Autos parken an Osterseestraße in Großseeham
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Der Seehamer See ist beliebt. Bei schönem Wetter parken viele Ausflüger an der Osterseestraße in Großseeham.

Bei schönem Wetter beliebtes Ausflugsziel

Seehamer See: Mehr Parkplätze gesucht

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Der Seehamer See ist ein beliebtes Ausflugsziel, aber es mangelt dort an Parkmöglichkeiten. In der Osterseestraße bekommen das die Anlieger zu spüren.

Großseeham - Autos auf dem Gehweg, Autos in einer an die Straße angrenzenden Wiese, Campingtische, die schnell mal zum Brotzeit machen aufgestellt werden und das nervige Geräusch von Elektro-Kompressoren, die Stand-up-Boards aufblasen. Die Anlieger in der Osterseestraße in Großseeham können von all dem ein Lied singen. Wenn die Sonne scheint, wird ihre Straße zum Ziel für Ausflügler, die den Seehamer See zum Baden und Wassersporteln ansteuern, denn von dort führt ein Weg zum Badestrand am Wasser.

Wie viele Fahrzeuge in der kleinen Straße bisweilen stehen, hatten einige Anwohner mit Fotos dokumentiert und diese dem Gemeinderat Weyarn zukommen lassen. Dort stand das Thema nun auf der Tagesordnung – sicher nicht das letzte Mal, denn eine zufriedenstellende Lösung fand das Gremium noch nicht.

Die Osterseestraße wölbt sich wie ein U von der Hauptstraße in Richtung See. Häuser stehen nur entlang der Geraden, die Kurve dagegen ist beidseitig unbebaut. Auf ihrer äußeren Straßenseite führt der Gehweg entlang, dort liegen außerdem acht öffentliche Stellplätze und dahinter ein freies, von keinem Zaun eingegrenztes Privatgrundstück, das von einem Teilstück der Straße aus zugänglich ist. Auf diesem Grundstück parken am Wochenende regelmäßig Autos, auch der Gehweg wird immer wieder zugestellt. Die Anlieger sind genervt und haben sich deshalb an die Gemeinde gewandt. Ihr Wunsch: die Straße nur noch für Anlieger freizugeben oder alternativ – beispielsweise durch Pflanztröge – so zu gestalten, dass eine Sackgasse entsteht.

Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) berichtete in der Sitzung, dass er mit dem Verkehrsreferenten Horst Hablowetz bereits vor Ort war und auch eine Stellungnahme der Polizeiinspektion Holzkirchen eingeholt habe. Die hatte den Wunsch nach einer „Anlieger-frei-Straße“ als nicht hilfreich eingestuft, vor allem wegen der kaum durchführbaren Überwachung.

Die Seebesucher einfach auszusperren, sahen die Gemeinderäte auch nicht als Ziel. Denn es sind nicht nur Ausflügler von außerhalb der Gemeinde oder des Landkreises, welche die Osterseestraße ansteuern, machte Angelika Viellechner (FWG) deutlich. „Ich bin dort auch schon zum Baden hin“, sagte sie. Johannes Wieser (WIGW) brach ebenso eine Lanze für die Seebesucher: „Wir sind doch auch froh, wenn wir wohin fahren und dort parken können.“ Und auch für Hans Holzinger (FWG) und Georg Grabichler (CSU) war klar, dass der Seezugang erhalten bleiben müsse.

Anian Rutz (UWG) verteidigte indes die Sorgen der Anlieger, von denen einige der Sitzung beiwohnten. Die Diskussion dürfe jetzt nicht in die andere Richtung führen, warnte er. Die bestehenden acht Parkplätze zu belassen sei ok, aber es dürften so nahe an der Wohnbebauung nicht noch mehr werden. Katharina Wacker (SPD) brachte die Idee ins Spiel, nach Parkmöglichkeiten an anderer Stelle zu suchen. Keine leichte Sache, machte Bürgermeister Wöhr deutlich. Die Gemeinde habe ja auch einen Parkplatz am Seehamer See. „Aber der ist halt zu klein, das wissen wir.“ Eine Erweiterung dieses Parkplatzes sei aber wohl nicht machbar, und auch andere geeignete Flächen zu finden, sehr schwer, denn die meisten Flächen rund um den See sind Naturschutz- oder FFH-Gebiete.

Dennoch endete die Diskussion mit genau diesem Auftrag an die Verwaltungsmitarbeiter. Sie sollen Parkmöglichkeiten am Seehamer See prüfen. In der Osterseestraße sollen zudem bauliche Maßnahmen vor ausuferndem Parken schützen. Eine nur noch für Anlieger freie Straße lehnte das Gremium einstimmig

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