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Flach auf dem Dach sind Photovoltaik-Anlagen auch weiterhin auf Holzkirchens Dächern erlaubt.

Wegen der Ästhetik

Holzkirchen stimmt gegen neue Satzung für Solaranlagen

Holzkirchen – Bremsen Gestaltungsvorgaben für Sonnenkollektoren die Energiewende zu sehr aus? Die Grünen meinen: ja. Im Gemeinderat war diese Meinung aber nicht mehrheitsfähig.

Die Grünen-Fraktion hatte beantragt, die derzeit gültige Satzung zur Gestaltung von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auszusetzen. Im Bauausschuss hatte sich schon gezeigt, dass diese Meinung nicht mehrheitsfähig ist (wir berichteten). Nun hat sich der Gemeinderat damit befasst. 

Der Antrag der Grünen richtete sich insbesondere auch gegen das Aufständerungsverbot. „Wir sehen das als kritisch an, weil es Fragen der Ästhetik höher wertet als den energetischen Nutzen“, erklärte Robert Wiechmann (Grüne). „Das ist eine Luxusdiskussion, die so nicht mehr vermittelbar ist.“ 

Ein Stein des Anstoßes war auch eine nicht-satzungskonforme Solaranlage auf einem Neubau an der Rosenheimer Straße gewesen. Dessen Pultdach war mit 6,5 Grad Neigung laut Satzung 1,5 Grad zu steil, um Sonnenkollektoren darauf aufständern zu dürfen. Um die Kraft der Sonne voll nutzen zu können, war die Aufständerung aber nötig. Zähneknirschend erteilte der Bauausschuss im Dezember eine nachträgliche Ausnahmegenehmigung. 

„Die Solaranlage passt dort wunderbar hinein, weil man sie gar nicht sieht“, meinte Wiechmann nun. Wegen der Satzung müsste über Ausnahmen immer aufwändig im Einzelfall entschieden werden. In Zeiten, in denen die Energiewende eine zentrale Aufgabe ist, sei sie daher nicht mehr zeitgemäß. 

Dem konnte sich Thomas Hünerfauth (SPD) nur anschließen. Der Grünen-Antrag gehe in die richtige Richtung, fand er. „Ich hoffe auf die Vernunft der Bürger, dass sie ihr eigenes Haus nicht verschandeln.“ 

Die Mehrheit im Gemeinderat sah das anders. „Das ist keine Satzung, die Solaranlagen verhindert“, widersprach SPD-Sprecherin Elisabeth Dasch der Ansicht Wiechmanns, „es gibt gestalterisch durchaus Anlagen, die der Satzung entsprechen.“ Es sei auch Aufgabe der Gemeinde, auf das Erscheinungsbild Rücksicht zu nehmen. So könnte man etwa nachbessern, dass auf Pultdächern die Aufständerung nur bis fünf Grad Neigung zulässig ist. „Das Ganze auf eine Empfehlung zurückzustutzen, halten wir nicht für zielführend“, so Dasch. 

„Wir sind für regenerative Energien“, betonte auch Martin Taubenberger seitens der FWG, „aber so, dass man’s auch anschauen kann.“ Er sehe da eher die große Politik gefordert, die es etwa der Windenergie schwer mache. 

Christoph Schmid (CSU) sprach sich dafür aus, lieber die Vorgaben zu überdenken anstatt der Satzung die Zähne zu ziehen: „Wir müssen uns überlegen, die Satzung nochmal anzusehen, ja. Aber sie aussetzen – nein.“ 

Der Gemeinderat schloss sich mit 17:5 Stimmen der Empfehlung des Bauausschusses an – und lehnte damit den Antrag der Grünen ab, die Satzung auszusetzen.

Katrin Hager

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