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Stephanie von Luttitz ist neue BDKJ-Vorsitzende

„Hätte Jesus das genauso gemacht ?“

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Niederaltenburg - Sie hat prominente Eltern und will ihren eigenen Weg gehen: Stephanie von Luttitz (29) ist neue BDKJ-Vorsitzende in der Erzdiözese München und Freising. Ihre Wurzeln liegen in der Gemeinde Weyarn. Ein Besuch auf dem Gutshof Niederaltenburg.

Sie kommt aus gutem Hause. Dem Gutshof Niederaltenburg. Stephanie Baronesse von Luttitz schlüpft durch das schwarze Tor in den Hof, der von gelben Häusern gesäumt wird, in der Einfahrt thront ein Hirschgeweih. Daneben steht: „Mein Hof, mein Recht, meine Pflicht, meine Ehr.“ Gänse schnattern auf den Wiesen rundherum. Drinnen setzt sie sich auf einen barocken Sessel. „Wenn man sich einen Titel selbst erarbeitet, kann man stolz darauf sein“, sagt die Baronesse, lange braune Haare, grünes Jacket. Der Doktortitel ist ihr eigener Verdienst – und auch für ihren neuen Job musste sie sich anstrengen. 

Luttitz wurde vor Kurzem zur neuen Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese München und Freising gewählt. Die 29-Jährige gehört dort einem vierköpfigen hauptamtlichen Team an, das für rund 66 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zuständig ist. Zuhause ist Luttitz inzwischen in München, doch fast jedes Wochenende kommt sie in ihr Elternhaus in Niederaltenburg im Mangfalltal in der Gemeinde Weyarn, wo ihre Familie eine Gänse- und Entenfarm in der dritten Generation betreibt. Ihr Vater Eckart Freiherr von Luttitz, auch als „Entenbaron“ bekannt, erbte das Unternehmen von seinem Vater, inzwischen aber hat Stephanies Bruder Constantin das Ruder übernommen. Als Kind stand Stephanie von Luttitz zuweilen in der Schlachterei, doch heute hat sie mit dem Federvieh wenig zu tun. 

Die meisten aber kennen ihre Mutter, die Fernsehmoderatorin und Wiesn-Reporterin Uschi Dämmrich von Luttitz. „Du schaust aus wie die Mama“, sagen die Leute oft zu Stephanie von Luttitz. „Klar wurde ich da vorgeprägt“, sagt die 29-Jährige. Zunächst schnupperte sie beruflich auch in die Medienbranche hinein, studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaft. „Ganz wichtig ist, dass man seinen eigenen Weg geht“, findet sie. Eigene Pfade schlug sie in Peking ein, wo sie ein Praktikum bei einer chinesischen Filmproduktionsfirma machte. Für wenig Geld. 

Ihr eigener Weg zeichnete sich auch in ihrer Doktorarbeit ab. Das Thema lautete: „Der Diskurs zwischen der katholischen Kirche und den Medien in Deutschland und Österreich.“ Klingt etwas spröde. Doch die junge, lebhafte Frau, die gerne redet, meint es ernst mit der Kirche. 

Und auch hier haben ihre Eltern eine wichtige Rolle gespielt. Die Mutter katholisch, der Vater evangelisch. So habe sie den kritischen Blick von den Protestanten mitbekommen, sagt sie. Durch ihre Mama ist Stephanie von Luttitz auch zu den Jesuiten gestoßen, sie besucht regelmäßig die Kirche St. Michael in München. „Das ist meine sonntägliche Freude.“ Sie sagt Sätze wie: „Ich habe ein tiefes Gottvertrauen.“ Und bevor sie etwas angeht, fragt sie sich oft: „Hätte Jesus das genauso gemacht?“ 

Ihr neuer Job als BDKJ-Vorsitzende macht ihr viel Spaß. „Ich bin dafür Feuer und Flamme.“ Anfangs musste sie sich etwas in die Verbandsarbeit einfuchsen, diverse Abkürzungen auswendig lernen. Sie trat auch der Katholischen Landjugendbewegung bei. Wieder so eine Abkürzung: KLJB. Ihr Anliegen: „Ich möchte, dass wir die Arbeit der Jugendverbände noch präsenter machen in der Gesellschaft.“ Und sie will der Jugend eine lautere Stimme geben. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass die Jugend so wenig gehört wird.“ Obwohl die doch die Zukunft ist. Deshalb findet Stephanie von Luttitz auch die U 28 Kampagne des BDKJ gut, die sich dafür einsetzt, Kinder und Jugendliche in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. 

Einsetzen will sie sich ebenfalls für die Ökumene: „Ich finde, das Kommunizieren ist das A und O einer Gesellschaft“, sagt sie. Man sollte ein Gespür dafür bekommen, wie andere denken. Da passt es auch, dass sich die 29-Jährige im BDKJ unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. 

Plötzlich hüpft eine schwarze Katze auf ihren Schoß, schnurrt. „Ich kann nicht anders“, sagt Stephanie von Luttitz, streichelt Minki den Kopf. Verjagen bringt sie nicht übers Herz. Es ist schließlich das Jahr der Barmherzigkeit. Papst Franziskus selbst hat es ausgerufen. Und Stephanie Baronesse von Luttitz kommt aus gutem Hause.

Von Marlene Kadach

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