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Geschlossene Gesellschaft: Bislang darf die Sportanlage an der Probst-Sigl-Straße in Holzkirchen nur für den Schulsport genutzt werden. Bei einer öffentlichen Nutzung befürchten Anwohner mehr Lärm.

An der Probst-Sigl-Straße

Schulsportanlage für alle öffnen: Zähe Sache 

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Holzkirchen - Die Gemeinde will die Schulsportanlage an der Probst-Sigl-Straße der Öffentlichkeit zugänglich machen. Doch das Landratsamt ist vorsichtig.

Sportflächen, auf denen sich Jugendliche in ihrer Freizeit austoben können, sind in Holzkirchen rar. Daher wünscht sich die Gemeinde, die Schulsportanlage an der Probst-Sigl-Straße – mit Rasenfläche, Hartplatz und Beachvolleyballplatz – für Breiten- und Vereinssport zu öffnen. Doch das ist gar nicht so leicht. Eine Änderung der Baugenehmigung wäre laut Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) dafür nötig. Das letzte Wort hat das Landratsamt.

Löwis erklärte jetzt in der Hauptausschusssitzung, warum die Verhandlungen sich so ziehen. „Es ist ein sensibler Bereich“, meinte er. „Vor gut einem Jahr hatten Anwohner klipp und klar gesagt, dass sie notfalls einen Anwalt bemühen.“ Sie befürchten Lärm. „Deshalb prüft das Landratsamt das genau.“ Die Behörde ziehe mit, sei aber vorsichtig. Löwis erinnerte daran, dass Lärm generell die Leute aufbringt: „Nach wie vor bekommen wir Beschwerden wegen der Baumgartenstraße.“ Diese Sportflächen seien nach Schulschluss öffentlich nutzbar. Sogar von den Geräuschen aus der Batusa-Schwimmhalle fühlten sich manche gestört.

Die Vorgeschichte: Im Herbst 2015 ging die Schulsportanlage an der Probst-Sigl-Straße mit Quirin-Regler-Grundschule sowie Oberland-Realschule in Betrieb. „In der Baugenehmigung für die Schulsportanlage steht, dass die Freisportanlage nur für schulische Zwecke genutzt werden darf“, erklärt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamts. „Dies geht auf eine Zusage des früheren Bürgermeisters Josef Höß an die Anwohner zurück.“ Die angrenzende Wohnbebauung ist als „Allgemeines Wohngebiet“ eingestuft, was mit hohem Lärmschutz-Anspruch verbunden ist. Es wäre sogar eine Lärmschutzwand nötig geworden. Tatsächlich gebaut wurden lediglich Fundamente – unter der Bedingung, dass nur Schulsport erlaubt ist. Nach einer Lockerung der Sportanlagen-Lärmschutzverordnung gemäß dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz startete die Gemeinde einen neuen Anlauf (wir berichteten).

Inzwischen ließ die Kommune ein weiteres schalltechnisches Gutachten erstellen, berichtete Löwis jetzt. Die Auswertung sei komplex. Eventuell können nur Teile der Anlage freigegeben werden, vielleicht nur für Nutzer bis 18 Jahren. Unklar sei, ob Vereine drauf dürfen. Laut Landratsamt müsse die Gemeinde für Personal sorgen, das die Nutzungszeiten kontrolliert, sagte Löwis. Auch eine Schallschutzmauer müsste wohl her. Die Gemeinde geht davon aus, dass sie sich die Kosten dafür mit dem Landkreis teilt. Nemitz verneint: „Falls eine Kostenbeteiligung erwünscht ist, müsste dies über die Kreisgremien genehmigt werden.“

Sebastian Franz (CSU) warnte davor, sich nur nach Anwohnern zu richten. „Die sind auch keine Heiligen.“ Einige hätten sich unsachlich verhalten. Irmi Ammer (SPD) sagte: „Ich bin überrascht, dass es so schwer ist, die Gesetzesänderung durchzusetzen.“ Elisabeth Dasch (SPD) hoffte, dass das Landratsamt den politischen Willen mitträgt: „Ich habe den Eindruck, dass das Landratsamt Manschetten anhat.“ Im Extremfall hieße das ja, dass eine Person permanent kontrollieren müsste. Laut Löwis handelt es sich dabei sicher nur um Stichproben.

Nemitz bestätigt, dass die aktuelle Gesetzgebung neue Spielräume durch Erleichterungen bei der Lärmberechnung schaffe. „Die dort vorgesehenen Ruhezeiten werden hier nicht berücksichtigt.“ Der Lärmschutz müsse beachtet werden, für den Schulsport sei die Situation ausreichend. Für eine private Nutzung seien aktive Schallschutzmaßnahmen nötig. Dennoch: „Ein von der Gemeinde beauftragte Gutachter könnte nun nachweisen, dass bei einer auf wenige Stunden begrenzten außerschulischen Nutzung der Freisportanlage an der nächsten Wohnbebauung die Immissionsrichtwerte eingehalten werden.“

Details zum möglichen Umfang der Nutzung besprechen Landratsamt und Gemeinde Anfang November bei einem Treffen. Löwis hofft auf den „Mut aus dem Landratsamt“.

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