miesbach/ Holzkirchen  - Es war ein heißer Tag im Juli. Da können die Nerven schon einmal blank liegen. Gerade, wenn es um das liebe Auto geht. Deshalb trafen sich nun ein Otterfinger und ein Wiesseer vor dem Amtsgericht Miesbach wieder.  

Es war ein Sommertag im Juli des vergangenen Jahres. Die einen gingen zum Eisessen, andere zum Baden und wieder andere stritten sich wegen einer Parklücke. So geschehen auf dem Parkplatz beim Atrium in Holzkirchen. Dort trafen ein 66-Jähriger aus Bad Wiessee und ein 57-jähriger Otterfinger aufeinander. Von den Parkkünsten des jeweils anderem waren sie so gar nicht überzeugt. So wenig, dass der Otterfinger den Wiesseer anzeigte und die Sache damit jetzt vors Amtsgericht Miesbach brachte.

Nötigung soll es laut Anklage gewesen sein. Denn der 66-Jährige soll das Auto des Klägers so zugeparkt haben, dass der weder auf der Fahrer- noch auf der Beifahrerseite hätte einsteigen können. „Ich war in Eile, und das war die einzig freie Parklücke“, sagte der Angeklagte vor Gericht. „Meine Frau hatte einen Arzttermin, und wir waren spät dran.“ Als alles erledigt war, und das Ehepaar zum Parkplatz zurückkehrte, empfing sie der Otterfinger mit den Worten „Parkst Du immer so blöd?“. Minutenlang habe er versucht, in sein Auto einsteigen zu können – erfolglos. „Ich hätte höchstens über den Kofferraum einsteigen und über die Kopflehnen und die Mittelkonsole klettern können“, erklärte der 57-Jährige dem Amtsrichter Walter Leitner. „Aber das wollte ich nicht.“ Stattdessen hielt er die prekäre Situation mit seiner Handykamera fest. 

Wie der Angeklagte vor Gericht angab, soll der Otterfinger aber über die weiße Parkmarkierung gefahren sein und so ein ordnungsgemäßes Parken für ihn unmöglich gemacht haben. „Das hab ich aber nur gemacht, weil alle anderen neben mir auch so geparkt haben und ich nicht anders konnte“, erklärte das vermeintliche Parkplatz-Opfer darauf. 

Und dann brachte der Bad Wiesseer das Fass zum Überlaufen. „Er hat zu mir gesagt, dass er extra so geparkt hat, damit ich lerne, wie man sich ordentlich in die Markierung stellt“, behauptete der Otterfinger. Der Beschuldigte stritt das jedoch vehement ab. 

Weil nun aber beide während der Verhandlung auf ihrer Version der Auseinandersetzung beharrten und keiner einen Parkfehler eingestehen wollte, sprach der Staatsanwalt von einer „Patt-Situation“. Im Zweifel müsse man eben für den Angeklagten entscheiden. Deshalb plädierte er auf Freispruch. 

Auch der Richter sah den Vorwurf der Nötigung nicht bestätigt: „Es ergibt sich kein Vorsatz aus dieser Situation. Daher gibt es auch keine Verurteilung.“

hph

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