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„Sie sind jetzt eine freie Frau“: Brandstifterin muss nicht in Psychiatrie

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Weyarn - Glimpflich ist für eine 52-jährige Hausfrau aus Weyarn ein Prozess vor dem Landgericht München II ausgegangen. Die Frau, die im April 2011 aufgrund schwerer psychischer Beeinträchtigungen ihr Zimmer in Brand gesetzt hatte, wurde nicht mit einer Einweisung in die Psychiatrie bestraft.

. Vorsitzender Richter Oliver Ottmann setzte die Unterbringung zur Bewährung aus. „Sie sind jetzt eine freie Frau.“ Mit diesen Worten entließ der Richter die Beschuldigte aus dem Gerichtssaal.

Die Frau machte einen recht glücklichen Eindruck. Überhaupt schien es ihr am zweiten Verhandlungstag viel besser zu gehen, als noch zu Prozessauftakt am 17. Februar (wir berichteten). Der Richter schärfte ihr ein, unbedingt ihre Medikamente zu nehmen, nur dann gehe es ihr gut.

Genau das hatte sie aber im April 2011 nicht getan. Massive Depressionen hatten bei der an Schizophrenie Erkrankten zu der Beinahe-Katastrophe geführt, die einen Schaden von 190 000 Euro forderte. Ihr Zustand verschlimmerte sich damals zunehmend. Sie hörte Stimmen und wollte sich umbringen. Deshalb steckte sie im Wohnhaus in Weyarn ihr Bett an. Sie glaubte, dass niemand zu Hause wäre, nachdem sie mehrmals nach ihrer Tochter und ihrer Mutter gerufen hatte - und niemand gekommen war. Doch die beiden Frauen waren sehr wohl daheim. Im letzten Moment retteten sie die 52-Jährige. Die hatte bereits eine schwere Rauchvergiftung erlitten.

Staatsanwältin wie Verteidiger plädierten dennoch auf eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung. Nachdem die vom Gutachter angeregte Medikamentenumstellung nochmals zu einer spürbaren Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt und die 52-Jährige nichts mehr angerichtet hatte. (wal)

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