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Sie schmieden die Fusion: (v.l.) Nicola Günzel-Peltner, Thomas Diedenhofen und Elisabeth Dasch initiieren einen gemeinsamen Förderverein für fünf Schulen in Holzkirchen.

Pläne für gemeinsamen Schul-Förderverein

Ein Bündnis für die Bildung

Holzkirchen - Die Fördervereine mehrerer Schulen wollen ihre Kräfte bündeln – unter einem Dach, mit verschiedenen Sparten. Im zweiten Anlauf soll die Fusion nun klappen.

Die Marktgemeinde ist in den vergangenen Jahren zum Schulstandort der Superlative gewachsen. Doch die Fördervereine kochen bislang noch ihr eigenes Süpplein. Das soll sich ändern. Der Förderverein Weiterführende Schulen in Holzkirchen, der jahrzehntelang für eine Realschule, ein staatliches Gymnasium und eine Fachoberschule in der Marktgemeinde kämpfte, und die Förderer und Freunde der Realschule Holzkirchen setzten die Idee für einen gemeinsamen Verein auf die Gleise. Die Kräfte sollen gebündelt werden – zu einem gesamtheitlichen Förderverein für Bildung in Holzkirchen. Am Dienstag, 31. März, ist um 19 Uhr ein Infoabend im Gasthof Oberland angesetzt. Die Vorstände haben alles vorbereitet – jetzt müssen sie Mitglieder und Eltern von dem Schulterschluss überzeugen.

„Das hat nur Vorteile“, meint Elisabeth Dasch, Vorsitzende des Fördervereins Weiterführende Schulen in Holzkirchen. Nicht selten haben Eltern Kinder in verschiedenen Schulen und sind in verschiedenen Fördervereinen Mitglied. Mit einem gemeinsamen Verein würden sich bei einem Schulwechsel künftig Aus- und Beitritt erübrigen. Und die Fusion böte die Chance für schulübergreifende Veranstaltungen, etwa Vorträge oder Projekte wie „Schüler helfen Schülern“. Die Spendenakquise würde auch einfacher, erklärt Thomas Diedenhofen, Kassier bei den Förderern und Freunden der Realschule. Die Holzkirchner Unternehmen würdigten zwar erfahrungsgemäß großzügig, dass an den Schulen ihre Angestellten von morgen ausgebildet werden. Aber wenn alle Nase lang jemand anklopfe, werde es schwierig. Ein gemeinsamer Verein könnte da professioneller agieren. „Und zielgerichtet an einzelne Schulen und Projekte spenden, das könnten die Firmen über den neuen Verein auch“, betont Diedenhofen. Denn für jede der bedachten Schulen – Gymnasium, FOS, Realschule, Wirtschaftsschule und die Mittelschule, die bislang noch keinen Förderverein hat – ist eine eigene Sparte vorgesehen. 1000 Euro soll jede Sparte als Startkapital bekommen, der Rest fließt in einen gemeinsamen Grundstock, den der Vorstand verwaltet. Jede Schule soll mit einem Mitglied im Vorstand vertreten sein. „Jeder erhält das gleiche Stimmrecht“, betont Diedenhofen. Die Mustersatzung aufzustellen, nahm ganze zwei Jahre in Anspruch. „Das war juristisch in etwa so aufwändig, wie wenn mehrere Firmen fusionieren“, erklärt Diedenhofen. Die Satzung – inzwischen notariell geprüft – ist so konzipiert, dass die Mitglieder der anderen Vereine unter das Dach des Fördervereins der Realschule schlüpfen, der sich nach der Fusion umbenennen soll.

„Mit einer solchen Bildungsgemeinschaft wären alle Kräfte gebündelt und gleichzeitig so viele Probleme, die der Alltag in den Schulen mit sich bringt, vom Tisch“, findet auch Nicola Günzel-Peltner, Vorsitzende der Förderer und Freunde der Realschule Holzkirchen. „Mit dieser Bildungsgemeinschaft wären wir deutschlandweit Vorreiter“, weiß Diedenhofen. Er könnte sich vorstellen, dass langfristig auch die Fördervereine der Grundschulen und der Kindergärten dem Bündnis beitreten könnten.

Alexandra Korimorth

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