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Umzug in neue Räume: Regens Wagner bietet nun 74 Menschen mit Behinderung einen Platz zum Leben und Arbeiten, sagt Leiterin Kathrin Seiler (hinten links). Als Möbelpacker half ein Team um Rudolf Ullmann (Mitte) mit

Freiwillige Möbelpacker im Dienst

Regens-Wagner bezieht neue Räume

Erlkam - Umzug ist Stress? Nicht unbedingt. Jetzt bewiesen über 30 ehrenamtliche Helfer, dass Kisten schleppen auch Spaß machen kann. Auf dem Gelände der Regens Wagner Stiftung wurde nun ein Neubau bezogen, eine weitere Wohneinheit, die 16 Menschen mit Behinderung beherbergt.

Regens Wagner in Erlkam bietet ab sofort 74 Menschen mit Behinderung einen Platz zum Leben und Arbeiten. Das sind acht Plätze mehr als bisher, die nun über eine Warteliste aufgefüllt werden. Das neue Gebäude verfügt über 800 Quadratmeter und beherbergt fortan zwei Gruppen à acht Personen. „Das Haus ist wirklich schön geworden und es entspricht den aktuellen Bestimmungen des Pflege-, Wohn- und Qualitätsgesetzes“, sagte Kathrin Seiler, die Leitern der Regens-Wagner-Stiftung. Der Neubau kostete rund 2,3 Millionen Euro und ist ein gefördertes Bauprojekt des Freistaates Bayern. 

Eltern, Angehörige und 20 Mitarbeiter der DEVK-Versicherung halfen jetzt beim Umzug mit und versprühten trotz des Dauerregens und vieler sperriger Möbelstücke gute Laune. 

Dass das Versicherungs-Team mitanpackte, ist Rudolf Ullmann zu verdanken, der auch als Schriftführer der Feuerwehr Holzkirchen bekannt ist. Seine 33-jährige Tochter Michaela wohnt bei Regens Wagner. Sie arbeitete einige Jahre in den Förderstätten der Einrichtung, vor fünf Jahren dann zog die 33-jährige Frau mit Behinderung komplett in die Räumlichkeiten der Stiftung ein. „Als ich hörte, dass Hilfe beim Umzug benötigt wird, habe ich sofort an unser soziales Projekt Tatkraft gedacht“, erzählte Ullmann. 

Er arbeitet im Innendienst für die DEVK-Versicherung. Immer wenn Mitarbeiter von einem förderungswürdigen Projekt hören, helfen sie im Rahmen der Aktion Tatkraft. „Ich bin irre stolz, dass hier heute am Samstag, also in der Freizeit, 20 meiner Mitarbeiter parat waren, ich musste niemanden bitten oder betteln“, meinte Ullmann. „Die Stimmung hätte nicht besser sein können.“ Seiler freute sich über die Unterstützung: „Sonst hätten wir bestimmt zwei Tage benötigt. Jetzt war alles nach ein paar Stunden erledigt“, sagte sie. 

Die neuen rund 800 Quadratmeter des Neubaus waren nach fünf Stunden mit Kisten und Möbelstücken gut gefüllt. Dieser Tage werden die Kisten dann ausgeräumt, die Möbelstücke an die richtigen Stellen gerückt – und nach und nach ziehen die Bewohner ein. Dabei nehmen die Behinderten den Umzug ganz unterschiedlich auf. „Einige tun sich leichter, andere schwerer“, erklärte Seiler. „Aber die Mitarbeiter, also ihre Ansprechpartner, die Gruppenzusammensetzung und die Zimmergestaltung bleiben gleich.“ 

Die Leiterin legt großen Wert darauf, dass die Bewohner selbst nach ihren individuellen Fähigkeiten in den Umzug und die Gestaltung der Räume einbezogen werden. „Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass Veränderungen nicht unbedingt zu Problemen führen, sondern oft auch neue Chancen bieten, sich persönlich weiterzuentwickeln“, sagte Seiler. „Wichtig ist aber bei jeder Veränderung die pädagogische Betreuung.“ 

Dabei ist es bereits die zweite Veränderung innerhalb kurzer Zeit. Erst im September 2015 wurde das neu gestaltete Hauptgebäude, das unter anderem Büros, Konferenzraum, Großküche und Wäscherei beherbergt, eingeweiht (wir berichteten). Die rund vier Millionen Euro teure Renovierung wurde von unserer Spendenaktion „Leser helfen Lesern“ mitfinanziert.

Von Kathrin Suda

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