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„Eine Erleichterung“: Pater Stefan Havlik (r.) hat lange auf die Sanierung des Pfarrhauses im Hintergrund gewartet. Auch (v.l.) Hans Sauer von der Kirchenverwaltung, Pfarrverbandsratsvorsitzende Sabine Strauß und Pfarrgemeinderätin Petra Kleinschwärzer freuen sich. Die Maßnahmen kosten insgesamt 3,3 Millionen Euro.

Pfarrhaus-Umbau ist genehmigt

Ein (Geld-) Segen für die Gläubigen

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Weyarn - Das alte Pfarrhaus in Weyarn wird saniert und umgebaut. Für 3,3 Millionen Euro. Ein Saal, Büros und Gruppenräume sollen künftig dort unterkommen. Schon im Frühjahr 2016 rollen die Bagger an. Für Herbst 2017 ist der Einzug geplant.

Als vor einer Woche Post aus München eintrudelte, fiel Pater Stefan Havlik ein Stein vom Herzen. Dann hatte er es schwarz auf weiß: Das marode Pfarrhaus in Weyarn kann saniert und umgebaut werden. Endlich. Das Ordinariat hat das Geld dafür freigegeben, hieß es in dem Brief. „Das ist eine große Erleichterung“, sagt er. „Das war ein langer Weg für die Pfarrei.“ Manche Gläubige hatten davor die Hoffnung schon fast aufgegeben: „Das werde ich nicht mehr überleben“, sagten einige Schäfchen zuweilen zu ihrem Pfarrer. 

Doch jetzt ist es offiziell. Zum entsprechenden Bauantrag der Kirchenstiftung – den Pater Stefan zuvor übrigens persönlich im Rathaus abgegeben hatte – hat der Gemeinderat nun geschlossen sein Einvernehmen erteilt. Beantragt waren die Generalsanierung des Pfarrhauses und der Umbau zum Pfarrheim und Pfarramt. Zur Sitzung war der Pfarrer nicht erschienen, die habe er „betend begleitet“, wie er sagt. 

Auch Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) machte ein erleichtertes Gesicht. „Das ist eine sehr erfreuliche Geschichte“, sagte er. Immerhin stand das Pfarrhaus seit einigen Jahren leer und befand sich „in einem sehr desolaten Zustand“. Nur das Dach – in das sich der Hausschwamm gefressen hatte – ließ das Ordinariat 2010 für circa 280 000 Euro richten. „Dass es nun wieder komplett hergestellt wird, ist ein riesen Gewinn für die Gemeinde.“ 

Die 3,3 Millionen Euro an Kosten trägt zum größten Teil das Ordinariat, erklärt Bettina Göbner, Pressesprecherin aus dem Erzbischöflichen Ordinariat München und Freising. Der Vergabeausschuss hatte das Geld im November freigegeben, die Planung stand schon länger. „Es gab keine größere Diskussion“, meint Göbner. Trotz der hohen Kosten. Rund 100 000 Euro steuert die Pfarrei bei. Das Geld stammt laut Pater Stefan größtenteils aus Spenden. Zusätzlich muss die Pfarrei 65 000 Euro an Hand- und Spanndiensten erledigen. 

Und das wird gemacht: Zum einen werden laut Göbner statische Arbeiten an Innenwänden und Deckenbalken vorgenommen und Heizung, Elektrik sowie Böden erneuert. Man tausche die Fenster aus, die neuen orientieren sich am historischen Vorbild – das Gebäude entstand 1708. Die Garagentore, die einst die Feuerwehr nutzte, werden durch Fenstertüren ersetzt. Ein Treppenlift sorgt für Barrierefreiheit. 

Im Erdgeschoss kommt – neben Küche, Garderobe und einem öffentlichen WC – ein Pfarrsaal unter. In Pater Stefans Augen ist das ein Segen. „Bislang hatten wir keinen Saal für große Veranstaltungen.“ Auch über die Gruppenräume, die im ersten Stock entstehen, freut er sich. Denn aktuell müssen sich Jugend, Frauenbund und Senioren für Treffen mit Provisorien begnügen. Selbst die Pfarrbüros – die nun ebenfalls in der ersten Etage Platz finden – sind bisher in Räumen des Deutschen Ordens ausgelagert. Der Haupteingang des Pfarrzentrums wird gegenüber der Rathaustür liegen. „Hier müssen wir vertragliche Vereinbarungen treffen“, erklärte Wöhr. Der Bereich gehöre der Gemeinde. 

Der Zeitplan ist straff: Im Frühjahr 2016 ist laut Göbner Baubeginn, im Herbst 2017 soll alles fertig sein. Doch Pater Stefan will sich nicht in seinen Terminkalender am 1. September „Kisten packen“ schreiben. „Ich bin Realist genug, um zu wissen, dass ein Umbau etwas länger dauern kann.“ Doch darauf komme es nicht an. Hauptsache ist, dass die 970 Gläubigen ein Zuhause bekommen.

Von Marlene Kadach

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