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Mit einem Container-Komplex wie diesem in Holzkirchen will Warngau mehr Platz für Flüchtlinge schaffen.

Standortsuche für Gemeinschaftsunterkunft

Warngau schafft Platz für Asylbewerber

Warngau - Die Gemeinde Warngau macht sich auf die Suche nach einem Standort für Wohncontainer: Sie will Platz schaffen für rund 45 Asylbewerber.

Der Flüchtlingsstrom aus den Krisenherden der Welt reißt nicht ab. Damit müssen auch die Kommunen vor Ort umgehen. Die Gemeinde Warngau macht sich jetzt auf die Suche nach möglichen Standorten für eine Gemeinschaftsunterkunft. Das Ziel: Das Heft wieder mehr in die Hand bekommen, um nicht permanent Notlösungen stricken zu müssen. In der nächsten Sitzung wird der Gemeinderat verschiedene Standorte diskutieren, kündigte Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) in der Sitzung am Dienstag an.

Die Gemeinde Warngau will sich vorbereiten – „bevor wir mit dem Rücken zur Wand stehen“, sagt Thurnhuber. Klar ist: Im Landkreis müssen mehr Asylbewerber untergebracht werden, bis Ende des Jahres werden 900 erwartet (bei derzeit rund 430). Hinzu kommen so genannte Fehlbeleger: Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind, bislang aber keine andere Wohnung fanden. Auch Warngau muss sein Teil dazu beitragen. Dort leben derzeit zwei Familien aus Syrien mit je sieben Mitgliedern und zwei Flüchtlinge aus Afghanistan in Wohnungen – insgesamt 16 Asylbewerber. Nach dem Königsteiner Schlüssel, nach dem Asylbewerber verteilt werden, müsste Warngau eigentlich insgesamt 32 Asylbewerbern Unterkunft bieten. „Wir sind momentan im Hintertreffen“, gesteht Thurnhuber.

Nun ist ein Containerkomplex für rund 45 Menschen angedacht, um etwas Luft nach oben zu haben. „Wir müssen versuchen, die Verteilung besser zu steuern“, ist Thurnhuber überzeugt - statt dem stetig steigenden Bedarf an Unterkünften nur hinterherzurennen. „Dann kann man die Nationalitäten auch besser verteilen“, hofft Thurnhuber, der auch Dritter Landrat ist. „Wir können das nicht wegdenken, das wird uns noch Jahre beschäftigen.“

Die hiesigen Kommunen könnten nur versuchen, gesteuerter und besser koordiniert mit den Gegebenheiten umzugehen und zum Beispiel kulturelle Reibungspunkte unter den Flüchtlingen zu minimieren. Ebenso wie Reibungspunkte mit der Bevölkerung: „Wenn da eine Turnhalle eingenommen wird, sind die Bürger auch in ihren gewohnten Lebensverhältnissen betroffen – dann kippt die Stimmung leicht.“ Fälle wie in Waakirchen, wo viel Unmut aufkam, nachdem im Turnhallen-Untergeschoss Flüchtlinge einquartiert wurden, will Thurnhuber in seiner Gemeinde vermeiden; mit Containern sei das leichter möglich, hofft er. „Wir haben hier auch braunes Potenzial“, da will sich der Bürgermeister nichts vormachen. „Ich möchte das nicht unterschätzen und dem keinen Nährboden liefern.“ Dafür müsse man die Bürger auch offen und frühzeitig informieren. Sobald der Standort feststeht, wird ein Infoabend geplant. Zumal auch der Helferkreis in Warngau mit seinen bislang rund zehn Ehrenamtlichen Unterstützung brauchen kann, wenn eine Gemeinschaftsunterkunft kommt.

Vier mögliche Standorte habe die Gemeinde derzeit im Auge, alle in Oberwarngau. „Hier haben wir auch die Infrastruktur dafür, mit medizinischer Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Thurnhuber. Der Bahnhof eröffnet den neuen Nachbarn zudem ein wenig mehr Mobilität. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung im Juli werden die Standortvorschläge überprüft.

Katrin Hager

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