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Platz für Fußballgolf: 18 Spielbahnen (auf grüner Fläche) sollen auf der Wiese zwischen der Kreisstraße und dem Waller Sportplatz (unten l.) modelliert werden. In Gelb sind in die vorgesehenen Parkplätze eingezeichnet, in Rot das Starthäuschen. Das Café Waldeck liegt in diesem Ausschnitt aus dem ersten Bebauungsplanentwurf am oberen Bildrand.

Gemeinderat Warngau bringt Baurecht in Wall auf den Weg

Projekt Fußballgolf nimmt erste Hürde

Warngau - Das Projekt Fußballgolf in Wall kommt voran: Der Warngauer Gemeinderat hat die baurechtlichen Grundlagen mit 15:1 Stimmen auf den Weg gebracht.

Es wäre eine Freizeitanlage, die auch dem Tourismus zugute kommen könnte: Auf 18 Bahnen könnten Groß und Klein, Jung und Alt den Fußball einlochen – fast wie beim Minigolf, nur ohne Schläger und mit dem Fußball. „Das wäre eine Attraktion, die es im Landkreis und in der Umgebung bisher nicht gibt“, sagt Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG). Die Fußballgolf-Anlage, die der Waller Wirt Anton Mehringer auf einem 3,4 Hektar großen Areal zwischen der Kreisstraße MB 10 (Miesbacher Straße) und dem Sportplatz plant (wir berichteten), hat jetzt eine erste Hürde genommen: Der Gemeinderat brachte die Änderung im Flächennutzungsplan und die Aufstellung des Bebauungsplans, der Baurecht dafür schaffen soll, auf den Weg – jeweils gegen die Stimme von Winfried Dresel (Grüne). 

Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet Egartenlandschaft. Die Fußballgolf-Anlage soll aber nicht – wie einst das Einheimischen-Baugebiet Wall – über eine Herausnahme ermöglicht werden, für die ein Kreistagsbeschluss nötig wäre, sondern über eine Befreiung auf dem Verwaltungsweg. Das Landratsamt habe die Möglichkeit dazu in Aussicht gestellt, so Thurnhuber – unter der Bedingung, dass die Planung vorab straff festgezurrt wird. Es sei sogar ein Vorteil, dass das Schutzgebiet formal nicht angetastet werde und die Fläche den Landschaftsschutz nicht komplett verlasse, argumentiert Thurnhuber: „Wenn die Anlage wegkommen sollte, müsste alles komplett zurückgebaut werden.“ 

Neben den 18 Spielbahnen, die in die Wiese modelliert werden sollen, ist an der Südostecke des Areals ein Starthäuschen geplant, das auch als Kiosk, WC und Lagerraum dienen soll. Südlich davon sind gut 30 Parkplätze für die Besucher geplant. Zur Kreisstraße hin soll ein höchstens 1,5 Meter hoher, weitgehend blickdurchlässiger Stabgitterzaun entstehen. 

Der Gemeinderat hat hier noch Diskussionsbedarf. Während etwa Anton Bader (FWG) und Peter Huber (CSU) den Zaun gerade wegen spielender Kinder für nötig halten, sind etwa Adolf Schwarzer und Leonhard Obermüller (beide CSU) dagegen: Am Golfplatz in Piesenkam, der zu beiden Seiten einer Kreisstraße angelegt wurde, stehe auch kein Zaun. 

Die Gemeinde hängt sich an die Bauleitplanung mit dran, „um mehrere Lösungen auf ein Mal zu finden“, wie Thurnhuber sagt: An der Kreisstraße plant sie einen Geh- und Radweg, dazu fünf Stellplätze nördlich der Kreisstraße und zwölf Stellplätze südlich des Café Waldeck, die die Gemeinde in Erbpacht von Mehringer erwerben will. Eine ungute Kombination, fand Dresel: „Da koppelt sich ein Geschäft ans andere.“ Der Rest des Gremiums sah das anders. „Das war nie eine Bedingung des Antragstellers, sondern ein Wunsch der Gemeinde, das zu verbinden“, betonte Obermüller. 

Doch nicht nur Dresel hat Bauchschmerzen, sondern auch der Nachbar. Wirt Christian Kotz ist nicht begeistert, dass die neuen Anlagen seinem Café Waldeck derart auf die Pelle rücken. „Dass Fußballgolf eine nette Sache wäre, geb’ ich ja zu“, sagt er gegenüber unserer Zeitung, und er gönne Mehringer das auch. Sein Vater Georg Kotz, der vor wenigen Monaten überraschend starb, war bei einer Besichtigung einer bestehenden Anlage in Inzell mit dem Gemeinderat dabeigewesen. „Er hat gesagt, das ist schön“, sagt Kotz, „aber der Eiffelturm ist auch schön, trotzdem will ich ihn nicht vor der Haustür haben.“ Etwa 30 Meter von der Terrasse wären der neue Parkplatz und die Anlage entfernt. Kotz rechnet mit mehr Lärmbelästigung, vor allem durch die Platzpflege. Den Parkplatz der Gemeinde vor der Café-Terrasse findet er deplatziert. „Unser Biergarten lebt von der guten Aussicht und der Ruhe.“ Beides, befürchtet Kotz, wäre mit den Parkplätzen dahin: „Dann haben wir links die vielbefahrene Kreisstraße und vorne Parkplätze.“ Und die Ausfahrt läge gefährlich in einer leichten Kurve. 

Thurnhuber sieht das ganz anders. Der Parkplatz könnte neben Wanderern gerade dem Café Waldeck zugute kommen. Auch bisher werde dort schon geparkt, nur eben wild, meinte Marlene Hupfauer (FWG) im Gemeinderat. Kotz will im Bebauungsplanverfahren trotzdem zu dem Projekt Stellung nehmen.

Katrin Hager

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