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Hat der Otterfinger Hof eine Zukunft? Bleibt das alte Gebäude erhalten, sind Parkplätze auf fremdem Grund nötig. Bei einem Parkdeck müsste es abgerissen werden.

Gutachten im Gemeinderat vorgestellt

Sportzentrum: Problem mit Lärmschutz  

Otterfing - Das Lärmgutachten für ein neues Sportzentrum zeigt der Gemeinde Otterfing Grenzen auf: Hohe Schutzwände sind erforderlich.

Das Ergebnis ist ernüchternd und macht wenig Hoffnung: „Aus schalltechnischer Sicht bestehen erhebliche Bedenken gegen den Ausbau des Sportzentrums am Nordring“, stellte Lärmgutachter Dominik Prislin vom Ingenieurbüro Rüdiger Greiner am Dienstag im Gemeinderat fest. Selbst mit einer acht Meter hohen Lärmschutzwand könnten die Sportanlagen nur eingeschränkt genutzt werden. 

Eine Entscheidung oder Beschluss gab es im Gremium nicht. Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FWG) meinte, das Gutachten sei zu umfangreich und neu. „Das muss erst in den Fraktionen und der Sportkommission durchgearbeitet werden.“ 

32 Seiten umfasst die „schalltechnische Verträglichkeitsuntersuchung“, die Prislin erläuterte. Die Expertise dient als Grundlage für einen möglichen Architektenwettbewerb zur Entwicklung des Sportzentrums. Das Problem ist die benachbarte Wohnbebauung am Nordring. Der Gesetzgeber schreibt Grenzwerte vor, die unbedingt einzuhalten sind. Gravierende Auswirkungen hat das laut Prislin auf den Sportbetrieb während der Ruhezeiten von 20 bis 22 Uhr sowie sonntags zwischen 13 und 15 Uhr. „Die Vorschriften greifen, wenn die Sportanlagen saniert, erweitert oder neu gebaut werden“, so Prislin. 

Um den dann nötigen Schutz für die Anwohner zu gewährleisten, sei eine 200 Meter lange und mindestens acht Meter hohe Lärmschutzwand nötig. Diese Höhe sei erforderlich, um auch die Wohnungen im ersten Stock vor Lärm zu schützen. Wolle man auch Dachgeschosse berücksichtigen, müsse die Wand wohl bis zu 14 Meter hoch sein, erläuterte Prislin auf Nachfrage von Max Ruf (SPD). Auf jeden Fall bedeute es, dass Fußball-Training nach 20 Uhr nur eingeschränkt möglich ist und Fußballspiele sonntags zwischen 13 Uhr und 15 Uhr nahezu unmöglich sind. 

Schlechte Karten haben die Stockschützen. Mit 101 Dezibel sind sie laut Gutachten am lautesten. Andreas Eichhorn (SPD) wollte wissen, welche Alternativen es gebe. Womöglich könne man die Stockbahnen nach Norden verschieben, sagte Prislin, dort gebe es aber ebenfalls ein Wohnhaus. Eine andere Möglichkeit wäre, die Stockbahnen einzuhausen. „Da muss man prüfen, wie hoch das sein müsste.“ 

Für Eichhorn war es keine Überraschung, dass es am Nordring ein Schallschutzproblem gibt. „Das haben wir nie angezweifelt. Aber wir haben den Bürgerauftrag umzusetzen.“ Primär gehe es um die Dreifachturnhalle. Robert Schüßlbauer (CSU) wies darauf hin, dass selbst mit Lärmschutzwand nur ein eingeschränkter Sportbetrieb möglich sei. „Wir planen jetzt für Millionen Euro – und am Ende haben wir weniger als jetzt.“ Dann solle man es lieber ganz lassen und „die Anlage, so wie sie besteht, nicht antasten“. Auch Bauamtsleiter Heinz Hirz wurde deutlich. Was jetzt diskutiert werde, sei eine Nutzung mit Einschränkungen. Es bleibe das Risiko, dass diese Nutzung durch Auflagen des Landratsamts weiter eingeschränkt werde. „Das ist ein Tanz auf des Messers Schneide. Ist es das, was Sie wollen?“, fragte er die Räte. 

Dass die Lärmproblematik nicht nur Theorie ist, unterstrich Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Er berichtete vom Schreiben eines Anwohners, der sich über laute Musik und Lautsprecherdurchsagen beschwerte.

Von Siegfried Niedergesäss

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