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Nah dran: Der strenge Lärmschutz für die benachbarte Wohnbebauung setzt dem Betrieb am Otterfinger Sportzentrum Grenzen. 

Gemeinderat

Sportzentrum Otterfing: Ein umstrittener Bonus

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Eine Neubewertung des Lärmgutachtens lieferte keine frischen Erkenntnisse. Trotzdem gehen einige Gemeinderäte davon aus, dass es neue Hoffnung gibt für das alte Sportzentrum in Otterfing.

Otterfing Noch ist die Gesetzesnovelle nicht in trockenen Tüchern. Aber dass die „Sportanlagenlärmschutzverordnung“ heuer gelockert wird, gilt in Berlin als ausgemachte Sache (wir berichteten). Bundes-Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bohrt das Regelwerk auf, das die Interessen zwischen Sportlern und deren Nachbarn ausbalanciert. Nachbarn müssen künftig in den Abendstunden (20 bis 22 Uhr) sowie sonn- und feiertags während der nachmittäglichen Ruhezeit (13 bis 15 Uhr) etwas mehr Sportler-Lärm dulden, konkret sind es fünf Dezibel.

Außerdem stärkt die Novelle den „Altanlagenbonus“ für Sportstätten, die vor 1991 gebaut wurden. Sie müssen nicht mehr zwingend Lärmschutz nachrüsten, wenn „Modernisierungen“ stattfinden, beispielsweise der Einbau von Kunstrasen oder die Installation eines Flutlichts.

Um die Auswirkungen der Novelle auf das Sportzentrum auszuloten, ließ der Gemeinderat jetzt das Schallschutzgutachten neu bewerten. Gutachter Dominik Prislin stellte in der jüngsten Sitzung die Ergebnisse vor. Demnach reichen die fünf Dezibel „Nachlass“ nicht, um alle relevanten Lärmpegel einzuhalten. „Außerhalb der Ruhezeiten könnte man die Richtwerte einhalten“, sagte Prislin, „aber innerhalb der Ruhezeiten wäre es nach wie vor zu laut.“

Andreas Eichhorn (SPD) schöpft trotzdem Hoffnung für den Altstandort. Seine Analyse: Ohne Zuschauer und ohne Stockschützenlärm sei ein Sportbetrieb denkbar. „Maßgeblich sind tatsächlich Fußballspiele mit Zuschauern und die Stockschützen“, betonte Prislin. „Die Spiele unserer Fußballer am Sonntag bleiben lärmtechnisch ein Problem“, stellte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) fest.

Zur Neubewertung des Altanlagebonus’ konnte Prislin nichts beitragen. Die Sportanlage wurde zwar 1976 eingeweiht, die Stockbahnen gibt es laut Eglseder aber erst seit 1999. „Für sie gilt der Altanlagenbonus eher nicht“, glaubt der Bürgermeister. „Man könnte die Bahnen überdachen“, schlug Ulrike Stockmeier (FWG) vor. Das würde nicht reichen, gab Prislin zu bedenken, „die Bahnen müssten richtig umbaut werden“. Das aber könne als Neubau gewertet werden, der den gesamten Altanlagen-Bonus infrage stelle, warnte Bauamtsleiter Heinz Hirz.

Diese Skepsis teilt Stockmeier nicht. Die fraglichen Ruhezeiten beim Fußballbetrieb seien organisatorisch regelbar, und auch für die Stockschützen gebe es eine Lösung. Ihr Fazit: „Die Gemeinde könnte an diesem Standort festhalten, wir haben ein gutes Ergebnis an die Hand bekommen.“ Eine übereilte Schlussfolgerung, fand der Bürgermeister: „Schönreden bringt uns nur stärker in die Bredouille.“

Um belastbare Aussagen zum Altanlagenbonus zu bekommen, will die Gemeinde das Landratsamt und einen Anwalt konsultieren. Diese Erkenntnisse sollen bis zur Sportzentrums-Klausur des Gemeinderats am 6. Mai vorliegen. Hinter verschlossenen Türen sollen bei dieser Sitzung alle Standort-Alternativen abgeklopft werden. Neben dem Altstandort am Nordring stehen bekanntlich zwei Flächen im Außenbereich zur Debatte – im Südosten an der Kreuzstraße und westlich von Bergham an der Dietramszeller Straße.

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