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Brillante Musiker und die strahlende Königin des Abends: Sängerin Titilayo Adedokun mit Heinz Dauhrer (r.) und seinen Jazz-Kollegen.  

Beswingt und besinnlich

So war das letzte Konzert 2016 im Kultur im Oberbräu

Holzkirchen - Im Kultur im Oberbräu in Holzkirchen gab es beim letzten Konzert des Jahres beswingte Volksmusik und verjazzte Weihnachtsklassiker zu hören.

Das letzte Konzert des Jahres im Festsaal des Kultur im Oberbräu war erste Sahne – vom allerfeinsten. Trompeter Heinz Dauhrer versammelte zu „Swingle Bells for Christmas Time“ Spitzenmusiker und Sängerin Titilayo Adedokun auf der Bühne. Beswingte Volksmusik und verjazzte Weihnachtsklassiker begeisterten die Zuhörer. Immer wieder erhielten die Künstler Zwischenapplaus, und die Rufe nach Zugaben wollten gar nicht enden. Kein Wunder, die Kombination von Musikalität und guter Laune schwappte binnen Sekunden von der Bühne ins Publikum.

Dauhrer trat nicht nur als Trompeter auf, er führte auch auf sehr lockere Art durch den Abend. Hier und da trug er ein Gedicht oder einen Text vor, grübelte über politische Herausforderungen des vergangenen Jahres und gab musikalisch den Takt an. An seiner Seite Stephan Holstein (Klarinette, Saxopohon), Joe Kienemann (Klavier), Werner Schmitt (Percussion), Andreas Kurz (Kontrabass) und die wunderbare Titilayo Adedokun (Gesang). Dabei war es völlig gleich, welche Kombination sich auf der Bühne ergab: nur Instrumentalisten, Bass und Gesang oder Klavier, Percussion und Bass – alle Lieder waren der reinste Genuss.

Da begann ein Song mit dem musikalischen Thema des Klassikers „Süßer die Glocken“, anfangs noch deutlich zu erkennen. Dann kamen Soli ins Spiel, und schnell vergaß der Zuhörer, dass da gerade ein Weihnachtslied gespielt wurde. Aber das Thema kehrte zurück, und für die Musiker gab es immer wieder Zwischenapplaus. Die geniale Musikalität der sechs Instrumentalisten stand außer Frage, obendrauf gab es eine große Portion Lebensfreude.

„Ich muss euch jetzt leider feuern, ihr seid raus“, erklärte Sängerin Adedokun den Musikern scherzend. „Naja, für vier Minuten.“ Auf dem Programm stand nämlich „Holy Night“, und begleitet wurde die charismatische Sängerin dabei lediglich von Bassist Kurz. Besinnlich, mit weicher, perliger Stimme sang Adedokun, die als Sopran in der Klassik ebenso zu Hause ist wie im Jazz, über die Heilige Nacht, brachte all ihre wunderbaren Stimmfacetten ein. Dazu immer ein offenes Lächeln auf den Lippen. Kein Zweifel: Sie lebt im Singen ihren Traum.

Weiter ging es mit Klassikern wie „Christmas in New Orleans“, „Kling Glöckchen“, oder „Auf den Bergen da weht der Wind“. Es wurde geswingt und gejazzt, im Publikum konnte kaum einer seine Füße still halten. Es wurde mitgeklatscht, gewippt und mit den Zehenspitzen aufs Parkett getippt. Die rund 250 Besucher waren begeistert. Publikum und Musiker passten an diesem Abend wunderbar zusammen, deswegen war es den Zuhörern auch nach über zweieinhalb Stunden Konzert nicht langweilig. Nach „Stille Nacht, heilige Nacht“ verabschiedeten sich die Musiker zunächst von ihrem Publikum, das damit aber nicht einverstanden war. Mit reichlich Applaus erklatschte es sich einen Nachschlag. Ein berauschender Abend, der den vorweihnachtlichen Stress schon mit den ersten Klängen wegputzte und Lust auf ein beschwingtes Weihnachtsfest machte. 

Kathrin Suda

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