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Der Rohbau ist fertig: Berthold Steinmann, Chef von Bosch Holzkirchen, feierte am Donnerstag mit seinen 80 Mitarbeitern und den Baufirmen Richtfest für den Neubau im Föchinger Gewerbegebiet. Im September soll der Betrieb anlaufen.

Rohbau ist fertig

Bosch macht rasante Fortschritte

Föching - Bosch gibt Gas. Der Bau des Entwicklungszentrums in Föching schreitet rasant voran. Im September sollen 120 Mitarbeiter in nagelneuen Räumen beginnen, sich die Autos und Antriebe der Zukunft auszudenken – und zu bauen.

Bosch entdeckte die Marktgemeinde bereits 2002. Damals kaufte der Technologie-Riese aus dem Schwäbischen die Firma erphi im Industriegebiet. Die pfiffige Truppe aus Holzkirchen baute Prototypen für Elektroautos – und fiel den Chefs bei Bosch Engineering in Abstatt (bei Heilbronn) auf. „Sie sind kreativ, denken unkonventionell und sie sind schnell“, lobte Geschäftsführer Bernhard Bihr im April 2014 beim Spatenstich.

Ende Mai 2013 hatte sich der Konzern – nach längerer Bedenkzeit – zum Ausbau des Standorts Holzkirchen entschlossen. Bosch kaufte 20 000 Quadratmeter im Gewerbegebiet Föching nordwestlich der Bergfeldstraße. 220 Euro je Quadratmeter verlangte die Gemeinde, die das gesamte Gewerbegebiet bekanntlich selbst vermarktet. Weitere rund zehn Millionen Euro investiert Bosch in den Neubau. „Rechtzeitig vor dem Wintereinbruch bekamen wir den Rohbau dicht“, freute sich Berthold Steinmann, Chef von Bosch Holzkirchen, gestern bei einem kleinen Rundgang, „der Innenausbau läuft auf Hochtouren.“

Im Erdgeschoss entstehen eine große Fahrzeug-Werkstatt mit vier Hebebühnen sowie eine mechanische Werkstatt gleich nebenan. Ebenfalls im Parterre wird ein Raum für Hochvolt-Arbeiten eingerichtet, im Keller sind – neben einer Tiefgarage – einige Labore und Versuchsstände untergebracht. In den zwei oberen Stockwerken tüfteln die Ingenieure und Mechaniker an neuartigen Antriebssystemen, die unten in den Werkstätten am Objekt ausprobiert werden. „Unser Konzept sieht vor, dass unsere Leute temporär zusammenarbeiten und Teams bilden“, erklärt Steinmann. Kurze Wege sind gefragt, zwischen den Büros gibt es einige Besprechungsräume. „Inspiring Working Conditions“, nennt Bosch konzernübergreifend diese Arbeitsplatz-Philosophie. Motto: „Arbeite was du willst, wo du willst und wann du willst.“

Insgesamt 5250 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf vier Geschossen, stehen dafür zur Verfügung. Das Gebäude zählt mit bis zu 16 Metern zu den höchsten seiner Art in der Umgebung; allein die Werkstätten sind sechs Meter hoch. Das Flachdach wird bepflanzt. „Energetisch erfüllt das Gebäude höchste Standards“, sagt Pressesprecherin Annett Fischer.

65 Mitarbeiter zählte der Standort im April 2014, mittlerweile sind es 80. Neben dem bisherigen Hauptsitz im Gewerbering (Industriegebiet) hat Bosch etliche Büros und Werkstätten angemietet. Wenn im September der Neubau bezogen wird, löst man die verstreuten Mieträume auf. „Das alte Stammhaus behalten wir, bis der zweite Bauabschnitt fertig ist“, sagt Steinmann.

Für diesen zweiten Bauabschnitt hat sich Bosch bei der Gemeinde ein Vorkaufsrecht auf 43 000 Quadratmeter in der Nachbarschaft gesichert; bis 2018 läuft die Option. Einen endgültigen Beschluss dazu gebe es noch nicht, sagt die Pressesprecherin: „Bei der Eröffnung im Herbst dürfte feststehen, wie es mit dem zweiten Bauabschnitt weitergeht.“

Bosch Holzkirchen versteht sich als Dienstleister für die Fahrzeugindustrie. „Wir denken nach, wir probieren aus, wir testen“, sagt Steinmann, „produziert wird bei uns aber nichts.“ Generell gehe es immer um Antriebssysteme und um alternative Kraftstoffe. Die Brennstoffzelle ist ein Thema, natürlich auch Elektro-Antriebe aller Art. Das Auto der Zukunft – wird es in Holzkirchen erdacht? Steinmann lächelt selbstbewusst. „Naja, ein Stück davon sicherlich.“

Von Andreas Höger

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