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Der Favorit der Gemeinde ist aus dem Rennen: Die Tragkraft des Kulturhaus-Dachs reicht nicht aus, um darauf einen Mobilfunkmast zu errichten.

Ernüchterndes Ergebnis für Markt Holzkirchen

Standortsuche für Mobilfunkmast dauert an

Holzkirchen – Die Marktgemeinde wollte per Gutachter mitreden. Doch gleich bei der ersten Bewährungsprobe ist die Hoffnung zerschellt. Die Standortsuche von Vodafone dauert an.

Vodafone sucht einen neuen Standort für einen Mobilfunksender im Holzkirchner Zentrum, nachdem der Vertrag für den bisherigen Senderstandort an der Alten Post ausläuft. Die Marktgemeinde hatte sich nicht lumpen lassen, um in dem heiklen Thema selbst einen Platz am Steuerknüppel zu bekommen. 

Statt abzuwarten, für welchen Antennenstandort sich der Mobilfunkbetreiber entscheidet, und dann keine Handhabe gegen unliebsame Ergebnisse zu haben, holte sie sich einen Experten des Umweltinstituts München an Bord. Das Ziel: weniger Strahlenbelastung bei gleicher Netzabdeckung 22 potenzielle Standorte hatte das Umweltinstitut daraufhin im Zentrum und im Gewerbegebiet untersucht. In dem Gutachten empfahl sich neben den Gemeindewerken im Gewerbegebiet das Dach des Kultur im Oberbräu im Zentrum: Dieser Standort hätte eine 30-prozentige Entlastung gegenüber dem bisherigen auf der Alten Post versprochen. Doch das Dach des Kulturhauses ist als Standort geplatzt, informierte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) nun den Gemeinderat. 

Am Kulturhaus legte zum einen der Denkmalschutz sein Veto ein, berichtete ein Bauamtsmitarbeiter. Das fiel allerdings gar nicht mehr ins Gewicht, weil sich das Dach des Gebäudes ohnehin für Vodafone als technisch nicht geeignet erwies: Die hängende historische Decke über dem Festsaal und die Decke des Fools-Kinos sind nicht dafür gemacht, die zusätzliche Last eines Mobilfunksenders zu tragen. Zudem gebe es keinen Platz für die erforderliche Systemtechnik, und der Zugang zur Antenne wäre nur über die Außentreppe möglich, die aber im Eigentum von Privatpersonen ist, gab Vodafone als Begründung an. Obendrein müsste die Antenne sechs bis sieben Meter über die Bebauung hinausragen, erläuterte der Bauamtsmitarbeiter. „Das wäre ein Monster.“ 

Auch die in der Reihenfolge nächstbesseren Alternativen wurden geprüft. Die Wohnblöcke an der Baumgartenstraße und die Schule schieden aus, weil die Gemeinde befürchtet, dass ein Mobilfunksender dort Eltern und der Öffentlichkeit nicht vermittelbar wäre. Auch wenn erwiesen ist, dass die Strahlung genau unterhalb der Antenne am niedrigsten überhaupt ist. „Und die größte Strahlenbelastung ist ein Handy am Ohr mit schlechtem Empfang“, so Löwis. 

Zwei Standorte sind für Vodafone noch im Rennen: ein Privatgebäude an der Tölzer Straße und der Recyclinghof in der Thanner Straße, wo für die Antenne allerdings eigens ein Mast aufgestellt werden müsste. „Wenn sie dort nicht hingehen, werden sie sich einen anderen Standort suchen“, so der Bauamtsmitarbeiter. Die Untersuchung der Gemeinde wäre dann, was das Endergebnis betrifft, für die Katz’ gewesen. 

Und nun ist noch ein Suchender auf die Marktgemeinde zugekommen: Auch die Telekom braucht einen neuen Standort, und zwar am Otto-Mair-Ring, berichtete der Bauamtsmitarbeiter. Die Nachfrage Hans Putzers (SPD), ob sich dafür nicht auch das Gemeindewerke-Gebäude anbiete, das die Gemeinde im Gewerbegebiet auch Vodafone anbot, verneinte der Bauamtsmitarbeiter: Das Haus liegt nicht im Suchkreis, innerhalb dessen das Unternehmen Ausschau hält. 

Die Standort-Prüfung durch ein neuerliches professionelles Gutachten würde 4300 Euro kosten. „Das Geld kann man sich sparen“, winkte Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) angesichts der ernüchternden Erfahrung im Ortszentrum gleich ab. Der Bürgermeister will die Flinte nach dem ersten Rückschlag aber noch nicht ins Korn werfen. „Es ist ein gutes Gutachten, das dazu geführt hat, dass wir Argumente haben“, betonte Löwis. „Wir sollten diese Option ziehen.“ Dieses Vorgehen befürwortete auch Robert Wiechmann (Grüne): Wenn man nun kein Gutachten zugrundelege, habe man gar keine Mitsprache mehr bei der Standortsuche der Mobilfunkbetreiber. „Den Ärger haben wir aber, weil ja dann trotzdem wir schuld sind“, haderte er mit der gängigen öffentlichen Lesart. 

Einen Beschluss über das weitere Vorgehen fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung noch nicht.

Katrin Hager

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